Scherbenmond – Bettina Belitz

Verlag: Script 5

ISBN: 978-3839001226

Gekauft: 13.01.2011

Angefangen: 20.01.2011

Ausgelesen: 24.01.2011

Gelesene Seiten: 686

Bewertung: 2sterne

Klappentext:

Längst ist der Sommer vergangen, der Elisabeth Sturm die Augen öffnete für die gefährliche Welt der Mahre, der Sommer, in dem sie sich in einen von ihnen verliebte. Seit Monaten ist Colin nun verschwunden und Ellie quält sich durch einen nicht enden wollenden Winter. Die Tage tröpfeln gleichförmig vor sich hin, in den Nächten dagegen wird Ellie von Albträumen heimgesucht, die sie verstört zurücklassen. Um auf andere Gedanken zu kommen, quartiert Ellie sich bei ihrem Bruder in Hamburg ein. Doch sie erkennt Paul kaum wieder: Er wirkt erschöpft und gehetzt und scheint etwas vor ihr zu verbergen. Je mehr sie in Pauls Welt eintaucht, desto deutlicher überkommt Ellie ein Gefühl der Bedrohung und plötzlich weiß sie nicht mehr, wem sie noch trauen kann. Sie ahnt nicht, dass ihre Sorge um Paul und ihre Liebe zu Colin sie tiefer verletzen könnten als der abgründigste Traum …

Rezension:

Ellies Leben ist ein einziges Chaos. Ihr Vater ist seit Monaten verschwunden, ihre Mutter mit den Nerven am Ende und ihr Bruder Paul, den sie in Hamburg aufsucht, auf unerklärliche Weise verändert. Irgendetwas stimmt nicht mit ihm. Er scheint ein ganz anderer Mensch geworden zu sein. Irgendetwas Bedrohliches liegt in der Luft. Und was ist mit diesem merkwürdigen Francois, Pauls Freund? Als Ellie nicht mehr weiter weiß, sucht sie Hilfe bei Colin. Aber auch Tilmann steht ihr zur Seite und gemeinsam schmieden sie einen Plan um Paul aus den Klauen einer schrecklichen Gefahr zu befreien.

In diesem zweiten Band der Trilogie kann Bettina Belitz leider kaum noch an die Latte heranreichen, die sie mit “Splitterherz” wirklich hoch gelegt hatte. Nach der Lektüre des Auftaktromans, dem ich ohne mit der Wimper zu zucken 5 Sterne gegeben hätte, war der Anspruch an die Fortsetzung hoch.

Seit ich Anfang letzten Jahres “Splitterherz” regelrecht verschlungen hatte, wartete ich nun wirklich händeringend auf Band zwei. Grundsätzlich ist der Plot auch gar nicht so schlecht, aber dem Buch hätten definitiv 200 Seiten weniger gut getan. Viel zu oft bauen sich scheinbare Spannungsbögen auf, die dann viel zu steil wieder abfallen und zwischendrin gibt es unglaubliche Längen. Grade so, als müsse die Story künstlich verlängert werden um nur ja auf eine vorgeschriebene Seitenzahl zu kommen. Nicht alles erscheint schlüssig und zu viel spielt sich in Traumsequenzen ab, deren mysteriöse Stimmung irgendwie verkrampft wirkt.

Ebenso hat es die Autorin versäumt wichtige Informationen aus dem ersten Band (die man nach einem Jahr unmöglich noch alle im Kopf haben kann) nochmal in Kurzform einzuflechten, so dass man manchmal ernsthaft grübeln musste, was nochmal wie gewesen war. Bei vielen Fortsetzungen nervt es zwar, wenn die Autoren zu ausführlich wiederholen, aber hier ist das definitiv zu kurz gekommen.

Nicht zuletzt haben mich aber die wiederholten schwulenfeindlichen Äußerungen im Buch massivst gestört. Immer wieder tauchen Schimpfworte wie “Tunten” und “Schwuletten” als Bezeichnung für Homosexuelle auf und auch wenn es nötig war, Ellies Befremdung über einen bestimmten Sachverhalt auszudrücken, so hätte man sich diese Wortwahl sparen können und müssen. Ich bin jedes Mal innerlich zusammen gezuckt, wenn ich wieder über eine solche Stelle gestolpert bin. Und auch wenn Frau Belitz im Buch nicht müde wird Ellie und Tilmann Äußerungen in den Mund zu legen, dass sie ja ganz und gar nichts gegen Schwule haben, wirft das kein besonders gutes Licht auf den Roman und auch nicht auf die Autorin und den negativen Eindruck kann es auch nicht mehr zerstreuen. Die Hauptperson Ellie, die ich im ersten Buch wirklich ins Herz geschlossen hatte, wird einem beim Lesen zunehmend unsympathisch. Ganz besonders in einem Jugendbuch sollte man vielleicht 3x nachdenken, welche Worte man wählt, denn nur weil solche Schimpfwörter auf deutschen Schulhöfen offenbar immer mehr “normal” werden, muss man sie nicht legitimieren, indem man sie in der Jugendliteratur ganz selbstverständlich einsetzt.

Dieser Punkt hat mich auch dazu bewogen nur 2 Sterne zu geben. Sonst hätte es das Buch noch auf 3 Sterne gebracht.

Den 3. Band der Reihe werde ich, wenn überhaupt, dann nur deshalb noch kaufen, weil ich die Hoffnung habe, darin ein bisschen von der Großartigkeit von Splitterherz wiederzufinden.

Wirklich schade! Hier wäre viel viel mehr drin gewesen.

Artikel zum Thema: https://gottagivethembooks.wordpress.com/2011/02/16/homophobie-in-der-literatur/

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s