[Gehört] Ruht das Licht – Maggie Stiefvater

ruhtdaslicht Originaltitel: Linger

Verlag: Der Audio Verlag

ISBN: 978-3862310890

Gelesen von: Annina Braunmiller, Max Felder, Gabrielle Pietermann und Johannes Raspe

Angefangen: Januar 2012

Ausgehört: Januar 2012

Gehörte Minuten: 377

Gehörte Minuten insgesamt 2012: 1236

Bewertung: 4sterne

Inhalt:

Grace und Sam haben endlich zueinander gefunden, doch ihre Liebe steht unter einem schlechten Stern. Sam, für Grace zum Menschen geworden, muss mit ansehen, wie der Wolf in ihr immer stärker wird. Graces Verwandlung zum Werwolf scheint unabwendbar. Cole, der Neue im Wolfsrudel, stellt Sam vor ein weiteres Problem. Durch seine Rücksichtslosigkeit gefährdet er das Rudel und dessen Geheimnis.

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[Gehört] Nach dem Sommer – Maggie Stiefvater

nachdemsommer Originaltitel: Shiver

Verlag: Der Audio Verlag 

ISBN: 978-3898139793

Gelesen von: Annina Braunmiller und Max Felder (Bella und Jacob ;-)) 

Angefangen: Januar 2012

Ausgehört: Januar 2012

Gehörte Minuten: 390

Gehörte Minuten insgesamt 2012: 859

Bewertung: 5sterne

Inhalt:

Jeden Winter wartet Grace darauf, dass die Wölfe in die Wälder von Mercy Falls zurückkehren – und mit ihnen der Wolf mit den goldenen Augen. Ihr Wolf. Ganz in der Nähe und doch unerreichbar für sie, lebt Sam ein zerrissenes Leben: In der Geborgenheit seines Wolfsrudels trotzt er Eis, Kälte und Schnee, bis die Wärme des Sommers ihn von seiner Wolfsgestalt befreit. In den wenigen kostbaren Monaten als Mensch beobachtet er Grace von fern, ohne sie jemals anzusprechen – bevor die Kälte ihn wieder in seine andere Gestalt zwingt. Doch in diesem Jahr ist alles anders: Sam weiß, dass es sein letzter Sommer als Mensch sein wird. Es ist September, als Grace den Jungen mit dem bernsteinfarbenen Blick erkennt und sich verliebt. Doch jeder Tag, der vergeht, bringt den Winter näher – und mit ihm den endgültigen Abschied.

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Herz an Herz – Sofie Cramer und Sven Ulrich

herzanherz Vielen Dank an rowohlt_logo_neu für dieses Rezensionsexemplar :)

Verlag: rororo

ISBN: 978-3499256653

Bekommen: 28.01.2012

Angefangen: 29.01.2012

Ausgelesen: 29.01.2012

Gelesene Seiten: 320

Gelesene Seiten insgesamt 2012: 600

Bewertung5sterne

Klappentext:

Flaschenpost für dich. Eine romantische Hochzeit an der Ostsee? Für Sara eine Strafe. Frisch geschieden sitzt sie zwischen ­lauter Paaren. Glücklichen Paaren. Der einzige ­attraktive Single entpuppt sich als Nervtöter. Die albernen Hochzeitsspielchen geben ihr den Rest: Statt guter Wünsche fürs Brautpaar schreibt Sara sich ihren ganzen Frust von der Seele und schmeißt die Flaschenpost ins Meer. Mit einer Antwort rechnet sie nicht. Doch wenige Wochen später erhält Sara einen Brief. Die Worte des unbekannten Finders berühren ihr Herz. Als dem regen Briefwechsel und zahlreichen E-Mails endlich ein Kennenlernen folgen soll, zögert er. Und das aus gutem Grund…

Rezension:

Es gibt Tage, da ist es besonders blöd, Single zu sein. Zum Beispiel auf Hochzeiten. Glückliche Paare wohin man sieht, dämliche Hochzeitsspiele und während langweiliger Reden hat man endlos viel Zeit sich die eigene einsame Zukunft schön zu trinken. So macht es auch Sara. Aus Protest packt sie statt der Wünsche fürs Brautpaar nur ein paar genervte Zeilen, denen man Saras Blutalkoholspiegel deutlich anmerkt, in eine Flaschenpost und pfeffert sie ins Meer. Mit einer Antwort rechnet sie natürlich nicht, aber sie bekommt trotzdem eine. Und zwar von Berti aus München.

So weit, so “Gut gegen Nordwind”. Dachte ich. Und ja, das Konzept ist das gleiche. Zwei, die sich nicht kennen erhalten durch Zufall eine Botschaft des anderen, lernen sich schriftlich kennen, sind sowas wie verliebt und dann schlägt sie gnadenlos zu, die harte Realität. Ich gebe zu, ich hatte sehr, sehr große Bedenken. Innerlich war ich schon nach dem Lesen des Klappentextes davon überzeugt, dass die Rezension gnadenlos schlecht ausfallen würde. Bruchstücke aus Sätzen schwirrten in meinem Kopf umher, so wie “billige Glattauer-Kopie”, “auf den Briefromanzug aufgesprungen” oder “Emmi und Leo light”. Ich habe sogar überlegt, ob ich es gar nicht erst lesen soll.

Aber dann, Sonntag morgens nach dem Frühstück stand ich in der Küche, drückte mich davor, den Tisch abzuräumen und dachte, ich könnte ja mal die erste Seite lesen. Naja, ok. Die zweite auch noch. So stand ich also mitten in der Küche, kicherte und seufzte vor mich hin und merkte gar nicht, wie kalt meine Füße inzwischen waren. Um es kurz zu machen: ich habe die kompletten 320 Seiten an diesem Sonntag verschlungen und im 5 Minutentakt “Hach!” und “Soooo schön!” geseufzt.

Sind die Briefe von Sara und Berti anfangs noch eher zurückhaltend und vorsichtig, macht der Austausch von Alltäglichkeiten bald schon einer tieferen Unterhaltung Platz und die beiden können es nicht mehr abwarten Post vom andern zu erhalten. Daher steigen sie schon bald auf die schnellere Korrespondenz per E-Mail um und letztlich beschließen sie sich zu treffen. Was dabei geschieht möchte ich ungern vorweg nehmen, weil es die Spannung, die sich im Laufe des Romans dadurch aufbaut, dass man eben nicht alles gleich weiß, kaputt machen würde.

“Herz an Herz” ist ein Wohlfühlroman, der berührt. Er zeigt, dass jeder Mensch sein Päckchen zu tragen hat und dass man sich manchmal trauen muss zuzulassen, dass jemand einem beim tragen hilft.

Ja, es ist ein Briefroman. Ja, Sara und Berti erinnern sehr an Emmi und Leo. Aber ist das so schlimm? Man kann das Rad nicht neu erfinden und vielleicht muss man das auch gar nicht so unbedingt. Ich vergebe von Herzen gern 5 Sterne!

Leseprobe

Krug & Schadenberg – Die Großen unter den Kleinen

Vor 18 Jahren, 9 Monaten und 6 Tagen, am 01. Mai 1993, verwirklichten die Lektorin Andrea Krug und die Grafikerin Dagmar Schadenberg ihren Traum und gründeten in Berlin einen Verlag für lesbische Literatur.

krugschadenberg

Ihr Ziel, der Literatur für lesbische und frauenliebende Frauen mehr Raum zu verschaffen, verfolgen sie seither erfolgreich und haben sich so zum größten Verlag dieses Genres entwickelt. Rund 80 Romane und Sachbücher sind zur Zeit lieferbar, darunter der Klassiker “Die Muschelöffnerin” von Sarah Waters, den ich gerade letzte Woche verschlungen habe, oder der erfolgreich verfilmte Roman “Die verborgene Welt” von Shamim Sarif.

Fast 40 namhafte deutsche und internationale Autorinnen werden von den Berlinerinnen verlegt und das was sie tun, tun sie mit Leidenschaft und aus Überzeugung.

Seit dem Tod der Verlegerin Susanne Amrain haben auch die lesbischen Bücher des Daphne Verlages bei Krug & Schadenberg ein neues Zuhause gefunden und bereichern das Sortiment.

Bei L-Talk habe ich ein wunderbares Interview mit Andrea Krug gefunden, in der ich genau die Frau erkenne, die ich seit gut einem Jahr kenne. Leidenschaftlich, warmherzig, engagiert und einfach eine richtig klasse Frau ohne jedwede Höhenflüge oder Allüren.

krug_schadenberg_3Auf die Frage, was sie sich für ihre Arbeit als Verlegerin in den nächsten Jahren wünscht, antwortete sie:

“Leserinnen. Leserinnen. Leserinnen. Zufriedene, die uns loben und damit beflügeln. Weniger zufriedene mögen uns bitte mit ihrer Kritik herausfordern und zu neuen Taten anregen.

Dass unsere Autorinnen uns gewogen bleiben und ihre Kreativität sie zu Höhenflügen treibt. Dass neue Autorinnen zu uns kommen. Dass wir neue vielversprechende Manuskripte von deutschen Literatinnen zu lesen bekommen, dass Frauen mit Ideen für neue Projekte auf uns zukommen, dass wir literarische Funde in anderen Ländern und Kulturen machen. Dass uns kritische und dennoch wohlgesinnte Rezensentinnen ihre Aufmerksamkeit schenken und engagierte BuchhändlerInnen und BibliothekarInnen sich für unser Programm einsetzen. Dass wir den Strukturwandel, dem die Buchbranche unterliegt, dem Wegbrechen kleiner, engagierter Buchhandlungen, durch erfolgreiche Aktivitäten in der realen wie virtuellen Welt ausgleichen können. Dass uns Sympathisantinnen und Leserinnen dabei unterstützen. Das wäre klasse.”

Und genau das wünschen wir ihr und ihrer Kollegin Dagmar Schadenberg auch von Herzen: Leserinnen. Leserinnen. Leserinnen. Denn was wäre die Buchbranche ohne solche Menschen, die engagiert und mit einem riesigen Haufen Idealismus und Liebe ihren Überzeugungen folgen? :)  

Website des Verlags

Unsere Rezensionen zu einigen Büchern des Verlages

Interview mit Andrea Krug

Die Muschelöffnerin – Sarah Waters

Waters_Muscheloeffnerin Vielen Dank an krugschadenberg1 für dieses Rezensionsexemplar :)

Originaltitel: Tipping the Velvet

Verlag: Krug & Schadenberg

ISBN: 978-3-930041-80-0

Bekommen: 16.11.2011

Angefangen: 31.01.2012

Ausgelesen: 02.02.2012

Gelesene Seiten: 576

Bewertung: 5sterne

Klappentext:

Als junges Mädchen arbeitet Nancy als Muschel­öffnerin im elterlichen Austernrestaurant an der Küste von Kent. Zu ihren wenigen Vergnügungen zählen die Besuche in der Music Hall im nahegelegenen Canterbury. Dort sieht sie eines Tages die »Herrendarstellerin« Kitty Butler auf der Bühne – und ist hingerissen! Die Sängerin lässt sich auf Nancys verliebte Schwärmerei ein und beginnt eine Liebesbeziehung mit ihr. Nancy verlässt ihr Elternhaus und folgt Kitty nach London, erst als Garderobenmädchen, dann steht sie selbst mit Kitty zusammen als Duo in Männerkleidung auf der Bühne. Doch im Gegensatz zu Nancy, die glücklich ist, ihre große Liebe gefunden zu haben, fällt es Kitty schwer, sich zu Nancy zu bekennen …

Rezension:

England in den 1890er Jahren. Die junge Nancy arbeitet als Austernöffnerin im Restaurant ihrer Eltern. Ihr Leben ist einfach, aber glücklich. Bis sie bei einem Besuch in der Music Hall von Canterbury zum ersten Mal die Herrendarstellerin Kitty Butler sieht. Das hübsche Mädchen, das fortan Abend für Abend in der Vorstellung sitzt, bleibt auch der angebeteten Kitty nicht verborgen und zwischen den beiden jungen Frauen entwickelt sich eine Liebesbeziehung. Als Nancy mit Kitty nach London geht, wähnt sie sich am Ziel ihrer Träume. Aber Kitty hat Angst vor den gesellschaftlichen Folgen, die eine sapphistische Beziehung nach sich ziehen könnte.

Sarah Waters hat es geschafft mit “Die Muschelöffnerin” [Tipping the Velvet*] einen Roman zu veröffentlichen, der knapp 14 Jahre nach seiner Erstveröffentlichung bereits zu den absoluten Klassikern der lesbischen Literatur zählt. Und das vollkommen zu Recht.

Mit unglaublicher Authentizität und viel Feingefühl fängt sie die Situation lesbischer Frauen im viktorianischen England  ein und schenkt ihnen ein Gesicht. Die besonderen Schwierigkeiten, mit denen sie in einer Zeit zu kämpfen haben in der Frauen generell schon einen schweren Stand hatten und Sexualität als primitiv und zu kontrollieren galt, spiegeln perfekt die prüde Bigotterie des ausklingenden 19. Jahrhunderts wieder. Arbeiteraufstände, erste Gewerkschaften und Suffragettenbewegung haben ebenso ihren Platz wie Varietès, Theater und die High Society, für die es keine Grenzen und Regeln zu geben scheint.

Nancy ist eine so überzeugende Protagonistin, dass man sich ihr binnen kürzester Zeit verbunden fühlt wie einer Freundin und auch die Nebencharaktere sind so vielschichtig, dass man zu keinem Zeitpunkt Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Story hat. Der mitreißende Schreibstil in Verbindung mit absolut stimmigen Schauplätzen und einem hervorragend ausgearbeiteten Plot machen aus Nancys Geschichte einen faszinierenden, außergewöhnlichen Roman mit einer unvergleichlich dichten Atmosphäre. Einmal angefangen, ist man gleich gefangen in dieser Welt der Reifröcke, Korsetts und steifen Kragen und kann sich herrlich fallen lassen, mitleiden und mitfiebern.

Ein bisschen erinnert mich die Geschichte an Floortje Zwigtmans Trilogie “Adrian Mayfield”, die ich über alles liebe, was “Die Muschelöffnerin” für mich auch ein bisschen zu einem “Nachhause kommen” macht. Ich jedenfalls bin sehr dankbar, dass der wunderbare Verlag Krug & Schadenberg aus Berlin diesen Klassiker neu verlegt hat und ich so die Chance hatte den besten lesbischen Roman für mich zu entdecken, den ich je gelesen habe.

[*viktorianischer Euphemismus für Cunnilingus, wörtlich übersetzt etwa: “den Samt berühren”]

Zitate:

“Wenn ich sie sehe”, sage ich, “ist es wie – ich weiß nicht wie. Es ist so, als hätte ich vorher überhaupt noch nie etwas gesehen. Es ist, als ob ich mich fülle wie ein Glas, das man mit Wein füllt. […] Sie macht, dass ich zugleich lächeln und weinen möchte. Sie tut mir weh – hier.” Ich lege eine Hand auf meine Rippen. “Ich habe noch nie ein Mädchen wie sie gesehen. Ich wusste gar nicht, dass es Mädchen wie sie gibt…” (Seite 27)

Ich erhaschte einen Blick auf Leitern und Gasschläuche und Jungen in Schürzen und Kappen, die Körbe herumschoben und Scheinwerfer in Position brachten. Damals hatte ich das Gefühl – und es ist in den darauffolgenden Jahren immer wiedergekehrt, wenn ich hinter eine Bühne ging –, dass ich in das Räderwerk einer riesigen Uhr eintrat, durch das elegante Uhrgehäuse hinein in die staubige, geschmierte rastlose Maschinerie, die dahinter lag, dem gewöhnlichen Auge verborgen. (Seite 37)

Es war Kitty, die ich als Erste und am leidenschaftlichsten geküsst hatte; und es war, als hätte ich seitdem immer und immer die Form, die Farbe, den Geschmack ihrer Küsse auf meinen Lippen gehabt. (Seite 513)

Wie die meisten Schwüre von Liebenden war wahrscheinlich auch dieser ziemlich kurios, aber immerhin waren wir ja auch zwei Mädchen mit kuriosen Vorgeschichten – Mädchen mit Vergangenheiten wie Kisten mit schlecht schließenden Deckeln. Wir mussten sie mitschleppen, diese Kisten, aber sehr vorsichtig. (Seite 514)

Ich konnte sie nicht ansehen, ohne sie berühren zu wollen. Ich konnte den Glanz auf ihren Lippen nicht sehen, ohne den Wunsch zu verspüren, zu ihr zu gehen und meinen Mund darauf zu drücken. Ich konnte ihre Hand nicht sehen, wenn sie müßig auf dem Tisch lag oder einen Federhalter hielt oder eine Tasse trug oder sonst irgendwas ganz Alltägliches tat, ohne mich danach zu sehnen, sie in meine Hand zu nehmen und die Fingerknöchel zu küssen oder meine Zunge auf die Handfläche zu drücken oder sie in meinen Schritt zu pressen. Ich konnte in einem Raum voller Menschen neben ihr stehen und spüren, wie mir die Härchen auf den Armen zu Berge standen und ich sah, dass auch sie eine Gänsehaut bekam und ihre Wangen heiß wurden, und ich wusste, dass sie genau so sehnlich nach mir verlangte wie ich nach ihr. (Seite 518)

Es war einfach so, dass wir so lange ohne Küsse gelebt hatten, dass wir, als wir einmal mit dem Küssen anfingen, nicht mehr damit aufhören konnten. Wir staunten selbst über unsere Dreistigkeit. (Seite 518)

 

Sarah Waters

sarah waters Sarah Waters geboren 1966 in Wales, studierte an der Lancaster University und promovierte in Englischer Literatur. Ihre Dissertation mit dem Titel Wolfskins And Togas: Lesbian And Gay Historical Fiction – 1870 to the Present diente ihr als Inspiration und Fundus für künftige Bücher. Als Teil ihrer Arbeit las sie unter anderem pornografische Texte aus dem 19. Jahrhundert und fand auf diese Weise den Titel ihres ersten Romans,Tipping the Velvet, der 1998 von Virago Press veröffentlicht wurde (2002 unter dem Titel Die Muschelöffnerin im Daphne Verlag). Nach diesem Debüt folgten vier weitere umfangreiche Romane. Insgesamt drei Romane, darunter Tipping the Velvet, wurden mit großem Erfolg verfilmt. Sarah Waters gilt als eine der renommiertesten britischen GegenwartsautorInnen und wurde bereits mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.

http://www.sarahwaters.com/

Evermore/Für immer und ewig – Alyson Noël

evermore_fuer_immer_und_ewig Vielen Dank an pageturner für dieses Rezensionsexemplar :)

Originaltitel: Everlasting

Verlag: Page & Turner

ISBN: 978-3442203802

Bekommen: 22.11.2011

Angefangen: Januar 2011

Ausgelesen: Januar 2011

Gelesene Seiten: 416

Bewertung: 5sterne

Klappentext:

Wird die Liebe endlich siegen?
Mit allen haben es Ever und Damen bisher aufgenommen, um ihre Liebe zu verteidigen. Jetzt müssen sie nur noch den Fluch von sich abwenden, der sie davon abhält, für immer zusammen sein zu können. Sie scheinen der Lösung so nah, doch plötzlich geschehen merkwürdige Dinge. Kann es sein, dass sich das Sommerland, ihr geliebter Zufluchtsort, verdunkelt? Es kommt Ever so vor, als würden Düsternis und Traurigkeit die schönen Seiten ihres Paradieses überdecken, und zwar seitdem sie zum ersten Mal dort war. Und was bedeutet das mysteriöse Lied der alten Frau, die Ever bei ihrem letzten Besuch dort gesehen hat? Ever und Damen machen sich daran, das Geheimnis zu lüften und so auch den Fluch zu bannen. Wird es für sie endlich ein »Für immer und ewig« geben?

Rezension:

“Für immer und ewig” scheint für Ever und Damen endlich in greifbare Nähe zu rücken. Das Heilmittel – und dann sind alle Probleme beseitigt. Kann es wirklich so einfach sein? Als das Sommerland immer weiter in Dunkelheit und Traurigkeit zu versinken scheint, kommen Ever Zweifel an ihrem Weg. Suchen sie vielleicht an der falschen Stelle nach der ersehnten Erlösung? Ever erkennt, dass sie neue Wege beschreiten muss um wirkliche Heilung zu erfahren.

Im Finale dieser absolut außergewöhnlichen Reihe fährt Alyson Noël noch einmal alles auf, was sie an schriftstellerischem Können und universellem Wissen zu bieten hat. Spannend, mit vielen unerwarteten Wendungen und Weisheiten, legt sie ein perfektes Finale vor. Ein Finale das, das wurde mir klar, nachdem ich es gelesen hatte, anders nicht hätte sein dürfen. So, und nur so, konnte die Geschichte von Ever und Damen ihren Abschluss finden. Nichts anderes wäre glaubwürdig gewesen. Kein anderer Schluss hätte Evers Entwicklung entsprochen.

Und eben diese geistige, seelische, wesentliche Entwicklung ist es auch, die diese Buchreihe so außergewöhnlich macht. Die Fantasyelemente stehen nur scheinbar im Vordergrund der Geschichte. Eigentlich erzählt die Autorin die Geschichte eines menschlichen Entwicklung vom Zustand absoluter Unwissenheit bis zum Moment der tiefen Erkenntnis des höheren Selbst und der Erkenntnis, dass wir einer Illusion erliegen, wenn wir uns als getrennt von allem anderen wahrnehmen.

Ein ergreifender Weg, verpackt in eine spannende Story, die vermutlich jeden auf eine ganz eigene Art anspricht. Der eine wird sie eher ins Genre Urban-Fantasy einsortieren, der andere unter Lovestory verbuchen. Für mich gehört sie fast schon eher zum Genre Lebenshilfe und Selbstfindung, denn ich habe in kaum einem anderen belletristischen Werk bisher so viel universelle Weisheit gefunden. Und wie im Zitat von Seite 181 [“Du kennst doch das Sprichwort: ‘Wenn der Schüler bereit ist, kommt der Lehrer’?” […] “Genauso ist es mit Wissen. Die Wahrheit kommt ans Licht, wenn du bereit bist, sie zu empfangen, wenn du sie brauchst, um voranzuschreiten, den nächsten Schritt auf deiner Reise zu tun und deiner Bestimmung entgegenzugehen. […]” ] hatte auch ich das Gefühl, dass ich beim Lesen jedes einzelnen Bandes immer zur rechten Zeit die richtige Erinnerung an etwas erfahren habe, das mir in diesem Moment auf meinem eigenen Weg hilfreich war.

Für mich ist Evermore eine der ungewöhnlichsten und großartigsten Jugendbuchreihen, die ich je gelesen habe und ich bin sehr dankbar, dass ich sie für mich entdeckt habe und wie bei wenigen anderen Büchern hatte ich hier das Gefühl, dass nicht nur ich das Buch, sondern auch das Buch mich zum richtigen Zeitpunkt gefunden hat.

Lasst euch verzaubern – begleitet Ever und Damen ein Stück und findet heraus, was euch die Geschichte zu geben hat.

Zitate:

Die Wahrheit unseres Daseins wird so deutlich dargelegt, dass mir unbegreiflich ist, warum ich sie nicht schon längst erkannt habe. Sämtliche Lebewesen, Pflanzen, Tiere und Menschen, die den Planeten bevölkern, hängen zusammen. Wir sind alle eins. Und auch wenn wir einmal existieren und dann wieder nicht – unsere Seelen unsere Energie, unser Wesen vergehen niemals. Wir sind unendliche Wesen – jeder einzelne von uns. Die Erkenntnis kommt mir wie ein Blitz, der über mir aufleuchtet, und ich weiß instinktiv, dass es das ist. Das ist es, was ich lernen muss. Das ist es, was ich niemals vergessen darf, ganz egal, was von nun an auch mit mir passiert. (Seite 176)

Wenn wir uns gegenseitig verletzen, verletzen wir uns auch selbst. (Seite 179)

“Das ist die Bürde des Menschen. Auch wenn die Schuld zum Teil beim Fluss liegt”, sagt sie und zeigt rasch auf das fließende Wasser vor uns, “beruht es doch zum größten Teil auf der Neigung des Menschen, in den Lärm einzutauchen, der überall im ihn herum tost, statt auf die herrliche Stille tief in seinem Inneren zu lauschen.” Ich blicke auf den Fluss hinaus und drehe und wende die Worte in Gedanken hin und her, bis ich begreife, dass sie alles widerspiegeln, was ich soeben gelernt habe. Wir verbringen unser Leben damit, uns in die falschen Dinge zu verbeißen – lassen uns von unserem Verstand und unserem Ego in die Irre führen und betrachten uns als getrennt von anderen, anstatt auf die Wahrheit zu hören, die in unseren eigenen Herzen liegt, die Wahrheit, dass wir alle verbunden sind, dass wir alle in einem Boot sitzen. (Seite 180)

“Du kennst doch das Sprichwort: ‘Wenn der Schüler bereit ist, kommt der Lehrer’?” […] “Genauso ist es mit Wissen. Die Wahrheit kommt ans Licht, wenn du bereit bist, sie zu empfangen, wenn du sie brauchst, um voranzuschreiten, den nächsten Schritt auf deiner Reise zu tun und deiner Bestimmung entgegenzugehen. […]” (Seite 181)

Ich kenne die gewaltige Macht der Angst, nachdem ich schon einmal von ihr beherrscht worden bin. Es ist das Gegenteil von Glauben. Das Gegenteil davon, an ein höheres Selbst zu glauben. Angst lässt einen zittern und schwitzen und macht einen so unsicher, dass man selbst das infrage stellt, von dem man weiß, dass es wahr ist. Angst veranlasst einen dazu, sich von dem abzuwenden, was am wichtigsten ist. Angst führt zu überstürzten Entscheidungen, falschen Schritten und später zur erbarmungslosen Last der Reue. (Seite 191)

Vergebung ist heilsam – alles ist Energie – Gedanken erschaffen – wir sind alle verbunden – was du bekämpfst, bleibt bestehen – wahre Liebe stirbt nie . die Unsterblichkeit der Seele ist die einzig wahre Unsterblichkeit. (Seite 267)

Auf einmal weiß ich, was es bedeutet, wenn es heißt, dass im Universum Überfülle herrscht und es alles für uns bereithält, was wir brauchen, und die einzigen Mankos die seien, die in unserem Kopf herrschen. (Seite 278)

Und falls es stimmt, dass alles Energie ist, falls es stimmt, dass wir alle verbunden sind, dann gibt es wirklich nichts, was uns von der Natur trennt – wir sind alle ein Teil des Ganzen. (Seite 347)

Du weißt, wie das Universum funktioniert. Du weißt, dass alles Energie ist, dass Gedanken Dinge erschaffen und dass wir hier auf der Erdebene unsere eigene Magie wirken können, indem wir unsere Absichten positiv und klar halten. Also geht es jetzt nur darum, all unser Wissen in die Praxis umzusetzen. Es geht nur darum, an all das zu glauben, was du mir beigebracht hast. Es geht darum, dem Universum genug zu vertrauen und dir selbst genug zu vertrauen und zu glauben. (Seite 361)

Leseprobe

Rezension zu Evermore/Der Stern der Nacht (Band 5) mit Autoreninfos und Links

[Challenge] Gesammelte Schätze – Januar 2012

Die Muschelöffnerin – Sarah Waters

“Wenn ich sie sehe”, sage ich, “ist es wie – ich weiß nicht wie. Es ist so, als hätte ich vorher überhaupt noch nie etwas gesehen. Es ist, als ob ich mich fülle wie ein Glas, das man mit Wein füllt. […] Sie macht, dass ich zugleich lächeln und weinen möchte. Sie tut mir weh – hier.” Ich lege eine Hand auf meine Rippen. “Ich habe noch nie ein Mädchen wie sie gesehen. Ich wusste gar nicht, dass es Mädchen wie sie gibt…” (Seite 27)

Ich erhaschte einen Blick auf Leitern und Gasschläuche und Jungen in Schürzen und Kappen, die Körbe herumschoben und Scheinwerfer in Position brachten. Damals hatte ich das Gefühl – und es ist in den darauffolgenden Jahren immer wiedergekehrt, wenn ich hinter eine Bühne ging –, dass ich in das Räderwerk einer riesigen Uhr eintrat, durch das elegante Uhrgehäuse hinein in die staubige, geschmierte rastlose Maschinerie, die dahinter lag, dem gewöhnlichen Auge verborgen. (Seite 37)

Es war Kitty, die ich als Erste und am leidenschaftlichsten geküsst hatte; und es war, als hätte ich seitdem immer und immer die Form, die Farbe, den Geschmack ihrer Küsse auf meinen Lippen gehabt. (Seite 513)

Wie die meisten Schwüre von Liebenden war wahrscheinlich auch dieser ziemlich kurios, aber immerhin waren wir ja auch zwei Mädchen mit kuriosen Vorgeschichten – Mädchen mit Vergangenheiten wie Kisten mit schlecht schließenden Deckeln. Wir mussten sie mitschleppen, diese Kisten, aber sehr vorsichtig. (Seite 514)

Ich konnte sie nicht ansehen, ohne sie berühren zu wollen. Ich konnte den Glanz auf ihren Lippen nicht sehen, ohne den Wunsch zu verspüren, zu ihr zu gehen und meinen Mund darauf zu drücken. Ich konnte ihre Hand nicht sehen, wenn sie müßig auf dem Tisch lag oder einen Federhalter hielt oder eine Tasse trug oder sonst irgendwas ganz Alltägliches tat, ohne mich danach zu sehnen, sie in meine Hand zu nehmen und die Fingerknöchel zu küssen oder meine Zunge auf die Handfläche zu drücken oder sie in meinen Schritt zu pressen. Ich konnte in einem Raum voller Menschen neben ihr stehen und spüren, wie mir die Härchen auf den Armen zu Berge standen und ich sah, dass auch sie eine Gänsehaut bekam und ihre Wangen heiß wurden, und ich wusste, dass sie genau so sehnlich nach mir verlangte wie ich nach ihr. (Seite 518)

Es war einfach so, dass wir so lange ohne Küsse gelebt hatten, dass wir, als wir einmal mit dem Küssen anfingen, nicht mehr damit aufhören konnten. Wir staunten selbst über unsere Dreistigkeit. (Seite 518)

 

Evermore/Für immer und ewig – Alyson Noël

Die Wahrheit unseres Daseins wird so deutlich dargelegt, dass mir unbegreiflich ist, warum ich sie nicht schon längst erkannt habe. Sämtliche Lebewesen, Pflanzen, Tiere und Menschen, die den Planeten bevölkern, hängen zusammen. Wir sind alle eins. Und auch wenn wir einmal existieren und dann wieder nicht – unsere Seelen unsere Energie, unser Wesen vergehen niemals. Wir sind unendliche Wesen – jeder einzelne von uns. Die Erkenntnis kommt mir wie ein Blitz, der über mir aufleuchtet, und ich weiß instinktiv, dass es das ist. Das ist es, was ich lernen muss. Das ist es, was ich niemals vergessen darf, ganz egal, was von nun an auch mit mir passiert. (Seite 176)

Wenn wir uns gegenseitig verletzen, verletzen wir uns auch selbst. (Seite 179)

“Das ist die Bürde des Menschen. Auch wenn die Schuld zum Teil beim Fluss liegt”, sagt sie und zeigt rasch auf das fließende Wasser vor uns, “beruht es doch zum größten Teil auf der Neigung des Menschen, in den Lärm einzutauchen, der überall im ihn herum tost, statt auf die herrliche Stille tief in seinem Inneren zu lauschen.” Ich blicke auf den Fluss hinaus und drehe und wende die Worte in Gedanken hin und her, bis ich begreife, dass sie alles widerspiegeln, was ich soeben gelernt habe. Wir verbringen unser Leben damit, uns in die falschen Dinge zu verbeißen – lassen uns von unserem Verstand und unserem Ego in die Irre führen und betrachten uns als getrennt von anderen, anstatt auf die Wahrheit zu hören, die in unseren eigenen Herzen liegt, die Wahrheit, dass wir alle verbunden sind, dass wir alle in einem Boot sitzen. (Seite 180)

“Du kennst doch das Sprichwort: ‘Wenn der Schüler bereit ist, kommt der Lehrer’?” […] “Genauso ist es mit Wissen. Die Wahrheit kommt ans Licht, wenn du bereit bist, sie zu empfangen, wenn du sie brauchst, um voranzuschreiten, den nächsten Schritt auf deiner Reise zu tun und deiner Bestimmung entgegenzugehen. […]” (Seite 181)

Ich kenne die gewaltige Macht der Angst, nachdem ich schon einmal von ihr beherrscht worden bin. Es ist das Gegenteil von Glauben. Das Gegenteil davon, an ein höheres Selbst zu glauben. Angst lässt einen zittern und schwitzen und macht einen so unsicher, dass man selbst das infrage stellt, von dem man weiß, dass es wahr ist. Angst veranlasst einen dazu, sich von dem abzuwenden, was am wichtigsten ist. Angst führt zu überstürzten Entscheidungen, falschen Schritten und später zur erbarmungslosen Last der Reue. (Seite 191)

Vergebung ist heilsam – alles ist Energie – Gedanken erschaffen – wir sind alle verbunden – was du bekämpfst, bleibt bestehen – wahre Liebe stirbt nie . die Unsterblichkeit der Seele ist die einzig wahre Unsterblichkeit. (Seite 267)

Auf einmal weiß ich, was es bedeutet, wenn es heißt, dass im Universum Überfülle herrscht und es alles für uns bereithält, was wir brauchen, und die einzigen Mankos die seien, die in unserem Kopf herrschen. (Seite 278)

Und falls es stimmt, dass alles Energie ist, falls es stimmt, dass wir alle verbunden sind, dann gibt es wirklich nichts, was uns von der Natur trennt – wir sind alle ein Teil des Ganzen. (Seite 347)

Du weißt, wie das Universum funktioniert. Du weißt, dass alles Energie ist, dass Gedanken Dinge erschaffen und dass wir hier auf der Erdebene unsere eigene Magie wirken können, indem wir unsere Absichten positiv und klar halten. Also geht es jetzt nur darum, all unser Wissen in die Praxis umzusetzen. Es geht nur darum, an all das zu glauben, was du mir beigebracht hast. Es geht darum, dem Universum genug zu vertrauen und dir selbst genug zu vertrauen und zu glauben. (Seite 361)

 

Saeculum – Ursula Poznanski

Aber wenn man zwischen Leben und Tod wählen kann, sollte man sich im Zweifelsfall für das Leben entscheiden. Finde ich. Ende der Ansprache, guten Appetit.(Seite 491)

 

Wachstumsschmerz – Sarah Kuttner

Vielleicht hinterfragt man Möbel nur dann, wenn sie kaputt oder unerträglich hässlich sind. Solange sie aber funktionieren, werden sie als unumstößlicher Teil einer Wohnung akzeptiert. Sie sind einfach da, sind leise und nerven nicht. Herrje, jetzt tu es mir um die olle Schabracke fast selbst ein bisschen leid. Man kann ja eigentlich nie genug Dinge haben, die leise sind und nicht nerven. (Seite 74)

Jedes Mal, wenn ich Dinge berühre, die dir gehören, hoffe ich, mit den Fingern eine Stelle zu treffen, die du auch berührt hast. Als könnten deine Fingerabdrücke eine Art Wurmloch sein, das mich, wenn ich es nur an der richten Stelle treffe, direkt zu dir katapultiert. (Seite 76)

Und auf der anderen Seite bin ich so schlecht im Loslassen. Ich kann auf Vergangenes nie zufrieden oder gar glücklich zurücksehen, ich empfinde immer Schmerzen dabei. Immer das qualvolle Gefühl von Verlust. Das Bewusstsein, dass manche Dinge, so wertlos oder unaufgeregt sie teilweise auch gewesen sein mögen, abgeschlossen und unwiderruflich vergangen sind, drückt mir das Herz zusammen. (Seite 99 / 100)

Unglaublich eigentlich, dass sich jedes Treffen mit meinem Vater anfühlt wie ein unfreiwilliges Blind Date. Jedes Mal vermittelt er mir den Eindruck, dass er in Gedanken woanders ist und es auch körperlich gerne wäre. (Seite 147)

Ich hasse dieses Ziehen. Meine Haut brennt, und in mir fühlt es sich an, als wenn winzige, nicht besonders starke Zwerge kleine Seile an meine Eingeweide gebunden hätten und sie in alle vier Himmelsrichtungen ziehen, um mich nach klassischer Foltermethode zu vierteilen.

Der Sommervergeht und hinterlässt mir nur Mist. Als wenn er die guten Sachen heimlich in sein Handgepäck geschummelt hätte und damit auf dem Weg Richtung Süden wäre. Ich werde irgendwie weniger. Weniger nett, weniger geduldig, weniger glücklich, weniger alles. (Seite 158)

Da mir manchmal meine eigene Nervigkeit schon beim Ausüben auf die Nüsse geht, stolpere ich in solchen Momenten oft in einen ungesunden Teufelskreis, der zur Folge hat, dass ich wie aufgezogen nicht aufhören kann, nervig zu sein, und zusätzlich vollkommen willkürlich pissig werde. In alle Richtungen. (Seite 166)

Ich kann nicht atmen! Als wärest du meine Lunge und jemand hätte meinen Organspenderausweis gefunden und sie mir einfach entnommen, ohne nachzusehen ob ich überhaupt noch lebe, und ich lebe doch aber noch und ich brauche meine Lunge, und jetzt ist sie weg und bist du weg, und ich kann nicht mehr atmen. Dauernd liege ich irgendwo rum und krümme mich wie ein angefahrenes Tier und brauch so dringend Luft, aber alles, was reingelangt, sind Schmerzen, und wenn ich sie, wenn sie schon so tun, als wären sie Luft, auch wieder ausatmen will, bleiben sie einfach drin und werden immer mehr. (Seite 173)

Meridian/Flüsternde Seelen – Amber Kizer

meridianFluesterndeSeelen_290x370px.png.29305842 Vielen Dank an pan für dieses Rezensionsexemplar :)

Originaltitel: Wildcat Fireflies

Verlag: Pan

ISBN: 978-3-426-28365-3

Bekommen: November 2011

Angefangen: Dezember 2011

Ausgelesen: Dezember 2011

Gelesene Seiten: 432

Bewertung: 4sterne

Klappentext:

Das Mädchen Meridian schwebt in größter Gefahr: Als Fenestra ist es ihre Aufgabe, den Seelen der Verstorbenen den Weg in dem Himmel zu weisen – doch sie hat dunkle Gegenspieler, die dies verhindern wollen. Auf der Flucht vor den Aternocti gelangt Meridian in eine friedlich wirkende Kleinstadt, in der sie die Gegenwart einer anderen Fenestra spürt. Kann sie diese finden, bevor die Aternocti es tun?

Rezension:

Auf der Flucht vor den Aternocti, den dunklen Gegenspielern der Fenestrae, machen Tens und Meridian in einer idyllischen Kleinstadt halt, in der Meridian die Anwesenheit einer anderen Fenestra spürt. Sie will sie unbedingt finden, ihr helfen, aber das ist gar nicht so einfach, denn die Aternocti setzen alles daran, das zu verhindern.

Band 1 Meridian – Dunkle Umarmung hat mir im Sommer 2010 eine lange Bahnfahrt von Köln nach Berlin zu einem kurzweiligen, fesselnden Erlebnis gemacht und so war ich mehr als gespannt wie die Geschichte des Mädchens, das Sterbenden das Fenster zum Himmel ist, weitergeht. Was soll ich sagen? Ich wurde in keiner Weise enttäuscht.

Hatte ich beim Auftakt dieser Trilogie zumindest im ersten Viertel noch das Gefühl, dass die Autorin in die Geschichte finden, sich selbst mit ihren Charakteren vertraut machen muss, hat sie den “Flow” der anschließenden Seiten nahtlos in diesen zweiten Band mitnehmen können. Auch die nötigen Rückblicke in die Handlung des ersten Buches hat sie geschickt so eingeflochten, dass sie die nötigen Informationen liefern, ohne langatmig und lästig zu sein.

Auch die Entwicklung, die die beiden Protagonisten Meridian und Tens durchlaufen haben, konnte mich durchaus überzeugen. Die Eifersüchteleien zwischen den beiden und Tens selbstauferlegte Keuschheit waren mir allerdings zwischendurch ein bisschen zu dick aufgetragen und einige der Nebencharaktere hätte ich gern ein bisschen besser kennengelernt.

Neu war in diesem Teil der Perspektivenwechsel. War Band 1 noch vollständig aus Meridians Sicht geschrieben, wechselt hier die Sicht zwischen Meridian und Juliet, über die ich an dieser Stelle aber nicht mehr verraten möchte. Ein Stilmittel, das dem Roman in Sachen Spannung richtig gut getan und den Wunsch, immer weiter zu lesen, hervorragend forciert hat. 

Ich jedenfalls freue mich schon auf den abschließenden Teil und bin gespannt, wohin Meridians Reise mich dann führt. 

Leseprobe 

 

Amber Kizer

amberkizerAmber Kizer liebt saure Süßigkeiten, laute Popmusik und den Geruch von Lilien. Außerdem backt sie für ihr Leben gerne und lebt auf Whidbey Island, einer Insel, die leider nicht in der Südsee liegt, sondern vor der Küste des US-Bundesstaats Washington.

www.AmberKizer.com

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The Sign/Nur zu deiner Sicherheit – Julia Karr

The Sign Vielen Dank an cbt-verlag für dieses Rezensionsexemplar :)

Originaltitel: XVI

Verlag: cbt

ISBN: 978-3570307724

Bekommen: Dezember 2011

Angefangen: Dezember 2011

Ausgelesen: Dezember 2011

Gelesene Seiten: 480

Bewertung: 4sterne

Klappentext:

Nichts fürchtet die in einer nahen Zukunft lebende Nina so sehr wie ihren sechzehnten Geburtstag. Obwohl die meisten Mädchen dieses Datum kaum erwarten können: Sie bekommen ein Tattoo und dürfen nun legal Sex haben. Doch Nina ahnt, dass mehr hinter diesem Tattoo steckt. Als kurz darauf ihre Mutter bei einem brutalen Anschlag ums Leben kommt, erfährt Nina: Ihre Mutter gehörte zum Widerstand – und ihr totgeglaubter Vater ist am Leben, irgendwo im Untergrund. Sie setzt alles daran, ihn zu finden – und gleichzeitig sich und ihre Halbschwester vor dem Zugriff des Regimes zu schützen. Da verliebt sie sich in Sal, einen Widerstandskämpfer. Doch kann sie ihm trauen?

Rezension:

Chicago im Jahr 2150: Die Regierung ist zu einer Art “Big Brother” geworden und überwacht alles und jeden, Kinder werden mit einem GPS-Chip versehen und Jugendliche mit sechzehn zwangstätowiert. Dieses Tattoo gibt ihnen das Recht legal Sex zu haben. Die Realität sieht, besonders für die Mädchen, aber anders aus. Durch das Tattoo werden sie zu Freiwild und ungeahndete Vergewaltigungen sind an der Tagesordnung. Grund genug für Nina, sich vor ihrem sechzehnten Geburtstag zu fürchten. Immerhin hat sie eine Mutter, die hinter ihr steht und der sie vertrauen kann. Als diese jedoch bei einem Überfall ums Leben kommt und Nina erfährt, dass ihr totgeglaubter Vater lebt und zu den führenden Köpfen des Widerstands gehört, verändert sich alles.

Mit dem Auftakt ihrer als Trilogie geplanten Reihe hat Julia Karr mich gleich für sich und ihr Buch gewinnen können. Ein Überwachungsstaat à la George Orwell, der auf den ersten Blick nur das Wohl der Bürger im Sinn hat, wenn man ein bisschen genauer hinsieht aber schlicht und ergreifend eine schlecht getarnte patriarchalische Diktatur ist, die ihre Bürger unterdrückt, in Klassen einteilt  und junge Mädchen durch gezielte Propaganda quasi als Gebrauchsobjekte heranzüchtet.

Die Autorin zeichnet das Bild ihrer dystopischen Welt absolut überzeugend und schafft so den perfekten Rahmen für die Geschichte. Ihr angenehmer, flüssiger Schreibstil und die Fähigkeit, die richtigen Gefühle zur richtigen Zeit zu vermitteln, machen das Lesen zu einem fesselnden Erlebnis. Die Protagonisten sind glaubhaft und eingängig beschrieben und besonders die toughe Wei konnte mich gleich für sich gewinnen. Nina ist eine starke Hauptfigur, die mir zwar gelegentlich ein wenig zu sprunghaft in ihren Entscheidungen ist, aber vielleicht muss man das einer knapp Sechzehnjährigen auch einfach zugestehen.

Besonders gefallen hat mir, dass die Liebesgeschichte zwischen Sal und Nina zwar eine Rolle spielt, aber nicht ihre allumfassenden Schatten über die gesamte Story wirft und so der eigentlichen Handlung den Rang abläuft.

Ich bin jedenfalls schon sehr gespannt auf die Fortsetzung und freue mich darauf, mehr von dieser talentierten Autorin zu lesen.

 

Julia Karr

julia karr

Julia Karr wurde am 10.12 in Seymour in Indiana geboren. Schon ihr ganzes Leben lang beschäftigt sie das Schreiben. Sie schrieb früher gerne Briefe. Später dann auch Gedichte. Auch das Zeichnen konnte sie zu ihren Hobbies zählen. Ihre kreative Ader hat sie so frühzeitig erkannt. Mit 16 zog Julia Karr nach Chicago. Sie verliebte sich sofort in die Großstadt, nachdem sie zuvor nur in einer kleinen Stadt gelebt hatte. Die Autorin hat mittlerweile 2 Töchter, die bereits ausgezogen sind. Früher hat Julia Karr für die Töchter Geschichten geschrieben.

http://juliakarr.com/

Saeculum – Ursula Poznanski

Saeculum-Ursula_Poznanski Vielen Dank an loewe für dieses Rezensionsexemplar :)

Verlag: Loewe

ISBN: 978-3-7855-7028-9

Bekommen: Dezember 2011

Angefangen: 18.01.2012

Ausgelesen: 20.01.2012

Gelesene Seiten: 496

Bewertung: 4sterne

Klappentext:

Fünf Tage im tiefsten Wald, die nächste Ortschaft kilometerweit entfernt, leben wie im Mittelalter – ohne Strom, ohne Handy –, normalerweise wäre das nichts für Bastian. Dass er dennoch mitmacht bei dieser Reise in die Vergangenheit, liegt einzig und allein an Sandra.
Als kurz vor der Abfahrt das Geheimnis um den Spielort gelüftet wird, fällt ein erster Schatten auf das Unternehmen: Das abgelegene Waldstück, in dem das Abenteuer stattfindet, soll verflucht sein.
Was zunächst niemand ernst nimmt, scheint sich jedoch zu bewahrheiten, denn aus dem harmlosen Live-Rollenspiel wird plötzlich ein tödlicher Wettlauf gegen die Zeit.
Liegt tatsächlich ein Fluch auf dem Wald?

Rezension:

Sandra ist wirklich ein hübsches Mädchen und sie scheint ehrliches Interesse an ihm zu haben. Nur deshalb lässt sich Bastian so schnell von ihr überreden an dieser Convention teilzunehmen, bei der alle Mitspieler fünf Tage lang im tiefsten Wald Mittelalter spielen. Eigentlich ist das alles nämlich gar nicht sein Ding. Und kaum sind sie angekommen, beginnt auch schon alles irgendwie aus dem Ruder zu laufen. Während die abergläubische Doro ständig von einem Fluch faselt, der auf dem Wald liegen soll, glauben die anderen zunächst noch an Zufälle als plötzlich Mitspieler spurlos verschwinden. Aber die Situation spitzt sich immer mehr zu und aus dem Spiel wird bitterer ernst. Ist doch etwas an Doros Geschichte mit dem Fluch dran?

Sehr geschickt hat Ursula Poznanski ihren Thriller angelegt und ihr fesselnder Schreibstil nahm mich sofort mit in den dunklen Wald ohne die Annehmlichkeiten des 21. Jahrhunderts. Die Ängste, die die Protagonisten ausstehen müssen, sind so plastisch geschildert, dass ich der Geschichte stellenweise regelrecht atemlos folgte.

Aus Spiel wird ernst – damit erfindet man sicher das Rad nicht neu, aber der Plot ist wirklich gelungen und größtenteils so gut durchdacht, dass das auch gar nicht nötig ist. Ein bisschen hat mich die Story an die Serie “Harper’s Island” erinnert, die Pro7 vor einiger Zeit ausgestrahlt hat. Aber ich kann zur Beruhigung sagen, dass es weitaus weniger blutig zugeht und die Auflösung nichts mit einem brutalen Mörder zu tun hat, der meuchelnd durch den Wald rennt. Immerhin ist Saeculum ein Jugendbuch und kein zu Papier gebrachter Splatterfilm.

Die Charaktere sind größtenteils schön ausgearbeitet und besonders Bastian ist gleich ein Sympathieträger. Die gut gewählten Schauplätze geben der Geschichte einen Rahmen, der die gruselige Stimmung perfekt unterstützt. Die Auflösung ist grundsätzlich gut angelegt, der ein oder andere glückliche Zufall weniger hätte sie aber überzeugender gemacht und dem Buch einen runderen Abschluss verschafft. Aber auch so kann ich Saeculum noch mit gutem Gewissen vier Sterne geben, denn ich wurde hervorragend und fesselnd unterhalten und würde es jedem Liebhaber spannender Jugendliteratur umstandslos empfehlen.

Zitate:

Aber wenn man zwischen Leben und Tod wählen kann, sollte man sich im Zweifelsfall für das Leben entscheiden. Finde ich. Ende der Ansprache, guten Appetit.(Seite 491)

 

Leseprobe

 

 

Ursula Poznanski

poznanskiUrsula Poznanski, geboren in Wien, studierte sich einmal quer durch das Angebot der dortigen Universität, bevor sie nach zehn Jahren die Hoffnung auf einen Abschluss begrub und sich als Medizinjournalistin dem Ernst des Lebens stellte. Nach der Geburt ihres Sohnes begann sie Kinderbücher zu schreiben. Aufgrund des Erfolges ihres ersten Jugendbuchs “Erebos”, das in mehr als 23 Sprachen übersetzt und u. a. den Deutschen Jugendliteraturpreis (Jugendjury) gewann, wagte sie den Sprung ins hauptberufliche Autorenleben. Mit ihrer Familie lebt sie im Süden von Wien.

http://www.ursula-poznanski.at

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