Himmel und Hölle – Malorie Blackman

Bewertung: 5sterne

Rezension:

Callum und Sephy – Sephy und Callum. Eigentlich könnte alles so einfach sein. Sie kennen sich seit dem Sandkasten, sie sind die besten Freunde, sie werden älter und verlieben sich. Aber für Sephy und Callum ist alles anders, denn Sephy ist eine Alpha und Tochter des Vizepremiers und Callum ein Zero. Eine unmögliche Verbindung in der Welt, in der die beiden leben. Aber sie treffen sich heimlich und lassen einander nicht los, auch wenn es ihr gesellschaftliches Leben um einiges erleichtern könnte. Als Callum dann als einer der ersten Zeros an Sephys Schule angenommen wird, scheint zunächst eine Chance für die beiden zu entstehen. Aber von einer Sekunde zur nächsten kippt die Stimmung und das ganze Ausmaß der Diskriminierung in ihrer Gesellschaft tritt zu Tage. Als dann ein schrechlicher Anschlag auf ein Einkaufszentrum der Alphas geschieht, stellt das die beiden Liebenden auf eine harte Probe. Wer kann wem noch glauben? Ist Callums Loyalität gegenüber Sephy oder seinen eigenen Leuten stärker? Und kann Sephy Callum ihre Loyalität beweisen?
Dann wird Callums Dad verhaftet und für den Anschlag verantwortlich gemacht und nichts ist mehr, wie es einmal war.
Was zunächst wie eine moderne Romeo und Julia – Story daher kommt, belehrt einen schnell eines Besseren. Unheimlich schnell, atemlos und unerwartet schreitet die Geschichte fort und nimmt einen mit in eine Welt, in der die Rassentrennung in der westlichen Welt noch in vollem Gange ist. Aber wir befinden uns nicht etwa im 19. Jahrhundert, nein, es ist die Jetztzeit einer fiktiven Welt. Fiktiv? Ja, denn die herrschende Rasse, die Alphas, sind nicht etwa die Weißen. Nein, in dieser Welt herrschen die Schwarzen und ich war schockiert, wie schwer es mir zu Beginn des Buches fiel mir die Alphas als Schwarze und die Zeros als Weiße vorzustellen. Schockiert darüber, wie sehr das Bild der „herrschenden Weißen“ durch den geschichtlichen Hintergrund der Sklaverei, in meinem Kopf doch verankert war.
Ein Effekt, auf den Malorie Blackman bewusst setzt und das tut sie gekonnt. Dieses Buch ist wirklich großartig. Es rüttelt einen auf und führt einem vor Augen, wie festgefahren man in seinem Denken sein kann ohne dass es einem bewusst ist.
Ich jedenfalls werde mir gleich den Nachfolgeband kaufen und kann nur jedem empfehlen, dieses Buch zu lesen.
Ab 14!

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