Der Augensammler – Sebastian Fitzek

deraugensammlerVielen Dank an  für dieses Rezensionsexemplar :)

Bekommen: 01.02.2011

Angefangen: 09.02.2011

Ausgelesen: 11.02.2011

Gelesene Seiten: 448

Bewertung: 5sterne

Klappentext:

Er spielt das älteste Spiel der Welt: Verstecken.
Er spielt es mit deinen Kindern.
Er gibt dir 45 Stunden, sie zu finden.
Doch deine Suche wird ewig dauern.
Erst tötet er die Mutter, dann verschleppt er das Kind und gibt dem Vater 45 Stunden Zeit für die Suche. Das ist seine Methode. Nach Ablauf der Frist stirbt das Opfer in seinem Versteck. Doch damit ist das Grauen nicht vorbei: Den aufgefundenen Kinderleichen fehlt jeweils das linke Auge.
Bislang hat der „Augensammler“ keine brauchbare Spur hinterlassen. Da meldet sich eine mysteriöse Zeugin: Alina Gregoriev, eine blinde Physiotherapeutin, die behauptet, durch bloße Körperberührungen in die Vergangenheit ihrer Patienten sehen zu können. Und gestern habe sie womöglich den Augensammler behandelt …

Rezension:

Stell dir vor, du hast 45 Stunden Zeit, dein Kind zu finden. 45 Stunden, bis es für immer aufhört zu atmen. 45 Stunden, bis seine Lebenszeit abläuft. 45 Stunden, die seine letzten sein können. Stell dir vor, diese 45 Stunden beginnen genau jetzt. Die Zeit läuft, während du hier sitzt und liest. Und du hast keine Ahnung, wo du mit deiner Suche beginnen sollst.

Eine Vorstellung, so grausam und schrecklich, dass jeder, der Kinder hat, sofort von diesen Gedanken Abstand nehmen möchte, weil sie unerträglich sind. Und doch schlägt man das Buch nicht wieder zu, wenn einem klar wird, dass Sebastian Fitzek seine Leser genau damit in seinem aktuellen Thriller konfrontiert. Man kann es nicht einfach wieder weglegen, denn es fesselt einen von der ersten Seite an. Von der ersten? Oder ist es die letzte? Denn der Roman hat einen etwas eigenwilligen Aufbau, der sich erst ganz zum Schluss abschließend erklärt, den man sich als geübter Thriller-Leser und mit etwas Kombinationsgabe aber auch im Laufe der Geschichte schon zusammenreimen kann, was den Reiz und die Spannung nur noch verstärkt.

Wunderbar ausgearbeitete Hauptfiguren, ein durch und durch spannender und gut durchdachter Plot und ein tolles Sprachgefühl haben aus der Grundidee einen ausgezeichneten Thriller gemacht, der die vorangegangenen Werke des Autors weit in den Schatten stellt.

Der Spannungsbogen bleibt von der ersten bis zur letzten Seite straff gespannt und lässt keinen Platz für Längen oder Hänger und die kleinen Hinweise auf Figuren seiner früheren Romane sind kleine Schmankerl, die die meisten Fitzek-Leser durchaus zu würdigen wissen.

Ein toller Roman – großes Kino!

Zitate:

Es sind die Phantasten, die die Welt verändern und nicht die Erbsenzähler. (Seite 444, Widmung in Erinnerung an Rüdiger Kreklau) 

Doch diese wenigen Treffen hatten genügt, um in mir die Gewissheit zu verankern, dass der Tod kein lebendiges Wesen ist; kein Sensenmann, wie man ihn aus Schauergeschichten kennt, sondern ein Geruch. (Seite 184)

Je älter wir werden, desto mehr fußt unser Leben auf uneingelösten Versprechungen. (Seite 147)

Wir hinterfragen meist nur unsere Fehler. Nie unsere Erfolge. (Seite 55)

Es gibt nur wenige Momente, in denen es uns Menschen gelingt, einzig und allein für den Augenblick zu leben. In denen es keine Zukunft und keine Vergangenheit gibt, nur ein Hier und Jetzt. (Seite 38)

Jeder Mensch erreicht irgendwann einen Punkt, in dem sein Leben endet und das Sterben beginnt. Eine unendlich kleine, aber messbare, logische Sekunde, in der wir eine unsichtbare Grenze überschreiten, die den Wendepunkt unseres Daseins markiert. (Seite 35)

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