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Riesensammelminirezensionen :)

Das Jahr ist irgendwie hektisch und das Privatleben fordert uns zeitlich gerade sehr. Kurz gesagt: Man kommt zu nix! ;)

Da ich aber die aufgelaufenen, noch fehlenden Rezensionen nicht einfach so “vergessen” möchte, gibt es für die jetzt diesen Sammelbeitrag, denn ich möchte doch wenigstens mitteilen, wie sie mir gefallen haben.

Ich hoffe, ihr verzeiht mir das und ich hoffe auch, dass es ein Einzelfall bleibt :)

damian Damian /Die Wiederkehr des gefallenen Engels – Rainer Wekwerth

Verlag: Arena

ISBN: 978-3401065915

Bekommen: Dezember 2011

Gelesene Seiten: 400

Bewertung4sterne

Klappentext:

Eine düstere Prophezeiung und ein altes Geheimnis. Der Kampf dunkler Mächte um unsere Welt. Und eine Liebe, größer als der Tod. Damian ist auf die Erde zurückgekehrt. Aus Liebe zu Lara, die er beschützen möchte, hat er sich dem Himmel widersetzt. Lara erkennt ihn jedoch nicht. Während er gegen den Verfall kämpft, den er auf der Erde erleiden muss, versucht sie, ihren Exfreund Ben zurückzugewinnen. Doch über allem schwebt eine finstere Prophezeiung, die Lara erfüllen muss, denn sie ist mehr als ein Mensch. Damian und Lara stellen sich der dämonischen Gefahr, aber sie ahnt nicht, welchen Preis Damian für seine Liebe bezahlt hat.

Fazit:

Gute Urban Fantasy. Genauso spannend und romatisch wie Band 1. Zum mitfiebern und mitschmachten an einem verregneten Samstag genau das richtige :)

 

City of fallen angels City of fallen Angels – Cassandra Clare

Verlag: Arena

ISBN: 978-3401065595

Bekommen: Januar 2012

Gelesene Seiten: 573

Bewertung: 5sterne

Klappentext:

Simon Lewis muss sich noch daran gewöhnen, ein Vampir zu sein. Besonders seit seine beste Freundin Clary kaum noch Zeit für ihn hat. Sie ist zu beschäftigt mit ihrer Ausbildung zur Schattenjägerin und träumt von ihrer großen Liebe. Doch finstere Dinge geschehen. Ist der Krieg, den Simon gewonnen glaubte, noch nicht vorbei?
In dem nervenzerreißenden vierten Band der Chroniken der Unterwelt nimmt uns Cassandra Clare wieder mit in die Welt der Schattenjäger, die im Herzen von New York mit Liebe, Verrat und Rache kämpfen.

Fazit:

Ich war zunächst skeptisch, was diesen 4. Band der Chroniken der Unterwelt anging. Ich fand die Story war nach Band 3 abgeschlossen und ich konnte mir nicht recht vorstellen, was jetzt noch kommen sollte. Aber ich hatte mich gewaltig geirrt. City of fallen Angels ist mindestens genauso spannend wie seine Vorgänger und hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Klasse!

 

starters Starters – Lissa Price

Verlag: IVI

ISBN: 978-3492702638

Bekommen: März 2012

Gelesene Seiten: 400

Bewertung: 5sterne

Klappentext:

Die Body Bank, ein mysteriöses wissenschaftliches Institut, bietet Callie eine einzigartige Möglichkeit, an Geld zu kommen: Sie lässt ihr Bewusstsein ausschalten, während eine reiche Mieterin die Kontrolle über ihren Körper übernimmt. Aber Callie erwacht früher als geplant, in einem fremden Leben. Sie bewohnt plötzlich eine teure Villa, verfügt über Luxus im Überfluss und verliebt sich in den jungen Blake. Doch bald findet sie heraus, dass ihr Körper nur zu einem Zweck gemietet wurde – um einen furchtbaren Plan zu verwirklichen, den Callie um jeden Preis verhindern muss …

Fazit:

Wunderbare Dystopie mit großem Gänsehautfaktor. Ich konnte es gar nicht mehr aus der Hand legen und bin restlos begeistert. Band 2 wird sehnlichst erwartet :)

 

 040198519-unter-dem-vampirmond-band-4-schicksalverlangenUnter dem Vampirmond/Verlangen & Schicksal – Amanda Hocking 

Verlag: cbt

ISBN: 978-3570161395 / 978-3570161401

Bekommen: April 2012

Gelesene Seiten: 352

Bewertung: 4sterne

Klappentext Verlangen (Band 3):

Alice’ Leben als frischgebackener Vampir ist alles andere als einfach. Die Bluts-Bande zwischen Alice und Peter sind zwar gelöst und eigentlich steht einem glücklichen Leben mit Jack nichts entgegen. Doch dann gibt es schlechte Nachrichten: Offensichtlich ist Peter in einer Art Selbstmord-Mission unterwegs und hat sich ein paar hochgefährliche Vampire zu Feinden gemacht. Kurzentschlossen packt Alice ihre Sachen und begleitet Ezra auf seiner Mission, Peter zurückzuholen, bevor es zu spät ist …

Klappentext Schicksal (Band 4):

Zu ihrem achtzehnten Geburtstag reist Alice nach Australien, um Mae zu besuchen. Doch als ein brutaler Mord geschieht, kehrt sie in die Staaten zurück. Vor Ort versucht Alice, die Hintergründe der grausamen Tat aufzudecken. Prompt kriselt es deswegen zwischen ihr und Jack. Zu allem Überfluss ist Maes Vampirkind kaum zu kontrollieren und droht, ungewollte Aufmerksamkeit auf alle zu ziehen, die Alice am Herzen liegen. In einer immer gefährlicheren Welt muss Alice lernen, sich selbst zu verteidigen – und sie muss lernen, mit Entscheidungen zu leben, die für die Ewigkeit gelten …

Fazit:

Für Band 3 und 4 gilt, was auch für die ersten beiden Bücher der Reihe galt: Tolle und mitreißend geschriebene Mystery-Lovestory, mit der richtigen Mischung Spannung und Schmacht. Ich hätte gerne noch weitergelesen und bin wirklich traurig, dass es keine Fortsetzung gibt.

Die Insel der besonderen Kinder – Ransom Riggs

DieInselderbesonderenKinder_290x370px.png.29305824 Vielen Dank an pan für dieses Rezensionsexemplar :)

Originaltitel: Miss Peregrine’s Home for Peculiar Children

Verlag: Pan

ISBN: 978-3-426-28368-4

Bekommen: 28.01.2012

Angefangen: 12.02.2012

Ausgelesen: 14.02.2012

Gelesene Seiten: 416

Bewertung: 5sterne

Klappentext:

Die Insel. Die Kinder. Das Grauen. Bist Du bereit für dieses Abenteuer?
Manche Großväter lesen ihren Enkeln Märchen vor – doch was Jacob von seinem hörte, war etwas ganz, ganz anderes: Abraham erzählte ihm von einer Insel, auf der merkwürdige Kinder mit besonderen Fähigkeiten leben – und von den Monstern, die auf der Suche nach ihnen sind. Inzwischen ist Jacob ein Teenager und glaubt nicht mehr an die wunderbaren Schauergeschichten. Bis zu jenem Tag, an dem sein Großvater unter mysteriösen Umständen stirbt …

Rezension:

Als Jacobs Großvater, der ihm sein Leben lang Schauergeschichten über Monster und besondere Kinder erzählt hat, eines Nachts unter mysteriösen Umständen ums Leben kommt, kann Jacob sich mit dem angeblichen “Unfall” nicht abfinden und macht sich auf den Weg, den Geschichten seines Großvaters auf den Grund zu gehen. Ist das, was der alte Mann ihm erzählt hat und was der Junge mit zunehmendem Alter einfach nur noch für Märchen gehalten hat, vielleicht doch wahr? Gibt es die Insel mit den besonderen Kindern wirklich und ist das, was seinen Großvater tötete am Ende auch hinter ihm her?

Dieses Buch ist in vielerlei Hinsicht besonders. Zunächst stechen natürlich die vielen großartig gruseligen Fotos ins Auge. Übrigens keine Produkte moderner Computertechnik, sondern alte Originalaufnahmen verschiedener Sammler, die sie für Ransom Riggs Buch zur Verfügung gestellt haben. Allein die Tatsache, dass diese (teilweise) Fotomontagen vollkommen ohne moderne Digitaltechnik entstanden sind und trotzdem so überzeugend wirken, dass man durchaus verstehen kann, dass die Menschen sich damals davon in die Irre führen ließen, ist beeindruckend. Ich habe sie mir während des Lesens immer und immer wieder angesehen und mich gegruselt. Die Idee, um solche alten Fotos eine Geschichte zu spinnen, die eben diesen Gruselfaktor aufgreift und die Stimmung der Bilder dabei auch noch so perfekt einfängt, ist einfach genial.

Die Charaktere, die der Autor dabei ersonnen hat, passen perfekt in die Stimmung und sind hervorragend ausgearbeitet und der Plot ist bis zum Schluss absolut schlüssig. Gleich zu Beginn spürt man, wie sich die Nackenhärchen leicht aufzustellen beginnen und dieses leicht kribbelige, unheilvolle Gefühl im Genick lässt bis zur letzten Seite nicht nach. “Die Insel der besonderen Kinder” nimmt einen mit in die Welt und die Zeit dieser Fotos. In die grünlich graue, abergläubisch mysteriöse Welt der schwebenden, unsichtbaren, hellsichtigen Kinder, der starken Männer und Frauen mit Bart und lässt einen zurück mit einem ungreifbaren Gefühl von ungläubigem Schaudern.

Eine tolle Idee perfekt umgesetzt und absolut lesenswert!

Zitate:

Ich dachte daran, dass meine [Ur-]Großeltern verhungert waren. Wie ihre abgemagerten Körper dem Verbrennungsofen zu Fraß vorgeworfen wurden, weil Menschen, die sie nicht einmal kannten, sie hassten. Ich dachte an die Kinder, die in diesem Haus gelebt hatten, die verbrannt und in Stücke gerissen worden waren, weil ein Pilot keine Skrupel hatte, auf einen Knopf zu drücken. (Seite 128)

Sie wollte mich schon wieder zwicken, aber ich hielt ihre Hand fest. Was Mädchen betrifft, bin ich zwar kein Experte, aber wenn ein Mädchen viermal versucht, die zu kneifen, dann bin ich ziemlich sicher, dass es mir dir flirtet. (Seite 223)

Ich lief nicht weit, spazierte nur gemächlich um den Garten herum und betrachtete den Himmel, der jetzt klar war und an dem Millionen Sterne funkelten. […] Wie viele dieser uralten Lichtpunkte waren wohl der letzte Nachhall längst vergangener Sonnen? Wie viele waren bereits geboren, aber ihr licht war nicht nicht bei uns eingetroffen? Wenn alle Sonnen außer unserer heute Nacht erloschen, wie viele Menschenalter würde es dauern, bis wir merkten, dass wie allein waren?(Seite 399)

Leseprobe

 

Ransom Riggs

ransom riggs Ransom Riggs wuchs in einem kleinen Fischerdorf im südlichen Florida auf, einer Region, in der sich viele Amerikaner zur Ruhe setzen. Um nicht vor Langeweile zu sterben, begann er, in Musikbands zu spielen und mit seinen Freunden Filme zu drehen. Später studierte er in Ohio und Los Angeles Literatur und Filmproduktion. Ransom Riggs dreht heute Werbefilme für Firmen wie Absolut Vodka und Nissan und arbeitet als Drehbuchautor, Journalist und Fotograf.

www.ransomriggs.com

 

 

 

 

[Quellen: Autoreninformationen, Trailer, Leseprobe, Fotos, Buchcover und Klappentext mit freundlicher Genehmigung von Droemer-Knaur.]

[Challenge] Gesammelte Schätze – Februar

Ransom Riggs – Die Insel der besonderen Kinder

Ich dachte daran, dass meine (Ur-)Großeltern verhungert waren, Wie ihre abgemagerten Körper dem Verbrennungsofen zum Fraß vorgeworfen wurden, weil Menschen, die sie nicht einmal kannten, sie hassten. Ich dachte an die Kinder, die in diesem Haus gelebt hatten, die verbrannt und in Stücke gerissen worden waren, weil ein Pilot keine Skrupel hatte, auf einen Knopf zu drücken. Ich dachte daran, wie meinem Großvater die Familie genommen wurde, und dass mein Dad deshalb mit dem Gefühl aufwuchs, keinen Vater zu haben. (Seite 128)

Sie wollte mich schon wieder zwicken, aber ich hielt ihre Hand fest. Was Mädchen betrifft, bin ich zwar kein Experte, aber wenn ein Mädchen viermal versucht, dich zu kneifen, dann bin ich ziemlich sicher, dass es mit dir flirtet. (Seite 223)

Sterne waren ebenfalls Zeitreisende. Wie viele dieser uralten Lichtpunkte waren wohl der letzte Nachhall längst vergangener Sonnen? Wie viele waren bereits geboren, aber ihr Licht war noch nicht bei uns eingetroffen? Wenn alle Sonnen außer unserer heute Nacht erloschen, wie viele Menschenalter würde es dauern, bis wir merkten, dass wir allein waren? (Seite 399)

 

Rainer Wekwerth – Damian/Die Wiederkehr des gefallenen Engels

Auch wenn es banal klingt, das Leben geht weiter. Im wahrsten Sinn des Wortes. Menschen werden geboren, in diesem Augenblick. Andere sterben, in diesem Augenblick. Für manche ist heute der schönste Tag im Leben, für andere der traurigste, aber die Erkenntnis aus alldem ist, das Leben hält nicht an. Nicht einen Atemzug. Solange man atmet, will es gelebt werden, auch wenn das nicht stets die reine Freude ist. (Seite 20)

Naja, es ist eigentlich keine Stadt, vielmehr eine ganze Welt. Berlin schläft nicht. Niemals, Menschen machen es lebendig. Dort gibt es Restaurants, Cafés, Bars und Diskotheken in einer kaum vorstellbaren Anzahl und für alle Bedürfnisse. Nachts leuchten die Lichter der Stadt, lassen sie wie ein Ozean voller Sterne wirken. Und am Tag ist da dieser unglaubliche Himmel. Ein Himmel, wie man ihn sonst nirgends findet. (Seite 91)

“Menschen sind wie Regentropfen”, sagte Sam und blickte mit leeren Augen durch den Raum. […]”Sieh mal, ich stelle mir das Leben wie den Kreislauf des Wassers vor. Wasser verdunstet, steigt zum Himmel auf, wird zu Regen, der zu Boden fällt und sich dort wieder mit dem Wasser verbindet, um zu verdunsten…” […] “… unsere Existenz ist die Zeit eines Regentropfens, der zu Boden fällt, danach werden wir wieder eins mit dem Ganzen.” (Seite 159)

Was bedeutete ein Leben ohne Liebe? Nichts. Liebe war der göttliche Funke, den der Schöpfer den Menschen geschenkt hatte. Liebe machte sie größer, als sie waren, gab ihnen die Kraft, sich über sich selbst zu erheben. (Seite 237)

Er trat zu ihr und umarmte sie. Es war alles, was er für sie tun konnte. “Alles wird gut”, sagte er. Und sie wusste, dass er log. (Seite 249)

Das wahre Berlin entdeckt man, wenn man offen für die Stadt und ihre Strömung ist. (Seite 314)

Es gibt keine Zukunft, nur ein Jetzt, das vergeht und zu einem neuen Jetzt wird. Immer und immer wieder, bis in alle Ewigkeit. (Seite 326)

[Blogtour] Mechthild Gläser – Von der Idee zum Buch II

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Von der Idee zum Buch II – Der Weg zur Veröffentlichung

Ein Gastbeitrag der Autorin Mechthild Gläser

Meine gesamte Kindheit hindurch habe ich gerne gelesen. Der Gedanke, dass sich zwischen Papier und Buchdeckeln eine ganze Welt verbergen konnte, faszinierte mich daran ganz besonders. Ich war vierzehn Jahre alt, als ich schließlich erkannte, dass Bücher keine Wunderwerke sind, die einfach vom Himmel fallen, sondern von echten Menschen geschrieben werden. Das klingt seltsam, aber mir war das zuvor keineswegs klar. Damals besuchte ich die Theater-AG meiner Schule und erfuhr, dass unsere Lehrerin die Stücke, die wir aufführten, selbst schrieb. Ich weiß noch, dass wir gerade auf dem Rückweg von einer Aufführung in Bayern waren, als ich beschloss, es auch einmal zu versuchen. In den folgenden Monaten entstand ein Theaterstück, welches besagter Lehrerin so gut gefiel, dass wir es gemeinsam auf die Bühne brachten. Dieser erste Erfolg gab mir den Mut, mich auch einmal an einem längeren Text zu versuchen. Als nächstes schrieb ich ein Märchen voller Glitzer und Einhörner, das ich mit extra breiten Seitenrändern und Riesenschriftgröße auf 150 Seiten streckte und Buch nannte. Später dann, ich war inzwischen sechzehn Jahre alt, erkannte ich, dass diese Bezeichnung ein wenig übertrieben für mein Frühwerk war, und startete einen neuen Versuch. Dieses Mal wurde es tatsächlich ein Roman, den ich an mehrere Agenturen schickte. Eine von ihnen, die Agentur Schlück, fand Gefallen an der Geschichte und bot mir kurz vor meinem siebzehnten Geburtstag einen Vertrag an. Ich schwebte natürlich im siebten Himmel und war voller Hoffnung, mein erstes Buch bald im Buchladen zu sehen. Ganz so schnell ging es dann allerdings nicht, denn leider fand sich kein Verlag, der meinen Roman veröffentlichen wollte. In den darauffolgenden drei Jahren schrieb ich zwar immer mal wieder einen kürzeren Text, verschob das Projekt „Buchautorin werden“ allerdings auf später, weil mich Dinge wie den Führerschein und das Abitur zu machen, mein Studium zu beginnen etc. davon abhielten.

Erst mit 21 Jahren dann wurde mir klar, dass erstens Schreiben das war, was ich machen wollte, und zweitens mein Leben wohl nie weniger stressig werden würde. Also ging ich erneut ans Werk, schrieb anderthalb weitere Romane, die meine Agentin leider wiederum nirgendwo unterbringen konnte. Ende 2009 war ich deshalb einigermaßen frustriert, wollte aber auf keinen Fall aufgeben. Zu diesem Zeitpunkt kam mir die Idee zu „Stadt aus Trug und Schatten“ und ich beschloss, noch einmal all mein Herzblut in dieses Projekt zu legen. Etwa ein gutes halbes Jahr schrieb ich an der Geschichte. Im Herbst 2010 stellte meine Agentin das Werk dann auf der Frankfurter Buchmesse verschiedenen Verlagen vor. Eine ganze Reihe von ihnen bekundete Interesse an der Idee und forderte das Gesamtmanuskript an, darunter auch der Loewe Verlag, der sich schließlich dazu entschied, meine Trilogie herauszubringen.

Insgesamt sind zwischen meinen ersten Schreibversuchen und der Zusage für die Veröffentlichung etwa zehn Jahre vergangen: Ich war vierzehn, als ich mein Theaterstück verfasste, und 24, als ich meinen ersten Verlagsvertrag in Händen hielt.

 

Gewinnspiel:

Während der gesamten Blogtour habt ihr die Möglichkeit, eins von zehn Exemplaren der “Stadt aus Trug und Schatten” zu gewinnen. Einige Bücher sind übrigens auch signiert. Ihr könnt eure Gewinnchance erhöhen, indem ihr einfach jeden Tag ein Los sammelt. Dazu stelle ich heute folgende Frage:

In welchem Alter hat Mechthild Gläser mit dem Schreiben angefangen?

Pro Frage habt ihr 48 Stunden Zeit, Einsendeschluss ist am 12.03. um 23:59 Uhr.

Postet eure Antwort bitte als Kommentar unter diesem Beitrag UND (ganz wichtig!!!) schickt sie zusätzlich auch noch per Mail an gottagivethembooks(at)gottagivethemhopePUNKTde. In die Mail bitte unbedingt die vollständige Adresse mit reinpacken, damit wir euren Gewinn dann auch zuschicken können. Es können nur Mails mit der richtigen Antwort UND der Adresse berücksichtigt werden. Die Gewinner werden am Ende der Blogtour bekannt gegeben.

Viel Glück :)

Stadt aus Trug und Schatten – Mechthild Gläser

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Vielen Dank an loewe  für dieses Rezensionsexemplar :)

Verlag: Loewe

ISBN: 978-3-7855-7402-7 

Bekommen: 19.02.2011

Angefangen: 05.03.2012

Ausgelesen: 10.03.2012

Gelesene Seiten: 416

Bewertung: 4sterne

Klappentext:

Flora fällt aus allen Wolken, als sie erfährt, dass ihre Seele seit jeher ein nächtliches Doppelleben in der geheimnisvollen Stadt Eisenheim führt. Von nun an wird sie nie wieder schlafen, ohne dass ihr Bewusstsein in die farblose Welt der Schatten wandert. Als wäre das nicht unerfreulich genug, hat ihre Seele offenbar den Weißen Löwen gestohlen, einen mächtigen alchemistischen Stein, nach dem sich nicht nur die Herrscher der Schattenwelt verzehren. Bald ist Flora selbst in der realen Welt vor den Gefahren Eisenheims nicht mehr sicher und eines ist klar: Sie kann niemandem trauen, nicht einmal Marian, der plötzlich in beiden Welten auftaucht und dessen Küsse vertrauter schmecken, als ihr lieb ist.

Rezension:

Als Flora eines Tages nach Hause kommt und ihr Vater ihr den finnischen Austauschschüler Marian vorstellt, kann sie es kaum fassen. Ausgerechnet ihr fast schon paranoid vorsichtiger Vater, der bisher niemandem, noch nicht einmal Floras besten Freunden, den Zutritt zu ihrer Wohnung gestattet hat, schleppt einen Austauschschüler an? Da stimmt doch was nicht. Aber wie viel da ganz und gar nicht stimmt und wie unglaublich die Dinge sind, die die 17jährige zu diesem Zeitpunkt nicht einmal ahnt, hätte sie sich in ihren kühnsten Träumen nicht ausgemalt.

Plötzlich sieht sie sich von Schatten verfolgt und seltsame Träume plagen sie. Aber ihre Träume sind keine Träume. Alles ist real. Eisenheim, die Stadt der Schatten, in der sie ein nächtliches Doppelleben führt und in dem auch Marian auftaucht. Ein zweites Leben, in dem sie auf mehr Geheimnisse stößt als ihr lieb ist und bald weiß Flora nicht mehr, wem sie noch trauen kann. Weder in der echten Welt, noch in der der Schatten.

Mechthild Gläser hat mit dem ersten Band ihrer Reihe um die Schattenstadt einen wirklich spannenden Auftakt vorgelegt. Die Idee, die hinter der Geschichte steht, dass nämlich unsere Seelen des Nächtens ihr eigenes Leben führen, hat mir richtig gut gefallen. Der Konflikt, in den Flora gestürzt wird und auch ihre Verwirrung und ihre Überforderung werden glaubhaft vermittelt. Die Entwicklung, die sie durchleben muss um trotz aller Zerrissenheit ihren Weg zu finden, ist überzeugend.

Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und auch an spannenden Verwicklungen mangelt es nicht. Zwar fand ich nicht alles, was mit der Schattenwelt zu tun hatte, vollkommen logisch, aber das mag daran liegen, dass es sich um eine Trilogie handelt und man nicht alles zwangsläufig im ersten Band aufschlüsseln muss.

Parallelen zwischen Flora und Marian und Gwendolyn und Gideon aus Kerstin Giers Edelsteintrilogie kann man nicht wirklich leugnen, aber die Eigenständigkeit der eigentlichen Story lässt darüber hinwegsehen und auch das Potential für die beiden Folgebände, das sich in diesem ersten Band schon sehr deutlich erkennen lässt, hat mich überzeugt.

Ein gelungenes Debüt, das mich mit einer großen Portion Neugier zurücklässt.

Leseprobe

 

Mechthild Gläser

mechthild gläser Mechthild Gläser wurde im Sommer 1986 in Essen geboren. Auch heute lebt und arbeitet sie im Ruhrgebiet, wo sie sich  ihrem Studium widmet und ab und an, laut eigener Aussage, unfassbar schlecht Ballett tanzt – aber nur, wenn niemand hinsieht. Sie hat früh mit dem Schreiben begonnen und ihr Laptop steht noch immer auf der rosafarbenen Schreibtischunterlage, auf der ihre ersten Geschichten entstanden. Inspiration findet sie überall, am besten jedoch bei einer Tasse Pfefferminztee. Mit dem Debüt ”Stadt aus Trug und Schatten”, welches im Januar 2012 im Loewe Verlag erschienen ist, wurde für Mechthild ein Traum wahr.

http://www.mechthild-glaeser.de/

[Blogtour] Mechthild Gläser – Stadt aus Trug und Schatten

Stadt_Blogtour

Vom 5. bis 14. März wird Mechthild Gläser eine Blogtour zu ihrem Debütroman „Stadt aus Trug und Schatten“, der im Loewe-Verlag erschienen ist, begleiten. Dabei wird sie in exklusiven Gastbeiträgen Einblicke in ihre Arbeit und ihren Alltag geben sowie Hintergrundinformationen zu ihrem Debüt verraten.

Wir freuen uns außerordentlich, dass wir dabei sein dürfen. Es wird auf jeden Fall spannend :)

Natürlich gibt es im Rahmen dessen auch eine Rezension von uns zu ihrem Buch und 10 Exemplare des Romans werden verlost. Es lohnt sich also definitiv die Tour aufmerksam zu verfolgen.

Termine und Blogs:

05.03. Paperthin.de
06.03. Libromanie.de
07.03. Serpensortia.de
08.03. Schmetterlingsliteraturreise.jimdo.com
09.03. Buecherblog.org
10.03. Buecherbummel.net
11.03. Gottagivethembooks.wordpress.com :)
12.03. Itsallaboutbooks.de
13.03. Nightingale-blog.net
14.03. Buch-leben.de

7402_7 Klappentext:
Flora fällt aus allen Wolken, als sie erfährt, dass ihre Seele seit jeher ein nächtliches Doppelleben in der geheimnisvollen Stadt Eisenheim führt. Von nun an wird sie nie wieder schlafen, ohne dass ihr Bewusstsein in die farblose Welt der Schatten wandert. Als wäre das nicht unerfreulich genug, hat ihre Seele offenbar den Weißen Löwen gestohlen, einen mächtigen alchemistischen Stein, nach dem sich nicht nur die Herrscher der Schattenwelt verzehren. Bald ist Flora selbst in der realen Welt vor den Gefahren Eisenheims nicht mehr sicher und eines ist klar: Sie kann niemandem trauen, nicht einmal Marian, der plötzlich in beiden Welten auftaucht und dessen Küsse vertrauter schmecken, als ihr lieb ist.

Die Autorin:mechthild gläser
Mechthild Gläser wurde im Sommer 1986 in Essen geboren. Auch heute lebt und arbeitet sie im Ruhrgebiet, wo sie sich  ihrem Studium widmet und ab und an, laut eigener Aussage, unfassbar schlecht Ballett tanzt – aber nur, wenn niemand hinsieht. Sie hat früh mit dem Schreiben begonnen und ihr Laptop steht noch immer auf der rosafarbenen Schreibtischunterlage, auf der ihre ersten Geschichten entstanden. Inspiration findet sie überall, am besten jedoch bei einer Tasse Pfefferminztee. Mit dem Debüt ”Stadt aus Trug und Schatten”, welches im Januar 2012 im Loewe Verlag erschienen ist, wurde für Mechthild ein Traum wahr.

http://www.mechthild-glaeser.de/

Cassia & Ky/Die Flucht – Ally Condie

Condie_Flucht_P03_RZ.indd Vielen Dank an fischer für dieses Rezensionsexemplar :)

Originaltitel: Crossed

Verlag: Fischer

ISBN:978-3-8414-2144-9

Bekommen: 18.01.2011

Angefangen: 03.02.2012

Ausgelesen: 10.02.2012

Gelesene Seiten: 464

Bewertung: 4sterne

Klappentext:

Wie durch ein Wunder gelingt Cassia die Flucht in die Äußeren Provinzen. Sie will nach Ky suchen, ihrer großen Liebe.
Dort kämpft Ky als Soldat für die Gesellschaft und ist ununterbrochen brutalen Angriffen ausgesetzt. Als Cassia endlich auf eine Spur von Ky stößt, ist er bereits entkommen und auf dem Weg in die wilden Canyons in den Grenzgebieten.
Verzweifelt macht sich Cassia auf den lebensgefährlichen Weg. Was wird sie am Ende der ihr bekannten Welt finden? Zwischen steinigen Schluchten und staubigen Pfaden sucht Cassia nicht nur nach Ky – sondern auch nach sich selbst.

Rezension:

Als Cassia die Flucht aus ihrer Welt gelingt ist sie nur von einem Gedanken getrieben: Sie muss Ky finden. Auf ihrem Weg durch die wilden Canyons findet sie bald seine Spur. Aber bei ihrer Suche findet sie auch etwas anderes. Hinweise darauf, dass die Gesellschaft nicht ganz so perfekt ist, wie sie ihren Bewohnern glauben machen will.

Den absolut grandiosen Auftakt ihrer Trilogie (Die Auswahl) setzt Ally Condie hier durchaus solide fort, wenn auch dieser zweite Band gegenüber dem ersten merklich abfällt. Zwar findet man wirklich spannende Szenen und es geschehen auch für die weitere Handlung wichtige Dinge, aber es gibt eben auch die Teile, die sich einfach nur ziehen. So war etwa die Zeit in den Canyons für meine Begriffe zu langatmig und man hatte das Gefühl, es sollten einfach nur Seiten gefüllt werden.

Allerdings hatte die Autorin auch in diesem Band wieder ein außergewöhnliches Gespür für ihre Figuren und war in der Lage, das Zwischenmenschliche überdurchschnittlich gut herauszuarbeiten und damit eine allgemeine Atmosphäre der Glaubwürdigkeit zu schaffen.

Ganz besonders gut gefallen haben mir die teilweise tiefgründigen Dialoge, die nachdenklichen Momente und die Bedeutung, die Kreativität im Allgemeinen und Literatur im Besonderen auch in diesem Buch wieder hat. Die Bedeutung, die kreatives Schaffen, Lesen, Kunst und die Fähigkeit, frei zu denken für eine Gesellschaft haben, wird ganz besonders eindrucksvoll zunächst durch die Abwesenheit und dann durch das langsame, zaghafte Entdecken der Selben verdeutlicht.

Diese eher leisen Zwischentöne sind es auch, die mich trotz aller Kritikpunkte dazu bewogen haben diesem Buch vier Sterne zu geben. Denn ein Autor, der die leisen Töne so beherrscht, dem kann man Schwächen in den lauten durchaus vergeben. Allerdings hoffe ich sehr, dass das Finale wieder in allen Bereichen überzeugen kann.

Zitate:

Wenn man jemanden liebt, wenn man von jemandem geliebt wurde, wenn man schreiben gelernt hat und einen Mund zu Sprechen hat, wie kann man dann schweigen und stillhalten? (Seite 83)

Nur die Sonne ist am Himmel zu sehen. Nichts fliegt. Hier gibt es keine Engel. (Seite 185)

Aber ich muss den Gedanken an sie unterdrücken – die Eltern, die mich aufnahmen und nichts dafür zurückerhielten außer einen neuen Verlust. Es war tapfer von ihnen, noch einmal zu lieben. Das machte mich glauben, ich könnte es auch. (Seite 193)

Schnelle Schritte. Kräftige Atemzüge. Hand in Hand mit Menschen, die ich liebe. Ich liebe. Das gefährlichste Wagnis von allen. (Seite 299)

Sogar verborgen in der Dunkelheit weiß ich, dass es da ist. Ein kleiner Teil von mir ist frei, für immer frei. (Seite 304)

Den Bergen ist alles gleichgültig. Wir leben, wir sterben, wir werden zu Stein, liegen in der Erde, treiben hinaus ins Meer oder verbrennen zu Asche und den Bergen ist das völlig egal. Wir kommen und gehen. Die Gesellschaft ist entstanden und wird irgendwann untergehen. Die Canyons werden weiterexistieren. (Seite 308)

“[…] ich würde gerne alles über die erfahren.” “Alles?”, fragte er mit ernster Stimme. “Alles, was du mir erzählen möchtest”, antworte ich. […] Er schließt die Augen. “Meine Mutter hat mit Wasser gemalt”, beginnt er, “und mein Vater mit dem Feuer gespielt.” (Seite 341)

Ihr Gesicht leuchtet blass in der Dunkelheit des verlassenen Hauses. Irgendwo über uns weint der Himmel, und ich denke an fallenden Schnee. Bilder, mit Wasser gemalt. Poesie, zwischen Küssen gehaucht, Zu schön, um von Dauer zu sein. (Seite 370)

Sie nimmt mich fest in die Arme und flüstert mir etwas ins Ohr. Worte, die nur für mich bestimmt sind – die Poesie des Ich liebe dich – , um mich in der Kälte zu wärmen. Damit verwandelt sie mich aus Asche und Nichts wieder in Fleisch und Blut. (Seite 423)

Leseprobe

[Quelle: Zitate, Buchcover, Leseprobe und Klappentext mit freundlicher Genehmigung der Fischerverlage.]

Nähere Informationen zur Autorin und zu Band 1 der Reihe.

Krug & Schadenberg – Die Großen unter den Kleinen

Vor 18 Jahren, 9 Monaten und 6 Tagen, am 01. Mai 1993, verwirklichten die Lektorin Andrea Krug und die Grafikerin Dagmar Schadenberg ihren Traum und gründeten in Berlin einen Verlag für lesbische Literatur.

krugschadenberg

Ihr Ziel, der Literatur für lesbische und frauenliebende Frauen mehr Raum zu verschaffen, verfolgen sie seither erfolgreich und haben sich so zum größten Verlag dieses Genres entwickelt. Rund 80 Romane und Sachbücher sind zur Zeit lieferbar, darunter der Klassiker “Die Muschelöffnerin” von Sarah Waters, den ich gerade letzte Woche verschlungen habe, oder der erfolgreich verfilmte Roman “Die verborgene Welt” von Shamim Sarif.

Fast 40 namhafte deutsche und internationale Autorinnen werden von den Berlinerinnen verlegt und das was sie tun, tun sie mit Leidenschaft und aus Überzeugung.

Seit dem Tod der Verlegerin Susanne Amrain haben auch die lesbischen Bücher des Daphne Verlages bei Krug & Schadenberg ein neues Zuhause gefunden und bereichern das Sortiment.

Bei L-Talk habe ich ein wunderbares Interview mit Andrea Krug gefunden, in der ich genau die Frau erkenne, die ich seit gut einem Jahr kenne. Leidenschaftlich, warmherzig, engagiert und einfach eine richtig klasse Frau ohne jedwede Höhenflüge oder Allüren.

krug_schadenberg_3Auf die Frage, was sie sich für ihre Arbeit als Verlegerin in den nächsten Jahren wünscht, antwortete sie:

“Leserinnen. Leserinnen. Leserinnen. Zufriedene, die uns loben und damit beflügeln. Weniger zufriedene mögen uns bitte mit ihrer Kritik herausfordern und zu neuen Taten anregen.

Dass unsere Autorinnen uns gewogen bleiben und ihre Kreativität sie zu Höhenflügen treibt. Dass neue Autorinnen zu uns kommen. Dass wir neue vielversprechende Manuskripte von deutschen Literatinnen zu lesen bekommen, dass Frauen mit Ideen für neue Projekte auf uns zukommen, dass wir literarische Funde in anderen Ländern und Kulturen machen. Dass uns kritische und dennoch wohlgesinnte Rezensentinnen ihre Aufmerksamkeit schenken und engagierte BuchhändlerInnen und BibliothekarInnen sich für unser Programm einsetzen. Dass wir den Strukturwandel, dem die Buchbranche unterliegt, dem Wegbrechen kleiner, engagierter Buchhandlungen, durch erfolgreiche Aktivitäten in der realen wie virtuellen Welt ausgleichen können. Dass uns Sympathisantinnen und Leserinnen dabei unterstützen. Das wäre klasse.”

Und genau das wünschen wir ihr und ihrer Kollegin Dagmar Schadenberg auch von Herzen: Leserinnen. Leserinnen. Leserinnen. Denn was wäre die Buchbranche ohne solche Menschen, die engagiert und mit einem riesigen Haufen Idealismus und Liebe ihren Überzeugungen folgen? :)  

Website des Verlags

Unsere Rezensionen zu einigen Büchern des Verlages

Interview mit Andrea Krug

Die Muschelöffnerin – Sarah Waters

Waters_Muscheloeffnerin Vielen Dank an krugschadenberg1 für dieses Rezensionsexemplar :)

Originaltitel: Tipping the Velvet

Verlag: Krug & Schadenberg

ISBN: 978-3-930041-80-0

Bekommen: 16.11.2011

Angefangen: 31.01.2012

Ausgelesen: 02.02.2012

Gelesene Seiten: 576

Bewertung: 5sterne

Klappentext:

Als junges Mädchen arbeitet Nancy als Muschel­öffnerin im elterlichen Austernrestaurant an der Küste von Kent. Zu ihren wenigen Vergnügungen zählen die Besuche in der Music Hall im nahegelegenen Canterbury. Dort sieht sie eines Tages die »Herrendarstellerin« Kitty Butler auf der Bühne – und ist hingerissen! Die Sängerin lässt sich auf Nancys verliebte Schwärmerei ein und beginnt eine Liebesbeziehung mit ihr. Nancy verlässt ihr Elternhaus und folgt Kitty nach London, erst als Garderobenmädchen, dann steht sie selbst mit Kitty zusammen als Duo in Männerkleidung auf der Bühne. Doch im Gegensatz zu Nancy, die glücklich ist, ihre große Liebe gefunden zu haben, fällt es Kitty schwer, sich zu Nancy zu bekennen …

Rezension:

England in den 1890er Jahren. Die junge Nancy arbeitet als Austernöffnerin im Restaurant ihrer Eltern. Ihr Leben ist einfach, aber glücklich. Bis sie bei einem Besuch in der Music Hall von Canterbury zum ersten Mal die Herrendarstellerin Kitty Butler sieht. Das hübsche Mädchen, das fortan Abend für Abend in der Vorstellung sitzt, bleibt auch der angebeteten Kitty nicht verborgen und zwischen den beiden jungen Frauen entwickelt sich eine Liebesbeziehung. Als Nancy mit Kitty nach London geht, wähnt sie sich am Ziel ihrer Träume. Aber Kitty hat Angst vor den gesellschaftlichen Folgen, die eine sapphistische Beziehung nach sich ziehen könnte.

Sarah Waters hat es geschafft mit “Die Muschelöffnerin” [Tipping the Velvet*] einen Roman zu veröffentlichen, der knapp 14 Jahre nach seiner Erstveröffentlichung bereits zu den absoluten Klassikern der lesbischen Literatur zählt. Und das vollkommen zu Recht.

Mit unglaublicher Authentizität und viel Feingefühl fängt sie die Situation lesbischer Frauen im viktorianischen England  ein und schenkt ihnen ein Gesicht. Die besonderen Schwierigkeiten, mit denen sie in einer Zeit zu kämpfen haben in der Frauen generell schon einen schweren Stand hatten und Sexualität als primitiv und zu kontrollieren galt, spiegeln perfekt die prüde Bigotterie des ausklingenden 19. Jahrhunderts wieder. Arbeiteraufstände, erste Gewerkschaften und Suffragettenbewegung haben ebenso ihren Platz wie Varietès, Theater und die High Society, für die es keine Grenzen und Regeln zu geben scheint.

Nancy ist eine so überzeugende Protagonistin, dass man sich ihr binnen kürzester Zeit verbunden fühlt wie einer Freundin und auch die Nebencharaktere sind so vielschichtig, dass man zu keinem Zeitpunkt Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Story hat. Der mitreißende Schreibstil in Verbindung mit absolut stimmigen Schauplätzen und einem hervorragend ausgearbeiteten Plot machen aus Nancys Geschichte einen faszinierenden, außergewöhnlichen Roman mit einer unvergleichlich dichten Atmosphäre. Einmal angefangen, ist man gleich gefangen in dieser Welt der Reifröcke, Korsetts und steifen Kragen und kann sich herrlich fallen lassen, mitleiden und mitfiebern.

Ein bisschen erinnert mich die Geschichte an Floortje Zwigtmans Trilogie “Adrian Mayfield”, die ich über alles liebe, was “Die Muschelöffnerin” für mich auch ein bisschen zu einem “Nachhause kommen” macht. Ich jedenfalls bin sehr dankbar, dass der wunderbare Verlag Krug & Schadenberg aus Berlin diesen Klassiker neu verlegt hat und ich so die Chance hatte den besten lesbischen Roman für mich zu entdecken, den ich je gelesen habe.

[*viktorianischer Euphemismus für Cunnilingus, wörtlich übersetzt etwa: “den Samt berühren”]

Zitate:

“Wenn ich sie sehe”, sage ich, “ist es wie – ich weiß nicht wie. Es ist so, als hätte ich vorher überhaupt noch nie etwas gesehen. Es ist, als ob ich mich fülle wie ein Glas, das man mit Wein füllt. […] Sie macht, dass ich zugleich lächeln und weinen möchte. Sie tut mir weh – hier.” Ich lege eine Hand auf meine Rippen. “Ich habe noch nie ein Mädchen wie sie gesehen. Ich wusste gar nicht, dass es Mädchen wie sie gibt…” (Seite 27)

Ich erhaschte einen Blick auf Leitern und Gasschläuche und Jungen in Schürzen und Kappen, die Körbe herumschoben und Scheinwerfer in Position brachten. Damals hatte ich das Gefühl – und es ist in den darauffolgenden Jahren immer wiedergekehrt, wenn ich hinter eine Bühne ging –, dass ich in das Räderwerk einer riesigen Uhr eintrat, durch das elegante Uhrgehäuse hinein in die staubige, geschmierte rastlose Maschinerie, die dahinter lag, dem gewöhnlichen Auge verborgen. (Seite 37)

Es war Kitty, die ich als Erste und am leidenschaftlichsten geküsst hatte; und es war, als hätte ich seitdem immer und immer die Form, die Farbe, den Geschmack ihrer Küsse auf meinen Lippen gehabt. (Seite 513)

Wie die meisten Schwüre von Liebenden war wahrscheinlich auch dieser ziemlich kurios, aber immerhin waren wir ja auch zwei Mädchen mit kuriosen Vorgeschichten – Mädchen mit Vergangenheiten wie Kisten mit schlecht schließenden Deckeln. Wir mussten sie mitschleppen, diese Kisten, aber sehr vorsichtig. (Seite 514)

Ich konnte sie nicht ansehen, ohne sie berühren zu wollen. Ich konnte den Glanz auf ihren Lippen nicht sehen, ohne den Wunsch zu verspüren, zu ihr zu gehen und meinen Mund darauf zu drücken. Ich konnte ihre Hand nicht sehen, wenn sie müßig auf dem Tisch lag oder einen Federhalter hielt oder eine Tasse trug oder sonst irgendwas ganz Alltägliches tat, ohne mich danach zu sehnen, sie in meine Hand zu nehmen und die Fingerknöchel zu küssen oder meine Zunge auf die Handfläche zu drücken oder sie in meinen Schritt zu pressen. Ich konnte in einem Raum voller Menschen neben ihr stehen und spüren, wie mir die Härchen auf den Armen zu Berge standen und ich sah, dass auch sie eine Gänsehaut bekam und ihre Wangen heiß wurden, und ich wusste, dass sie genau so sehnlich nach mir verlangte wie ich nach ihr. (Seite 518)

Es war einfach so, dass wir so lange ohne Küsse gelebt hatten, dass wir, als wir einmal mit dem Küssen anfingen, nicht mehr damit aufhören konnten. Wir staunten selbst über unsere Dreistigkeit. (Seite 518)

 

Sarah Waters

sarah waters Sarah Waters geboren 1966 in Wales, studierte an der Lancaster University und promovierte in Englischer Literatur. Ihre Dissertation mit dem Titel Wolfskins And Togas: Lesbian And Gay Historical Fiction – 1870 to the Present diente ihr als Inspiration und Fundus für künftige Bücher. Als Teil ihrer Arbeit las sie unter anderem pornografische Texte aus dem 19. Jahrhundert und fand auf diese Weise den Titel ihres ersten Romans,Tipping the Velvet, der 1998 von Virago Press veröffentlicht wurde (2002 unter dem Titel Die Muschelöffnerin im Daphne Verlag). Nach diesem Debüt folgten vier weitere umfangreiche Romane. Insgesamt drei Romane, darunter Tipping the Velvet, wurden mit großem Erfolg verfilmt. Sarah Waters gilt als eine der renommiertesten britischen GegenwartsautorInnen und wurde bereits mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.

http://www.sarahwaters.com/

Evermore/Für immer und ewig – Alyson Noël

evermore_fuer_immer_und_ewig Vielen Dank an pageturner für dieses Rezensionsexemplar :)

Originaltitel: Everlasting

Verlag: Page & Turner

ISBN: 978-3442203802

Bekommen: 22.11.2011

Angefangen: Januar 2011

Ausgelesen: Januar 2011

Gelesene Seiten: 416

Bewertung: 5sterne

Klappentext:

Wird die Liebe endlich siegen?
Mit allen haben es Ever und Damen bisher aufgenommen, um ihre Liebe zu verteidigen. Jetzt müssen sie nur noch den Fluch von sich abwenden, der sie davon abhält, für immer zusammen sein zu können. Sie scheinen der Lösung so nah, doch plötzlich geschehen merkwürdige Dinge. Kann es sein, dass sich das Sommerland, ihr geliebter Zufluchtsort, verdunkelt? Es kommt Ever so vor, als würden Düsternis und Traurigkeit die schönen Seiten ihres Paradieses überdecken, und zwar seitdem sie zum ersten Mal dort war. Und was bedeutet das mysteriöse Lied der alten Frau, die Ever bei ihrem letzten Besuch dort gesehen hat? Ever und Damen machen sich daran, das Geheimnis zu lüften und so auch den Fluch zu bannen. Wird es für sie endlich ein »Für immer und ewig« geben?

Rezension:

“Für immer und ewig” scheint für Ever und Damen endlich in greifbare Nähe zu rücken. Das Heilmittel – und dann sind alle Probleme beseitigt. Kann es wirklich so einfach sein? Als das Sommerland immer weiter in Dunkelheit und Traurigkeit zu versinken scheint, kommen Ever Zweifel an ihrem Weg. Suchen sie vielleicht an der falschen Stelle nach der ersehnten Erlösung? Ever erkennt, dass sie neue Wege beschreiten muss um wirkliche Heilung zu erfahren.

Im Finale dieser absolut außergewöhnlichen Reihe fährt Alyson Noël noch einmal alles auf, was sie an schriftstellerischem Können und universellem Wissen zu bieten hat. Spannend, mit vielen unerwarteten Wendungen und Weisheiten, legt sie ein perfektes Finale vor. Ein Finale das, das wurde mir klar, nachdem ich es gelesen hatte, anders nicht hätte sein dürfen. So, und nur so, konnte die Geschichte von Ever und Damen ihren Abschluss finden. Nichts anderes wäre glaubwürdig gewesen. Kein anderer Schluss hätte Evers Entwicklung entsprochen.

Und eben diese geistige, seelische, wesentliche Entwicklung ist es auch, die diese Buchreihe so außergewöhnlich macht. Die Fantasyelemente stehen nur scheinbar im Vordergrund der Geschichte. Eigentlich erzählt die Autorin die Geschichte eines menschlichen Entwicklung vom Zustand absoluter Unwissenheit bis zum Moment der tiefen Erkenntnis des höheren Selbst und der Erkenntnis, dass wir einer Illusion erliegen, wenn wir uns als getrennt von allem anderen wahrnehmen.

Ein ergreifender Weg, verpackt in eine spannende Story, die vermutlich jeden auf eine ganz eigene Art anspricht. Der eine wird sie eher ins Genre Urban-Fantasy einsortieren, der andere unter Lovestory verbuchen. Für mich gehört sie fast schon eher zum Genre Lebenshilfe und Selbstfindung, denn ich habe in kaum einem anderen belletristischen Werk bisher so viel universelle Weisheit gefunden. Und wie im Zitat von Seite 181 [“Du kennst doch das Sprichwort: ‘Wenn der Schüler bereit ist, kommt der Lehrer’?” […] “Genauso ist es mit Wissen. Die Wahrheit kommt ans Licht, wenn du bereit bist, sie zu empfangen, wenn du sie brauchst, um voranzuschreiten, den nächsten Schritt auf deiner Reise zu tun und deiner Bestimmung entgegenzugehen. […]” ] hatte auch ich das Gefühl, dass ich beim Lesen jedes einzelnen Bandes immer zur rechten Zeit die richtige Erinnerung an etwas erfahren habe, das mir in diesem Moment auf meinem eigenen Weg hilfreich war.

Für mich ist Evermore eine der ungewöhnlichsten und großartigsten Jugendbuchreihen, die ich je gelesen habe und ich bin sehr dankbar, dass ich sie für mich entdeckt habe und wie bei wenigen anderen Büchern hatte ich hier das Gefühl, dass nicht nur ich das Buch, sondern auch das Buch mich zum richtigen Zeitpunkt gefunden hat.

Lasst euch verzaubern – begleitet Ever und Damen ein Stück und findet heraus, was euch die Geschichte zu geben hat.

Zitate:

Die Wahrheit unseres Daseins wird so deutlich dargelegt, dass mir unbegreiflich ist, warum ich sie nicht schon längst erkannt habe. Sämtliche Lebewesen, Pflanzen, Tiere und Menschen, die den Planeten bevölkern, hängen zusammen. Wir sind alle eins. Und auch wenn wir einmal existieren und dann wieder nicht – unsere Seelen unsere Energie, unser Wesen vergehen niemals. Wir sind unendliche Wesen – jeder einzelne von uns. Die Erkenntnis kommt mir wie ein Blitz, der über mir aufleuchtet, und ich weiß instinktiv, dass es das ist. Das ist es, was ich lernen muss. Das ist es, was ich niemals vergessen darf, ganz egal, was von nun an auch mit mir passiert. (Seite 176)

Wenn wir uns gegenseitig verletzen, verletzen wir uns auch selbst. (Seite 179)

“Das ist die Bürde des Menschen. Auch wenn die Schuld zum Teil beim Fluss liegt”, sagt sie und zeigt rasch auf das fließende Wasser vor uns, “beruht es doch zum größten Teil auf der Neigung des Menschen, in den Lärm einzutauchen, der überall im ihn herum tost, statt auf die herrliche Stille tief in seinem Inneren zu lauschen.” Ich blicke auf den Fluss hinaus und drehe und wende die Worte in Gedanken hin und her, bis ich begreife, dass sie alles widerspiegeln, was ich soeben gelernt habe. Wir verbringen unser Leben damit, uns in die falschen Dinge zu verbeißen – lassen uns von unserem Verstand und unserem Ego in die Irre führen und betrachten uns als getrennt von anderen, anstatt auf die Wahrheit zu hören, die in unseren eigenen Herzen liegt, die Wahrheit, dass wir alle verbunden sind, dass wir alle in einem Boot sitzen. (Seite 180)

“Du kennst doch das Sprichwort: ‘Wenn der Schüler bereit ist, kommt der Lehrer’?” […] “Genauso ist es mit Wissen. Die Wahrheit kommt ans Licht, wenn du bereit bist, sie zu empfangen, wenn du sie brauchst, um voranzuschreiten, den nächsten Schritt auf deiner Reise zu tun und deiner Bestimmung entgegenzugehen. […]” (Seite 181)

Ich kenne die gewaltige Macht der Angst, nachdem ich schon einmal von ihr beherrscht worden bin. Es ist das Gegenteil von Glauben. Das Gegenteil davon, an ein höheres Selbst zu glauben. Angst lässt einen zittern und schwitzen und macht einen so unsicher, dass man selbst das infrage stellt, von dem man weiß, dass es wahr ist. Angst veranlasst einen dazu, sich von dem abzuwenden, was am wichtigsten ist. Angst führt zu überstürzten Entscheidungen, falschen Schritten und später zur erbarmungslosen Last der Reue. (Seite 191)

Vergebung ist heilsam – alles ist Energie – Gedanken erschaffen – wir sind alle verbunden – was du bekämpfst, bleibt bestehen – wahre Liebe stirbt nie . die Unsterblichkeit der Seele ist die einzig wahre Unsterblichkeit. (Seite 267)

Auf einmal weiß ich, was es bedeutet, wenn es heißt, dass im Universum Überfülle herrscht und es alles für uns bereithält, was wir brauchen, und die einzigen Mankos die seien, die in unserem Kopf herrschen. (Seite 278)

Und falls es stimmt, dass alles Energie ist, falls es stimmt, dass wir alle verbunden sind, dann gibt es wirklich nichts, was uns von der Natur trennt – wir sind alle ein Teil des Ganzen. (Seite 347)

Du weißt, wie das Universum funktioniert. Du weißt, dass alles Energie ist, dass Gedanken Dinge erschaffen und dass wir hier auf der Erdebene unsere eigene Magie wirken können, indem wir unsere Absichten positiv und klar halten. Also geht es jetzt nur darum, all unser Wissen in die Praxis umzusetzen. Es geht nur darum, an all das zu glauben, was du mir beigebracht hast. Es geht darum, dem Universum genug zu vertrauen und dir selbst genug zu vertrauen und zu glauben. (Seite 361)

Leseprobe

Rezension zu Evermore/Der Stern der Nacht (Band 5) mit Autoreninfos und Links