Schweigt still die Nacht – Brenna Yovanoff

Vielen Dank an LOVELYBOOKS - Bücher die du liebstfür dieses Rezensionsexemplar :)

schweigt still die nacht Bekommen: 15.01.2011

Angefangen: 15.01.2011

Ausgelesen: 16.01.2011

gelesene Seiten: 368

Bewertung: 3sterne

Mackie Doyle lebt in Gentry, einer Kleinstadt in der amerikanischen Provinz. Doch die Welt, aus der er stammt, birgt Tunnel bis tief unter die Erde und bodenlose schwarze Tümpel, sie beherbergt wandelnde Tote und eine Herrscherin, so grausam wie die Nacht. Vor vielen Jahren wurde Mackie ausgetauscht – anstelle eines menschlichen Babys in dessen Wiege zurückgelassen. Er würde alles dafür tun, ein normales Leben zu führen, unbemerkt von neugierigen Augen, doch die andere Seite der Nacht ruft ihn: Als wieder ein Kind verschwindet, die Schwester seiner großen Liebe Tate, weiß Mackie, dass er sich den dunklen Kreaturen tief unter der Stadt stellen und endlich seinen Platz finden muss – in unserer Welt oder ihrer.

Rezension:

Malcom “Mackie” Doyle ist anders. Eigentlich ist er gar nicht wirklich dieser Malcom Doyle. Er weiß es, seine Eltern wissen es, seine Schwester weiß es. Aber niemand redet darüber. Mackie kommt aus einer Welt, die weit unter der Erde liegt. Einer Welt voller Dunkelheit, Schmerz und Grausamkeit. Er lebt das Leben dieses Malcom Doyle. Aber wer ist Mackie wirklich? Als die kleine Schwester seiner Freundin verschwindet wird klar, dass Mackie sich seiner Herkunft und damit auch den dunklen Geheimnissen, vor der die Stadt seit Jahrzehnten die Augen verschließt, stellen muss.

Ein gefährliches Spiel beginnt, bei dem Mackie immer tiefer in die grausamen Machenschaften dunkler Wesen gezogen wird, die die Stadt heimsuchen. Kann er das kleine Mädchen retten und das Mysterium seiner Herkunft aufklären?

Trailer und Leseprobe ließen ein wirklich schauriges Vergnügen erhoffen und das Potential dazu hat die Story allemal. Dunkle Wesenheiten, verschwundene Kinder, Blutopfer… aber trotz der guten Idee, die dahinter steckt, wirkt die Story an manchen Stellen unausgereift und hier und da ein bisschen wirr.

Die Protagonisten wirken einigermaßen gut durchdacht, bleiben aber trotzdem verhältnismäßig blass und bevor man anfängt, Sympathien zu entwickeln, ist das Buch auch schon aus.

Die Stadt und ihre Bewohner, die die Augen verschließen vor den schrecklichen Dingen, die um sie herum geschehen, kommen recht überzeugend rüber und erzeugen eine gewisse düstere Atmosphäre, aber es erscheint zwischenzeitlich fast, als hätte die Autorin Angst vor ihrer eigenen Fantasiewelt und wenn es wirklich gruselig und düster werden könnte, rudert sie zu stark zurück, so dass die Höhepunkte des Romans zu wenig Wums haben und das ganze ein bisschen wie einen Fiebertraum wirken lassen, in dem zwar alles irgendwie einen Sinn ergibt, aber der einem, kurz nach dem Erwachen, schon merkwürdig surreal erscheint.

Alles in allem ist das Buch nicht schlecht, aber man merkt, dass es der Autorin noch ein wenig an Erfahrung fehlt um ihren Geschichten das nötige Leben einzuhauchen, das nötig ist um einen wirklich lebendigen, spannenden Plott zu schaffen, der einen so fesselt, dass man Zeit und Raum vergisst.

Was mich allerdings massiv gestört hat war, dass im Buch mehrmals schwulenfeindliche Schimpfwörter wie “Schwuchtel” benutzt wurden und das in einem Kontext, als sei es vollkommen normal das zu tun. Besonders in einem Jugendbuch, das von jungen Menschen gelesen wird, die sowieso schon mit dieser Art von Beschimpfungen umgehen müssen, finde ich das mehr als bedenklich. Man muss solche Arten von Beschimpfungen nicht auch noch legitimieren, indem man sie wie selbstverständlich in der Jugendliteratur verwendet.

Zitate:

Die Wahrheit lautet schlicht und einfach: Man kann eine Stadt verstehen, man kann sie kennen, lieben und hassen zugleich. Man kann ihr etwas vorwerfen, ihr grollen und es ändert sich nichts. Letzten Endes ist man selber doch nur ein Teil von ihr. (Seite 47)

Die Absicht, die hinter etwas steckt, ist eine der stärksten Mächte, die es gibt. Was man damit meint, wenn man etwas tut, beeinflusst immer das Ergebnis. Das Gesetz erschafft die Welt. (Seite 130)

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