Archiv | Januar 2012

Meridian/Flüsternde Seelen – Amber Kizer

meridianFluesterndeSeelen_290x370px.png.29305842 Vielen Dank an pan für dieses Rezensionsexemplar :)

Originaltitel: Wildcat Fireflies

Verlag: Pan

ISBN: 978-3-426-28365-3

Bekommen: November 2011

Angefangen: Dezember 2011

Ausgelesen: Dezember 2011

Gelesene Seiten: 432

Bewertung: 4sterne

Klappentext:

Das Mädchen Meridian schwebt in größter Gefahr: Als Fenestra ist es ihre Aufgabe, den Seelen der Verstorbenen den Weg in dem Himmel zu weisen – doch sie hat dunkle Gegenspieler, die dies verhindern wollen. Auf der Flucht vor den Aternocti gelangt Meridian in eine friedlich wirkende Kleinstadt, in der sie die Gegenwart einer anderen Fenestra spürt. Kann sie diese finden, bevor die Aternocti es tun?

Rezension:

Auf der Flucht vor den Aternocti, den dunklen Gegenspielern der Fenestrae, machen Tens und Meridian in einer idyllischen Kleinstadt halt, in der Meridian die Anwesenheit einer anderen Fenestra spürt. Sie will sie unbedingt finden, ihr helfen, aber das ist gar nicht so einfach, denn die Aternocti setzen alles daran, das zu verhindern.

Band 1 Meridian – Dunkle Umarmung hat mir im Sommer 2010 eine lange Bahnfahrt von Köln nach Berlin zu einem kurzweiligen, fesselnden Erlebnis gemacht und so war ich mehr als gespannt wie die Geschichte des Mädchens, das Sterbenden das Fenster zum Himmel ist, weitergeht. Was soll ich sagen? Ich wurde in keiner Weise enttäuscht.

Hatte ich beim Auftakt dieser Trilogie zumindest im ersten Viertel noch das Gefühl, dass die Autorin in die Geschichte finden, sich selbst mit ihren Charakteren vertraut machen muss, hat sie den “Flow” der anschließenden Seiten nahtlos in diesen zweiten Band mitnehmen können. Auch die nötigen Rückblicke in die Handlung des ersten Buches hat sie geschickt so eingeflochten, dass sie die nötigen Informationen liefern, ohne langatmig und lästig zu sein.

Auch die Entwicklung, die die beiden Protagonisten Meridian und Tens durchlaufen haben, konnte mich durchaus überzeugen. Die Eifersüchteleien zwischen den beiden und Tens selbstauferlegte Keuschheit waren mir allerdings zwischendurch ein bisschen zu dick aufgetragen und einige der Nebencharaktere hätte ich gern ein bisschen besser kennengelernt.

Neu war in diesem Teil der Perspektivenwechsel. War Band 1 noch vollständig aus Meridians Sicht geschrieben, wechselt hier die Sicht zwischen Meridian und Juliet, über die ich an dieser Stelle aber nicht mehr verraten möchte. Ein Stilmittel, das dem Roman in Sachen Spannung richtig gut getan und den Wunsch, immer weiter zu lesen, hervorragend forciert hat. 

Ich jedenfalls freue mich schon auf den abschließenden Teil und bin gespannt, wohin Meridians Reise mich dann führt. 

Leseprobe 

 

Amber Kizer

amberkizerAmber Kizer liebt saure Süßigkeiten, laute Popmusik und den Geruch von Lilien. Außerdem backt sie für ihr Leben gerne und lebt auf Whidbey Island, einer Insel, die leider nicht in der Südsee liegt, sondern vor der Küste des US-Bundesstaats Washington.

www.AmberKizer.com

Interview mit Amber Kizer

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The Sign/Nur zu deiner Sicherheit – Julia Karr

The Sign Vielen Dank an cbt-verlag für dieses Rezensionsexemplar :)

Originaltitel: XVI

Verlag: cbt

ISBN: 978-3570307724

Bekommen: Dezember 2011

Angefangen: Dezember 2011

Ausgelesen: Dezember 2011

Gelesene Seiten: 480

Bewertung: 4sterne

Klappentext:

Nichts fürchtet die in einer nahen Zukunft lebende Nina so sehr wie ihren sechzehnten Geburtstag. Obwohl die meisten Mädchen dieses Datum kaum erwarten können: Sie bekommen ein Tattoo und dürfen nun legal Sex haben. Doch Nina ahnt, dass mehr hinter diesem Tattoo steckt. Als kurz darauf ihre Mutter bei einem brutalen Anschlag ums Leben kommt, erfährt Nina: Ihre Mutter gehörte zum Widerstand – und ihr totgeglaubter Vater ist am Leben, irgendwo im Untergrund. Sie setzt alles daran, ihn zu finden – und gleichzeitig sich und ihre Halbschwester vor dem Zugriff des Regimes zu schützen. Da verliebt sie sich in Sal, einen Widerstandskämpfer. Doch kann sie ihm trauen?

Rezension:

Chicago im Jahr 2150: Die Regierung ist zu einer Art “Big Brother” geworden und überwacht alles und jeden, Kinder werden mit einem GPS-Chip versehen und Jugendliche mit sechzehn zwangstätowiert. Dieses Tattoo gibt ihnen das Recht legal Sex zu haben. Die Realität sieht, besonders für die Mädchen, aber anders aus. Durch das Tattoo werden sie zu Freiwild und ungeahndete Vergewaltigungen sind an der Tagesordnung. Grund genug für Nina, sich vor ihrem sechzehnten Geburtstag zu fürchten. Immerhin hat sie eine Mutter, die hinter ihr steht und der sie vertrauen kann. Als diese jedoch bei einem Überfall ums Leben kommt und Nina erfährt, dass ihr totgeglaubter Vater lebt und zu den führenden Köpfen des Widerstands gehört, verändert sich alles.

Mit dem Auftakt ihrer als Trilogie geplanten Reihe hat Julia Karr mich gleich für sich und ihr Buch gewinnen können. Ein Überwachungsstaat à la George Orwell, der auf den ersten Blick nur das Wohl der Bürger im Sinn hat, wenn man ein bisschen genauer hinsieht aber schlicht und ergreifend eine schlecht getarnte patriarchalische Diktatur ist, die ihre Bürger unterdrückt, in Klassen einteilt  und junge Mädchen durch gezielte Propaganda quasi als Gebrauchsobjekte heranzüchtet.

Die Autorin zeichnet das Bild ihrer dystopischen Welt absolut überzeugend und schafft so den perfekten Rahmen für die Geschichte. Ihr angenehmer, flüssiger Schreibstil und die Fähigkeit, die richtigen Gefühle zur richtigen Zeit zu vermitteln, machen das Lesen zu einem fesselnden Erlebnis. Die Protagonisten sind glaubhaft und eingängig beschrieben und besonders die toughe Wei konnte mich gleich für sich gewinnen. Nina ist eine starke Hauptfigur, die mir zwar gelegentlich ein wenig zu sprunghaft in ihren Entscheidungen ist, aber vielleicht muss man das einer knapp Sechzehnjährigen auch einfach zugestehen.

Besonders gefallen hat mir, dass die Liebesgeschichte zwischen Sal und Nina zwar eine Rolle spielt, aber nicht ihre allumfassenden Schatten über die gesamte Story wirft und so der eigentlichen Handlung den Rang abläuft.

Ich bin jedenfalls schon sehr gespannt auf die Fortsetzung und freue mich darauf, mehr von dieser talentierten Autorin zu lesen.

 

Julia Karr

julia karr

Julia Karr wurde am 10.12 in Seymour in Indiana geboren. Schon ihr ganzes Leben lang beschäftigt sie das Schreiben. Sie schrieb früher gerne Briefe. Später dann auch Gedichte. Auch das Zeichnen konnte sie zu ihren Hobbies zählen. Ihre kreative Ader hat sie so frühzeitig erkannt. Mit 16 zog Julia Karr nach Chicago. Sie verliebte sich sofort in die Großstadt, nachdem sie zuvor nur in einer kleinen Stadt gelebt hatte. Die Autorin hat mittlerweile 2 Töchter, die bereits ausgezogen sind. Früher hat Julia Karr für die Töchter Geschichten geschrieben.

http://juliakarr.com/

Saeculum – Ursula Poznanski

Saeculum-Ursula_Poznanski Vielen Dank an loewe für dieses Rezensionsexemplar :)

Verlag: Loewe

ISBN: 978-3-7855-7028-9

Bekommen: Dezember 2011

Angefangen: 18.01.2012

Ausgelesen: 20.01.2012

Gelesene Seiten: 496

Bewertung: 4sterne

Klappentext:

Fünf Tage im tiefsten Wald, die nächste Ortschaft kilometerweit entfernt, leben wie im Mittelalter – ohne Strom, ohne Handy –, normalerweise wäre das nichts für Bastian. Dass er dennoch mitmacht bei dieser Reise in die Vergangenheit, liegt einzig und allein an Sandra.
Als kurz vor der Abfahrt das Geheimnis um den Spielort gelüftet wird, fällt ein erster Schatten auf das Unternehmen: Das abgelegene Waldstück, in dem das Abenteuer stattfindet, soll verflucht sein.
Was zunächst niemand ernst nimmt, scheint sich jedoch zu bewahrheiten, denn aus dem harmlosen Live-Rollenspiel wird plötzlich ein tödlicher Wettlauf gegen die Zeit.
Liegt tatsächlich ein Fluch auf dem Wald?

Rezension:

Sandra ist wirklich ein hübsches Mädchen und sie scheint ehrliches Interesse an ihm zu haben. Nur deshalb lässt sich Bastian so schnell von ihr überreden an dieser Convention teilzunehmen, bei der alle Mitspieler fünf Tage lang im tiefsten Wald Mittelalter spielen. Eigentlich ist das alles nämlich gar nicht sein Ding. Und kaum sind sie angekommen, beginnt auch schon alles irgendwie aus dem Ruder zu laufen. Während die abergläubische Doro ständig von einem Fluch faselt, der auf dem Wald liegen soll, glauben die anderen zunächst noch an Zufälle als plötzlich Mitspieler spurlos verschwinden. Aber die Situation spitzt sich immer mehr zu und aus dem Spiel wird bitterer ernst. Ist doch etwas an Doros Geschichte mit dem Fluch dran?

Sehr geschickt hat Ursula Poznanski ihren Thriller angelegt und ihr fesselnder Schreibstil nahm mich sofort mit in den dunklen Wald ohne die Annehmlichkeiten des 21. Jahrhunderts. Die Ängste, die die Protagonisten ausstehen müssen, sind so plastisch geschildert, dass ich der Geschichte stellenweise regelrecht atemlos folgte.

Aus Spiel wird ernst – damit erfindet man sicher das Rad nicht neu, aber der Plot ist wirklich gelungen und größtenteils so gut durchdacht, dass das auch gar nicht nötig ist. Ein bisschen hat mich die Story an die Serie “Harper’s Island” erinnert, die Pro7 vor einiger Zeit ausgestrahlt hat. Aber ich kann zur Beruhigung sagen, dass es weitaus weniger blutig zugeht und die Auflösung nichts mit einem brutalen Mörder zu tun hat, der meuchelnd durch den Wald rennt. Immerhin ist Saeculum ein Jugendbuch und kein zu Papier gebrachter Splatterfilm.

Die Charaktere sind größtenteils schön ausgearbeitet und besonders Bastian ist gleich ein Sympathieträger. Die gut gewählten Schauplätze geben der Geschichte einen Rahmen, der die gruselige Stimmung perfekt unterstützt. Die Auflösung ist grundsätzlich gut angelegt, der ein oder andere glückliche Zufall weniger hätte sie aber überzeugender gemacht und dem Buch einen runderen Abschluss verschafft. Aber auch so kann ich Saeculum noch mit gutem Gewissen vier Sterne geben, denn ich wurde hervorragend und fesselnd unterhalten und würde es jedem Liebhaber spannender Jugendliteratur umstandslos empfehlen.

Zitate:

Aber wenn man zwischen Leben und Tod wählen kann, sollte man sich im Zweifelsfall für das Leben entscheiden. Finde ich. Ende der Ansprache, guten Appetit.(Seite 491)

 

Leseprobe

 

 

Ursula Poznanski

poznanskiUrsula Poznanski, geboren in Wien, studierte sich einmal quer durch das Angebot der dortigen Universität, bevor sie nach zehn Jahren die Hoffnung auf einen Abschluss begrub und sich als Medizinjournalistin dem Ernst des Lebens stellte. Nach der Geburt ihres Sohnes begann sie Kinderbücher zu schreiben. Aufgrund des Erfolges ihres ersten Jugendbuchs “Erebos”, das in mehr als 23 Sprachen übersetzt und u. a. den Deutschen Jugendliteraturpreis (Jugendjury) gewann, wagte sie den Sprung ins hauptberufliche Autorenleben. Mit ihrer Familie lebt sie im Süden von Wien.

http://www.ursula-poznanski.at

http://schreibjournal.blogspot.com/

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Die Bestimmung – Veronica Roth

Veronica-Roth-Die-Bestimmung Vielen Dank an cbt-verlag für dieses Rezensionsexemplar :)

Originaltitel: Divergent

Verlag: cbt

ISBN: 978-3570161319

Bekommen: Dezember 2011

Angefangen: Dezember 2011

Ausgelesen: Dezember 2011

Gelesene Seiten: 480

Bewertung: 5sterne

Klappentext:

Altruan – die Selbstlosen. Candor – die Freimütigen. Ken – die Wissenden. Amite – die Friedfertigen. Und schließlich Ferox – die Furchtlosen …
Fünf Fraktionen, fünf völlig verschiedene Lebensformen sind es, zwischen denen Beatrice, wie alle Sechzehnjährigen ihrer Welt, wählen muss. Ihre Entscheidung wird ihr gesamtes künftiges Leben bestimmen, denn die Fraktion, der sie sich anschließt, gilt fortan als ihre Familie.
Doch der Eignungstest, der über Beatrices innere Bestimmung Auskunft geben soll, zeigt kein eindeutiges Ergebnis. Sie ist eine Unbestimmte, sie trägt mehrere widerstreitende Begabungen in sich. Damit gilt sie als Gefahr für die Gemeinschaft.
Beatrice entscheidet sich, ihre bisherige Fraktion, die Altruan, zu verlassen, und schließt sich den wagemutigen Ferox an. Dort aber gerät sie ins Zentrum eines Konflikts, der nicht nur ihr Leben, sondern auch das all derer, die sie liebt, bedroht…

Rezension:

Mit ihrem sechzehnten Geburtstag kommt für Beatrice auch der Tag der Entscheidung. Sie muss sich entscheiden, ob sie weiter bei ihren Eltern in der Fraktion der Selbstlosen bleibt, oder ihren eigenen Weg sucht und sich ins Ungewisse einer neuen Gemeinschaft stürzt. Eine Entscheidung, die ihr ganzes zukünftiges Leben beeinflussen wird. Eine Wahl, die sie nie wieder rückgängig machen kann.

Als Beatrice sich am Tag der Entscheidung den furchtlosen Ferox anschließt, ahnt sie noch nicht, dass sie sich damit mitten in eine Intrige begibt, die nicht nur ihr eigenes Leben bedroht, sondern einen Umsturz der gesamten Gesellschaft bewirken könnte.

Dystopien gibt es momentan viele auf dem Buchmarkt und ich gestehe: ich liebe es! Aber ich habe auch hohe Ansprüche an mein derzeitiges Lieblingsgenre und diesen Ansprüchen wurde “Die Bestimmung” mehr als gerecht. Veronica Roth schaffte es, mich bereits nach wenigen Seiten mit ihrem großartigen Erzählstil vollkommen zu fesseln und ich konnte das Buch kaum noch aus der Hand legen. In weniger als zwei Tagen hatte ich es regelrecht verschlungen.

Mit unendlichem Ideenreichtum entwirft sie eine zukünftige Welt, die zunächst fast unwirklich harmonisch wirkt, deren gesellschaftliche Defizite aber nach und nach immer deutlicher ans Licht drängen und an der perfekten Oberfläche kratzen. Der Plot ist gut durchdacht und lässt zu keinem Zeitpunkt Zweifel daran aufkommen, dass die Autorin genau weiß, wo sie hin will.

Die Charaktere sind großartig ausgearbeitet und die Schauplätze runden die Stimmung des Romans perfekt ab. Der zunächst unterschwellig brodelnde Konflikt in Beatrices Welt bahnt sich überzeugend realistisch an und fesselte mich bis zur Unerträglichkeit. Mehr als ein Mal verfluchte ich meine Unfähigkeit schneller lesen zu können, weil ich die Spannung einfach nicht mehr aushalten konnte.

Ich habe so schnell gelesen, dass ich noch nicht mal dazu kam, mir das ein oder andere Zitat zu markieren, was ich eigentlich sonst fast immer tue. Besonders, wenn mir ein Buch so gut gefällt wie dieses.

Veronica Roth hat absolut gekonnt einen furiosen Auftakt hingelegt, dessen Fortsetzung ich jetzt schon kaum erwarten kann.

Unbedingte Leseempfehlung!

Leseprobe

Veronica Roth

veronica roth

Veronica Roth lebt in Chicago und studierte an der dortigen Northwestern University Creative Writing. Im Alter von nur 20 Jahren arbeitete sie während ihres Studiums den Roman, der später “Die Bestimmung” wurde und mit dem sie in den USA auf Anhieb die Bestsellerlisten stürmte.

http://veronicarothbooks.blogspot.com/

http://www.thedivergenttrilogy.com/

https://www.facebook.com/pages/Veronica-Roth/108433975887375?sk=info

Lesefreunde schenken Lesefreude – Aktion zum Welttag des Buches

welttag des buches 

Die Freude und die Lust am Lesen millionenfach teilen – das ist das Ziel der „Lesefreunde“, einer Aktion, die jetzt erstmalig gemeinsam von der Stiftung Lesen, dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels und deutschen Buchverlagen initiiert wurde.

Die Idee: 33.333 Lese-Fans registrieren sich hier online bei der Aktion „Lesefreunde“ und wählen aus einer Liste von 25 Büchern einen Titel, den sie verschenken möchten. Jeder Schenker erhält dann ein Paket mit 30 Exemplaren des von ihm gewählten Titels. Die Auswahl umfasst Lese-Spaß mit seinen vielfältigen Seiten. Die Buchtitel werden kostenlos von den beteiligten Verlagen zur Verfügung gestellt.

Die Buch-Schenker können im Zeitraum von Anfang bis Mitte März wählen, in welcher nahegelegenen Buchhandlung oder Bibliothek sie ihr Paket abholen. Und dann geht es los: Geben Sie als Buch-Schenker ihre Leidenschaft fürs Lesen an Menschen weiter – gerade an die, die wenig, selten oder gar nicht lesen.

„Lesefreunde“ will Menschen bewegen, ihr Lesevergnügen zu teilen und weiter zu verbreiten. Zugleich soll mit dem Buchgeschenk eine Einladung ausgesprochen werden, das Erlebnis Lesen für sich neu oder wieder zu entdecken. „Lesen ist ein einzigartiges, inspirierendes Erlebnis. Wir wollen Menschen die Lust am Lesen vermitteln. Der Welttag des Buches ist eine ideale Gelegenheit, um den Spaß am Lesen mit anderen zu teilen. Die Aktion ‚Lesefreunde‘ ist damit Teil einer internationalen Lesebewegung, die 2012 auch in den USA und Großbritannien gefeiert wird“, erklärt Dr. Joerg Pfuhl, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Lesen.

 

Eine großartige Aktion! Was ist das Leben ohne Literatur? Was ist ein Haus ohne Bücher? Macht mit und helft anderen Menschen, den Zauber der Literatur für sich zu entdecken :)

Alles neu macht der… äh… Januar :D

Reinigung-Umzug_600Nach der langen nassen und dunklen Zeit hat mir das unerwartete Erscheinen der Sonne heute richtig Lust auf frischen Wind gemacht. Und da habe ich kurzerhand hier mal ordentlich durchgewischt, tapeziert und gestrichen und die Spinnweben aus den Ecken vertrieben.

 

Ich hoffe, es gefällt euch und ihr habt jetzt noch mehr Spaß beim Stöbern :)

 

♥-liche verfrühte Frühlingsgrüße,

Heike

Eragon–Das Erbe der Macht–Christopher Paolini

eragon-4Vielen Dank an cbj für dieses Rezensionsexemplar :)

Originaltitel: Eragon – Inheritance Cycle

Verlag: cbj

ISBN: 978-3-570-13816-8                        

Bekommen: Anfang Dezember

Angefangen: Mitte Dezember

Ausgelesen: 06.01.2012

Gelesene Seiten: 958

Bewertung:

Klappentext:

Ein schrecklicher Krieg wütet in Alagaësia. Alle Völker haben sich zusammengeschlossen und ziehen in den Kampf gegen Galbatorix, den grausamen Herrscher des Imperiums. Eragon weiß, dass er und Saphira ihm irgendwann gegenüberstehen werden. Treue Gefährten kämpfen an seiner Seite, allen voran die wunderschöne, kluge Elfe Arya. Doch der finstere König ist nahezu unbesiegbar, denn er besitzt die Macht zahlloser Drachen, deren Seelenhort, den Eldunarí, er an sich gerissen hat. Ein neuer Drache und ein neuer Drachenreiter verändern das Kräfteverhältnis. Wird Eragon Galbatorix besiegen können? Oder muss er sich geschlagen geben? Eine Prophezeiung besagt, dass Eragon Alagaësia für immer verlassen wird …

Rezension:

Die Armee der Varden und Surdaner rückt Urubaen immer näher und Eragon steht kurz vor seinem Ziel Galbatorix zu besiegen und ein neues Zeitalter der Drachenreiter einzuläuten. Doch angesichts der Macht des Königs und seines Drachen Shruikan, sowie seiner Gehilfen Murthag und Dorn, scheint das Unterfangen fast aussichtslos und ihre letzte Möglichkeit scheint, sich auf die Prophezeiung, die Eragon von einer Werkatze erhielt ernst zu nehmen und sich auf die Suche nach dem Felsen von Kuthian zu machen in dem, laut Vorhersage, Hilfe und Beistand auf Eragon warten.

Leider muss ich an dieser Stelle zuerst einmal zugeben, dass ich sehr enttäuscht von dem Finale einer meiner Lieblings-Fantasy-Buchreihen bin. Nicht nur, dass man drei Jahre auf eine Fortsetzung warten musste, nachdem der dritte Band erschienen war. Es warten außerdem auch etwa 300 Seiten Langeweile auf den Leser, bis die Geschichte anfängt spannend zu werden. Aber das ist sie dann auch. Nach ein paar unerwarteten Wendungen, kommt wieder ein frischer Wind auf und zeitweise fällt es einem schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Angehende Liebesgeschichten, eine Entführung, sowie ein unglaublicher Fund lockern den ernsten und etwas tristen Verlauf der Geschichte auf und sorgen dafür, dass der Klimax sowie die Erwartungen rapide steigen.

Angenehm überrascht war ich darüber, dass nach dem Finale der Geschichte ein unerwartet langer Teil folgte, der die Pläne für die Zukunft der Protagonisten und des Landes Alagaësia darlegt. Und trotzdem kann ich für dieses Buch leider nicht mehr als drei Sterne vergeben, da es auf mich wirkt, als hätte Paolini eigentlich nicht mehr weiter schreiben wollen. Das ist insbesondere deswegen schade, da er sich zu Anfangs so viel mühe machte und sogar eigene Sprachen für die verschiedenen Völker Alagaësias erfand. Nur wenige Stellen wirken, als wären sie mit dem Elan, der Detailverliebtheit und vor allem der Lust geschrieben worden, mit denen Christopher Paolini die ersten drei Teile verfasste.

Zitate:

Er sah mehr Sterne, als er für möglich gehalten hätte – er hatte nicht geahnt, dass es so viele gab. Rot, blau, weiß und golden standen sie am Firmament wie funkelnder Staub. Die Sternenbilder, die er kannte, waren nach wie vor gut zu erkennen, aber dazwischen leuchteten jetzt tausend schwächere Sterne, die er zum allerersten Mal sah. Und die Sterne schienen nicht nur heller; die Finsternis zwischen ihnen auch dunkler. Es war als hätte bisher immer ein Nebel über seinen Augen gelegen, der ihn daran gehindert hatte, die wahre Pracht der Sterne zu erkennen, wenn er in den Himmel blickte. (Seite 547, 548)

Der Name war prachtvoll und majestätisch, aber auch gefärbt von Traurigkeit, denn er benannte sie als das letzte Weibchen ihrer Art. Aus den Worten hörte Eragon die Liebe und Hingabe, die sie für ihn empfand, außerdem all die anderen Eigenschaften, die ihre Persönlichkeit ausmachten. Die meisten davon kannte er, einige aber auch nicht. Ihre Schwächen stachen genauso heraus wie ihre Tugenden, aber insgesamt hatte man den Eindruck von Feuer, Schönheit und Pracht. (Seite 611)

Christopher Paolini über seinen letzten Eragon-Band:

Wachstumsschmerz – Sarah Kuttner

wachstumsschmerz Vielen Dank an fischer für dieses Rezensionsexemplar :)

Verlag: Fischer

ISBN: 978-3100422064

Bekommen: Dezember 2011

Angefangen: 01.01.2012

Ausgelesen: 06.01.2012

Gelesene Seiten: 280

Gelesene Seiten insgesamt 2012: 280

Bewertung: 5sterne

Klappentext:

Wann ist denn nur alles so kompliziert geworden? Luise und Flo sind ein Paar und beschließen, endlich erwachsen zu werden. Sie suchen eine Wohnung, ziehen zusammen, schaffen sich ein gemeinsames Bett an und tanzen zu Manfred Krug durch ihre neuen Zimmer. Doch nach kurzer Zeit stehen sie im Flur nebeneinander wie zwei an der Raststätte vergessene Kinder. Luise hat das Gefühl, nur Erwachsen zu spielen. Irgendwie ist dieses Leben falsch. Als ob jemand plötzlich alles verwandelt hätte, die Regeln geändert für das Leben, ab dreißig oder so. Quarterlife crisis: Darf man die zahllosen Möglichkeiten des Lebens einfach ignorieren und wie ungebetene Gäste vor der Tür stehen lassen? Wie kann man der Liebe vertrauen, wenn man nicht mal sich selbst vertraut? Wie konnte die Zeit nur so schnell vergehen? Und was fangen wir mit den nächsten zwei Dritteln des Lebens an? So berührend wie lustig, ernsthaft und schlau erzählt Sarah Kuttner von der Sehnsucht und der Angst, ein eigenes, richtiges, erwachsenes Leben zu haben.

Rezension:

Luise, Anfang 30, hat einen Job den sie liebt und einen Mann den sie liebt. Gerade plant sie, mit eben diesem Mann, Flo, in eine gemeinsame Wohnung zu ziehen. Alles könnte so schön sein und doch ist da irgendwas, das stört. Sind das die Erwartungen, die man von den Eltern, der Gesellschaft oder sonstwem übergestülpt bekommt? Oder sind es die Erwartungen, die man selbst an sich hat? Endlose Fragen stürzen mehr oder weniger plötzlich und unerwartet auf Luise ein und noch bevor sie so wirklich kapiert hat, was eigentlich los ist, steht ihr ganzes Leben Kopf. Ist es jetzt soweit? Wir sie jetzt „erwachsen“? Kann und will Flo da mitmachen? Aus zwischen den einzelnen Kapiteln eingestreuten Memos erfährt der Leser zunächst jedenfalls nur, dass Flo nicht mehr da ist. Wo er ist, warum, wohin und wann er gegangen ist erfährt man erst im Laufe des Buches.

Ich werde 30. Noch dieses Jahr. Und ich kämpfe sehr, sehr, sehr darum, ein okayes (Danke Frau Kuttner für diese Wortschöpfung!) Gefühl dafür zu bekommen. So ein bisschen hat „Wachstumsschmerz“ mir dabei geholfen. Es hat mir gezeigt, dass die ganzen Dinge, die „man“ eben tut, nichts weiter sind, als Konstrukte, die einem helfen können – aber eben bei weitem nicht müssen – sich an seinem Leben entlangzuhangeln; einen Weg durch den Dschungel der Möglichkeiten zu finden.

Dachte ich auch anfangs noch „Was zum Geier ist eigentlich Luises Problem?!“, wurde mir nach und nach klar, dass genau DAS das Problem ist. Wachstumsschmerz eben. Ein unbestimmtes Gefühl, dass irgendetwas ganz und gar nicht rundläuft und dass nichts so ist wie es sein sollte, wobei man noch nicht mal weiß, WIE es denn sein sollte. Gekonnt verpackt Sarah Kuttner dieses ganze Dilemma in einen Roman, in dem ich mich mit Leichtigkeit wiederfinden konnte und der mir gezeigt hat, dass ich vermutlich nicht die einzige bin, die sich gelegentlich mit so wirren Gedanken trägt und dass ein bisschen Überforderung eigentlich völlig normal ist. Die anderen können’s nur vielleicht besser verstecken.

So wie schon bei Sarah Kuttners erstem Roman (Mängelexemplar) hatte ich beim Lesen oft das Gefühl, dass mir jemand auf der Couch bei einer Tasse Tee sein Leben, oder zumindest ein Stück daraus, erzählt. Von „Schreibstil“ zu sprechen ist also schon fast falsch, viel eher sollte man ihren „Erzählstil“ loben. Kein abgehobenes Geschwafel, keine Plattheiten, nichts Geschöntes, sondern nur das Leben so, wie es nun mal ist. Auch Kuttners Hang zu Wortspielereien kam wieder deutlich zum Vorschein, wenn auch nicht ganz so ausgeprägt wie in „Mängelexemplar“.

Für mich war „Wachstumsschmerz“ ein kleines Stückchen Lebenshilfe, von dem ich nicht wusste, dass ich es brauchte. Deshalb: 5 Sterne.

Zitate:

Vielleicht hinterfragt man Möbel nur dann, wenn sie kaputt oder unerträglich hässlich sind. Solange sie aber funktionieren, werden sie als unumstößlicher Teil einer Wohnung akzeptiert. Sie sind einfach da, sind leise und nerven nicht. Herrje, jetzt tu es mir um die olle Schabracke fast selbst ein bisschen leid. Man kann ja eigentlich nie genug Dinge haben, die leise sind und nicht nerven. (Seite 74)

Jedes Mal, wenn ich Dinge berühre, die dir gehören, hoffe ich, mit den Fingern eine Stelle zu treffen, die du auch berührt hast. Als könnten deine Fingerabdrücke eine Art Wurmloch sein, das mich, wenn ich es nur an der richten Stelle treffe, direkt zu dir katapultiert. (Seite 76)

Und auf der anderen Seite bin ich so schlecht im Loslassen. Ich kann auf Vergangenes nie zufrieden oder gar glücklich zurücksehen, ich empfinde immer Schmerzen dabei. Immer das qualvolle Gefühl von Verlust. Das Bewusstsein, dass manche Dinge, so wertlos oder unaufgeregt sie teilweise auch gewesen sein mögen, abgeschlossen und unwiderruflich vergangen sind, drückt mir das Herz zusammen. (Seite 99 / 100)

Unglaublich eigentlich, dass sich jedes Treffen mit meinem Vater anfühlt wie ein unfreiwilliges Blind Date. Jedes Mal vermittelt er mir den Eindruck, dass er in Gedanken woanders ist und es auch körperlich gerne wäre. (Seite 147)

Ich hasse dieses Ziehen. Meine Haut brennt, und in mir fühlt es sich an, als wenn winzige, nicht besonders starke Zwerge kleine Seile an meine Eingeweide gebunden hätten und sie in alle vier Himmelsrichtungen ziehen, um mich nach klassischer Foltermethode zu vierteilen.

Der Sommervergeht und hinterlässt mir nur Mist. Als wenn er die guten Sachen heimlich in sein Handgepäck geschummelt hätte und damit auf dem Weg Richtung Süden wäre. Ich werde irgendwie weniger. Weniger nett, weniger geduldig, weniger glücklich, weniger alles. (Seite 158)

Da mir manchmal meine eigene Nervigkeit schon beim Ausüben auf die Nüsse geht, stolpere ich in solchen Momenten oft in einen ungesunden Teufelskreis, der zur Folge hat, dass ich wie aufgezogen nicht aufhören kann, nervig zu sein, und zusätzlich vollkommen willkürlich pissig werde. In alle Richtungen. (Seite 166)

Ich kann nicht atmen! Als wärest du meine Lunge und jemand hätte meinen Organspenderausweis gefunden und sie mir einfach entnommen, ohne nachzusehen ob ich überhaupt noch lebe, und ich lebe doch aber noch und ich brauche meine Lunge, und jetzt ist sie weg und bist du weg, und ich kann nicht mehr atmen. Dauernd liege ich irgendwo rum und krümme mich wie ein angefahrenes Tier und brauch so dringend Luft, aber alles, was reingelangt, sind Schmerzen, und wenn ich sie, wenn sie schon so tun, als wären sie Luft, auch wieder ausatmen will, bleiben sie einfach drin und werden immer mehr. (Seite 173)

[Challenge] Gesammelte Schätze – Dezember

Delirium – Lauren Oliver

Alles scheint weggezoomt zu werden und sich plötzlich von mir zurückzuziehen. Die Stimmen vermischen sich und lassen sich nicht mehr voneinander unterscheiden – wie das gleichmäßige Rauschen des Meeres, das den Rhythmus von Portland untermalt, so gleichmäßig, dass man es kaum bemerkt. Alles sieht schlicht und klar aus und reglos, als wäre es genau skizziert und dann mit Tinte nachgezeichnet worden – das starre Lächeln der Eltern, die blendenden Blitzlichter der Kameras, offene Münder und leuchtend weiße Zähne, dunkles glänzendes Haar, tiefblauer Himmel und unerbittliches Licht, alle ertrinken in Licht. Alles ist so deutlich zu sehen und so perfekt, dass ich mir sicher bin, es ist bereits eine Erinnerung oder ein Traum. (Seite 95)

Ich verstand, dass die glücklichsten Momente meiner Kindheit eine Lüge waren. Sie waren falsch, gefährlich und illegal. Sie waren sonderbar. Meine Mutter war sonderbar, ein Freak, und wahrscheinlich habe ich diese Sonderbarkeit von ihr geerbt. (Seite 112)

Ich habe so viel daran gedacht, was die Grenzen aussperren, dass ich nie darauf gekommen bin, dass sie uns gleichzeitig einsperren. (Seite 218)

Sie haben gesagt, die Razzien dienten unserem eigenen Schutz. Sie haben gesagt, den Aufsehern ginge es nur um den Frieden. Sie haben gesagt, Liebe sei eine Krankheit. Sie haben gesagt, wir würden daran sterben. Zum ersten Mal war mir klar, dass auch das eine Lüge sein könnte. (Seite 265)

Was mir am Meisten auffällt, sind die Bücher: Unregelmäßige Umrisse, die im Halbdunkel wie Möbel aussehen, werden jetzt zu hohen Bücherstapeln – mehr Bücher, als ich je irgendwo gesehen habe, außer in der Bücherei. Drei Bücherregale stehen an der Wand. Sogar der Kühlschrank, dessen Tür fehlt, ist mit Büchern gefüllt. (Seite 277)

Liebe: ein einzelnes Wort, ein schmächtiges Ding, ein Wort, nicht breiter oder länger als eine Schneide. Das ist es auch: eine Schneide, eine Klinge. Es fährt durch das Zentrum deines Lebens und schneidet alles mittendurch. Vorher und nachher. Der Rest fällt auf beiden Seiten hinunter. Vorher und nachherund währenddessen, ein Moment, nicht breiter oder länger als eine Schneide. (Seite 284)

Ich habe gesagt, ohne Liebe könne es auch keinen Hass geben und ohne Hass keine Gewalt. Hass ist nicht das Gefährlichste, sagte er. Sondern Gleichgültigkeit. (Seite 339)

Man muss weitermachen: Das ist die einzige Möglichkeit. Man muss weitermachen, egal was passiert. Das ist das Gesetz der Welt. (Seite 361)

 

Hide*Out – Andreas Eschbach

Ein Mann muss klug sein, natürlich. Und wenn er lange genug lebt, wird er vielleicht irgendwann weise. Aber Klugheit, das ist etwas anderes als das, was ihr Intelligenz nennt. Klugheit sitzt im ganzen Körper. Klugheit muss auch das eigene Herz kennen, muss mit der Kraft des eigenen Körpers vertraut sein. Intelligenz dagegen sitzt nur im Kopf. Sie ist wie ein Fieber. Eine Krankheit. (Seite 233)

Anstatt einfach nur ihre Sicht der Welt erzählen zu können, kam es immer so weit, dass sie sich verteidigen musste, sich und ihr Recht, nicht so zu sein wie alle anderen. Offenbar war dieses Recht irgendwann abgeschafft worden, ohne dass sie es mitgekriegt hatte. (Seite 317)

“Okay”, sagte er. “Ich tu’s.” Weiter sagte er nichts. Vor allem sagte er nicht so etwas wie auf deine Verantwortung, wie es wohl die meisten anderen getan hätten. Und dass er das nicht tat, weckte in Christopher eine plötzliche Zuversicht, die ihm selber unerklärlich war. Sie hatte etwas mit der Einsicht zu tun, dass man in Wirklichkeit niemals etwas auf die Verantwortung von jemand anderem tun konnte. Egal was man tat, man tat es immer auf eigene Verantwortung. (Seite 398)

Es kommt nicht auf den Kuss an, sondern darauf, was er ausdrückt. Wenn er die Verbindung zwischen zwei Menschen ausdrückt, dann ist es wirklich ein Kuss. Ansonsten sind es nur Lippen, die sich berühren. (Seite 447)

 

Peace Food – Dr. Rüdiger Dahlke

Mir scheint, nach ungezählten Fleischskandalen, nach Giftorgien im Futter und im Verbraucher, nach aus der Tierzucht stammenden Vogel- und Schweinegrippeviren ist die Zeit reif für ein Umdenken und einen Neuanfang. Letzerer aber kann nur vom Einzelnen ausgehen, von ihm aber kann er sich ausbreiten wie ein Lauffeuer, von Mund zu Mund und Herz zu Herz. (Seite 11)

Es ist für die Seele wichtig, nur das zu sich zu nehmen, was wir von Anfang bis Ende problemlos und ohne Widerwillen selbst verarbeiten können. Da fallen dann für die meisten schon alle Geschöpfe weg, die ein Gesicht haben und eine Mutter, die sie geboren hat und ihr Gesicht erkennt. Für Körper und Seele einfacher wird es auch, wenn man sich auf Pflanzen beschränkt, die gewachsen sind, Wurzeln geschlagen und Blüten gebildet haben – etwas, das für Mars, Bounty und die meisten Süßigkeiten nicht gilt. Sie werden auch weder dazu beitragen, uns zu verwurzeln, noch unser wahres Wesen zur Blüten bringen. (Seite 91)

Der im Osten durchaus geläufige Gedanke, all jene Wesen, die unter uns gelitten hätten, erwarteten uns auf der anderen Seite zusammen mit denen, die wir gefördert und geliebt haben, mag erschrecken und trösten zugleich. So ernten wir spät, was wir beim Einkaufen entscheiden. (Seite 141)

[Nach einem Abschnitt über die Rinderschlachtung:] Das Ganze liest sich schon zum Wände hochgehen. Stellen Sie sich vielleicht besser nicht vor, so etwas mit ansehen zu müssen. Sie müssen nicht und Sie müssen das auch nicht weiter beim einkaufen und essen unterstützen. (Seite 150)

Insgesamt kann ich mich hier nur den Worten des Schweizer Arztes Dr. Ernst Walter Henrich anschließen: “(…) ich möchte und kann nicht wegschauen (…). Ich verabscheue das verbrecherische Treiben, das dazu führt, dass täglich etwa 40.000 Kinder an den Folgen von Hunger und Unterernährung sterben, weil man mit der pflanzlichen Nahrung lieber die gequälten Tiere füttert, um Fleisch, Milch und Eier zu gewinnen. Mit diesen tierischen Produkten (fr)essen sich die Wohlstandsbürger ihre Wohlstandskrankheiten an, die dann als Gipfel der moralischen Verwahrlosung in der Gesundheitsindustrie zu fast immer nutzlosen Tierversuchen führen.” (Seite 154)

Wir leben in einer absurden Zeit, in der es als normal gilt, Tiere wie Dinge zu behandeln, in der entsetzlichste und unmenschlichste Tierquälerei hingenommen wird, allenfalls als nicht zu ahndendes Kavaliersdelikt. Wo Konzerne, die Millionen Wesen industriell quälen lassen, von Politiker und Gesetzen geschützt und mit großzügigen Subventionen aus Steuergeldern bedacht werden. Wohingegen Tierschützer, Vegetarier und Veganer als unnormal gelten, als Verrückte und jedenfalls nicht ernstzunehmende Außenseiter oder Sektierer. Bestenfalls werden sie belächelt. Aber unsere Haltung und unser Engagement erlauben es uns, hinsichtlich dieses Themas in den Spiegel zu schauen. Und die Zeiten werden sich ändern. Als Atomkraftgegner der ersten Stunde erinnere ich mich daran, wie wenige und wie isoliert wir vor 30 Jahren waren – inzwischen sind wir die Mehrheit und staunen, wer sich so alles zu uns gesellt. (Seite 179)

 

Dark Love – Lia Habel

Ich fragte mich, ob man wohl erst eine Lizenz zum Verrücktwerden beantragen musste, ob es da vielleicht ein Seminar gab oder ob man eines Tages einfach loslegen konnte. (Seit 98)

Der Mann leckte sich über die spröden Lippen. “Dann bin ich…also wirklich tot. Wie…die anderen.” Ich nickte. Dieser Moment war entscheidend. Die Welt um uns schien still zu stehen, das Salz vor der offenen Tür glühte gleißend rot im Licht des Sonnenuntergangs. Henry senkte den Blick und suchte nach seiner Seele. (Seite 128)