Archiv | März 2011

Gewinnspiel März – Die Gewinnerin ist ermittelt!

 

 

Männertaxi von Andrea Koßmann

geht an meine Namensvetterin Heike

von http://strickstubb.blogspot.com/

 

Herzlichen Glückwunsch und ganz viel Spaß beim Lesen :)

 

 

(Das Buch geht spätestens morgen an Dich raus, Mail ist unterwegs!)

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Wahre Worte #22

 

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Fernsehen bildet. Immer, wenn der Fernseher an ist, gehe ich in ein anderes Zimmer und lese.

~Groucho Marx

Ich dich auch nicht – Sacha Sperling

Vielen Dank an ref_piper_logo für dieses Rezensionsexemplar :)

Bekommen: 25.02.2011

Angefangen: 22.03.2011

Ausgelesen: 23.03.2011

Gelesene Seiten: 224

Bewertung: 4sterne

Klappentext:

Sacha Winter ist 14. Seine Mutter, eine Ex-68erin, verwöhnt ihn mehr, als dass sie ihn erzieht. Der Vater gibt sich bei seinen seltenen Auftritten erfolglos autoritär. Sacha gehört zu der coolen Clique in seiner Pariser Reiche-Leute-Schule, aber eigentlich langweilt ihn das alles. Da lernt er den charismatischen Augustin kennen. Mit ihm geht er Wodka klauen, raucht, snifft, beginnt Mädchen »flachzulegen«. Aber es ist Augustin, in den er sich verliebt …
Sperling erzählt mit subtiler Beobachtungsgabe und in einem geradezu filmischen Stil die immer wieder neue Geschichte vom Erwachsenwerden. Der besondere Ton dieses Romans – desillusioniert, luzide, beißend – zeugt von ganz ungewöhnlichem literarischen Talent.

Rezension:

Dieser Roman ist anders. Würde ich ihn in einem Wort beschreiben müssen, fiele mir spontan “kaputt” ein. Man ist gefesselt und weiß nicht genau warum. Man liest immer weiter – und fragt sich, warum?!

Es ist schwer in Worte zu fassen, was dieses Buch ausmacht. Vollkommene Schonungslosigkeit vielleicht?!

Drogen, Sex, Gewalt – nichts lässt Sacha aus auf seiner Suche nach sich selbst und dem Sinn, der hinter allem stehen muss und entfernt sich doch immer nur noch weiter von dem einzig wahren Kern. Er kann, wie viele Menschen, nicht erkennen, wonach er wirklich sucht und entfernt sich so immer weiter von seinem Ziel.

Ungeschminkt erzählt Sacha Sperling die Geschichte einer Generation, die man viel zu früh zwingt in das harte, eiskalte Gesicht der Welt zu blicken und die nicht verarbeiten kann, was sie sieht. Eltern, die zu sehr mit sich selbst beschäftigt sind um noch zu sehen, was ihre Kinder brauchen und sie viel zu früh in die Selbstbestimmung entlassen. Kinder, die auf der Suche nach Liebe und Anerkennung zu viele falsche Wege einschlagen. Eine alles überschattende Leere, die gefüllt werden will.

Dieses Buch ist eine Geschichte über die Suche nach dem Sinn des Lebens, bei der sich die Protagonisten in der Sinnlosigkeit verlieren. Eine Momentaufnahme des Erwachsenwerdens.

Erwachsenwerden beginnt mit der Erkenntnis, der eigenen Sterblichkeit. Der Moment, in dem dir bewusst wird, dass nichts ohne Ende ist. Nichts! Auch du nicht. Der Moment, der dir den Boden unter den Füßen wegreißt und dich zwingt, dem Leben mitten ins Gesicht zu sehen. Deinem Leben!

Zitate:

Eines Tages wird sie nicht mehr da sein. Ob man die Stimme seiner Mutter vergisst? Ihren Geruch? Mir kommt es so vor, als würden die Toten in den Köpfen der Lebenden nur einen Schatten zurücklassen. Meine Mutter wird nie ein Schatten sein. Ich werde vor meinem Tod nicht so viel Angst haben wie vor ihrem. (Seite 23)

Ich will ein teil von ihm werden, so nützlich wie eine Hand, so lebenswichtig wie ein Herz. Er ist der Einzige, der mich mitnehmen kann zu dem Punkt, wo alles verschwindet. Mit ihm verschwinden. (Seite 123)

Du sagst, das Leben ist ein Spiel, aber du willst nicht verlieren. (Seite 129)

Liebe ist das Bedürfnis nach Anerkennung, Traurigkeit das Fehlen eines absehbaren Vorhabens, Wut eine Verteidigung gegen sich selbst. (Seite 199)

Erwachsenwerden heißt einsehen, dass Fliehen unmöglich ist, dass die Geschichten kurz und bedeutungslos sein, aber aus Gründen, die wir nicht nachvollziehen können, Spuren hinterlassen. Erwachsenwerden heißt einsehen,. dass es kein Anderswo gibt. Erwachsenwerden heißt einsehen, dass man sterben wird, oder nicht? (Seite 211)

Das Herz der Nacht – Ulrike Schweikert

das-herz-der-nacht Vielen Dank an  egmont_lyx_logo für dieses Rezensionsexemplar :)

Bekommen: 11.02.2011

Angefangen: 23.02.2011

Ausgelesen: 02.03.2011

Gelesene Seiten: 469

Gelesene Seiten insgesamt 2011: 5463

Bewertung4sterne

Klappentext:

Wien im 19. Jahrhundert. Auf den prunkvollen Bällen am kaiserlichen Hof wird der Vampir András Báthory von den Damen umschwärmt. Doch ihn verlangt es nach geistreicher Unterhaltung, wie er sie in den Gemächern der klugen Gräfin von Traunstein findet. Dort lernt er die hübsche Pianistin Karoline kennen und beginnt, bei ihr Unterricht zu nehmen. Doch Karoline hütet ein dunkles Geheimnis. Da wird die Gräfin von Traunstein ermordet aufgefunden, und alles deutet darauf hin, dass in der Stadt ein weiterer Vampir sein Unwesen treibt. Er scheint es auf Báthory abgesehen zu haben und auf alle, die ihm nahe stehen.

Rezension:

Wer glaubt, dieses Buch in die Kategorie “Vampirroman” stecken und damit die Handlung vorhersehen zu können, der irrt sich gewaltig. Es ist ein Vampirroman, ein Krimi, eine Geschichte über Freundschaft und ein historischer Roman.

Graf András Báthory ist ein Vampir. Und trotzdem glitzert er nicht und er verführt nicht am laufenden Band 17-jährige Mädchen. Er hadert auch nicht täglich mit seinem Schicksal. In den Wiener Nächten des frühen 19. Jahrhunderts genießt er kulturelle und gesellschaftliche Vergnügungen und ruht tagsüber in einem Sarg in seinem Palais.

Bei einem nächtlichen Ausflug trifft er auf Fürstin Therese Kinsky, mit der ihn bald eine tiefe Freundschaft verbindet. Fürstin Kinsky, eine stolze und dennoch sehr unglückliche Frau, macht ihn schließlich mit der Pianistin Karoline Wallberg bekannt, die ihm nicht nur Klavierlehrerin sondern auch Freundin wird.

Es könnte also alles gut sein. Wenn Wien nicht ausgerechnet jetzt von grausamen Morden in Atem gehalten würde, die mit András in Zusammenhang zu stehen scheinen.

Gut recherchiert, detailreich aber nicht langatmig und eigentlich völlig ohne Klischees. Ulrike Schweikert hat ein Buch geschrieben, das mich wirklich überrascht hat. Das lag nicht zuletzt an den glaubwürdig herausgearbeiteten Charakteren, die mir durchgehend sympathisch waren.

Die Autorin hat darauf verzichtet, neue und innovative Vampirfähigkeiten und –eigenschaften zu erfinden, die in vielen solcher Bücher immer dann plötzlich auftauchen, wenn der Autor seine Protagonisten wieder in irgendwelche unmöglichen Situationen manövriert hat, aus denen sie sonst nicht mehr herauskommen, sondern hat sich an den ursprünglichen Klassikern orientiert, was mir sehr gut gefallen hat, auch wenn der Showdown am Ende ein bisschen plötzlich kam und dann auf wenigen Seiten schon beendet war.

Definitiv empfehlenswert für alle, die auf Vampirromane stehen, aber auf das übliche Teeniegeschmachte verzichten können.

Zitate:

Menschen verließen sich zu sehr auf ihre Augen, die sie führten und ihre Entscheidungen bestimmten. Das Fühlen, Riechen und Schmecken stellten sie meist hintenan. Misstrauten ihren wunderbaren Sinnen zu Unrecht und vernachlässigten sie sträflich. Das war der große Unterschied zwischen ihm, dem Vampir, und den Menschen. Für András wog dieser Unterschied schwerer als alles andere, wie etwa der, dass er tagsüber im Verborgenen ruhen musste, und dass er sich von ihrem Blut ernährte. Auch die Menschen töteten und aßen Fleisch von Tieren, ohne sich Gedanken darüber zu machen, wie nah diese Lebewesen ihnen eigentlich standen. Denn um dies zu erspüren, würden sie die Sinne benötigen, die sie über Generationen hatten verkümmern lassen. (Seite 190)

Es gibt eben mehr als eine Wahrheit, dachte Therese erstaunt. Die, die man sagen darf, und die, die man nicht einmal seinem Herzen gern gesteht. (Seite 261)

Jenseits GmbH/Einmal Tod ist nicht genug – Amber Benson

Vielen Dank an für dieses Rezensionsexemplar :)

Bekommen: 10.03.2011

Angefangen: 17.03.2011

Ausgelesen: 21.03.2011

Gelesene Seiten: 384

Bewertung: 4sterne

Klappentext:

Calliope Reaper-Jones, Tochter des Todes, schuldet dem dreiköpfigen Höllenhund Zerberus einen Gefallen. Um diesen zu begleichen, muss Callie auf eine gefährliche Reise gehen: Sie soll einen altägyptischen Architekten in die Hölle zurückbringen, der einst daraus entfliehen konnte. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, bei dem sie einer unglaublichen Verschwörung auf die Spur kommt…

Rezension:

In ihrem ersten Abenteuer musste Callie sich auf einen Handel mit Höllenhund Zerberus einlassen und steht deshalb in seiner Schuld. Diese Schuld muss sie nun begleichen und ihm den altägyptischen Baumeister Sennenmut bringen, der irgendwie durchs System gerutscht ist und der eigentlich schon seit mehreren tausend Jahren in der Hölle weilen sollte. Als Callie mit ihrer Recherche beginnt ahnt sie noch nicht, dass sie einer unfassbaren Verschwörung auf der Spur ist, deren Ursprung weit in der Zeit zurückliegt.

Auch in diesem zweiten Band der Reihe um Calliope Reaper-Jones, der Tochter des Todes, büßt Amber Benson nichts an Erfindungsgeist und Humor ein. Ein gut durchdachter Plot, spannend und abwechslungsreich erzählt, gespickt mit ihrem unnachahmlichen Humor, machen aus der Story um die Antiheldin Callie wieder ein lustiges und kurzweiliges Lesevergnügen.

Wie Benson die Mythologien der verschiedenen Epochen, Glaubensrichtungen und Völker miteinander vermischt und für ihre Geschichte nutzt, ist wirklich einzigartig und gibt den Büchern eine ganz besondere Note.

Wer Band 1 liebte, wird sich auch in diesem Buch wiederfinden und, genau wie ich, auf Band 3 sehnsüchtig warten.

Tanz auf dem Eis – Karin Kallmaker

Vielen Dank an krugschadenberg1 für dieses Rezensionsexemplar :)

Bekommen: 26.02.2011

Angefangen: 03.03.2011

Ausgelesen: 09.03.2011

Gelesene Seiten: 320

Bewertung: 4sterne

Klappentext:

Anidyr Bycall hat sich ins sonnige Key West, Florida, abgesetzt und jobbt als Barkeeperin im »On the Rocks«, einem Lokal, das buchstäblich aus Eis besteht. Als Ani unverhofft Urlaub nehmen muss, kehrt sie in ihre Heimatstadt Fairbanks, Alaska, zurück, um dort einiges zu regeln und endgültig mit ihrer Vergangenheit abzuschließen. Begleitet wird sie von ihrer Kollegin, der Surferin Lisa – blond und sexy, mit frechem Humor und mehr Tiefgang, als es zunächst den Anschein hat. Dank Lisa gelingt es, Licht ins Dunkel der Geschehnisse zu bringen, die einige Jahre zuvor zu Anis Ausschluss aus der Universität geführt haben. Und bei Anis Begegnung mit Eve, ihrer damaligen großen Liebe, kehrt die Erinnerung an einen romantischen Tanz auf dem Eis mit eindringlicher Lebendigkeit zurück.

Rezension:

Als Ani während ihres Doktorandenstudiums einen schweren Fehler begeht um ihre Mentorin zu schützen, ist ihre Karriere in den Gletschern von Alaska vorbei. Vollkommen zerstört, panisch und übereilt setzt sie sich nach Florida ab. Aber Ani lässt nicht nur ihre Karriere zurück. Sie verliert dabei auch ihre große Liebe Eve. Ein Verlust, den sie nie verkraftet.

Erst ihre quirlige Kollegin Lisa kann Ani davon überzeugen, dass eine Flucht niemals eine Lösung auf Dauer sein kann und dass man sich irgendwann den Dämonen der Vergangenheit stellen muss um nach vorne schauen zu können.

Kann Anidyr alte Fehler wieder gutmachen und endlich aufklären, was damals wirklich geschah?

Karin Kallmaker – The Queen of Lesbian Romance hat wieder zugeschlagen. Und sie hatte mich schon, als ich die Widmung las. Denn sie widmet ihren aktuellen Roman unserem gemeinsamen großen Vorbild. Einem Mann, der Inspiration für mittlerweile Generationen von Lesben und Schwulen war und immer noch ist. Auch noch über 30 Jahre nach seinem schrecklichen und vollkommen sinnlosen Tod.

Mein erster Roman, den ich vor fast zwanzig Jahren schrieb, spielte im Jahr 1978 und war eine Hommage an mein großes Vorbild. Heute, dreißig Jahre später, ist Harvey Milk noch immer ein Quell der Inspiration. Es lebe unser gemeinsames Erbe!

Harvey Milk  * 22. Mai 1930 – † 27. November 1978, San Francisco

 

Eindringlich und klug erzählt sie die Geschichte einer jungen Frau, die aus Naivität und Gutgläubigkeit fast alles verliert, was je in ihrem Leben gezählt hat. Die glaubt, keinen anderen Ausweg zu haben außer der Flucht.

Ani ist eine sehr komplexe Persönlichkeit, die sehr gut ausgearbeitet ist und glaubhaft rüber kommt. Sehr detailliert und mit wahnsinnig viel Feingefühl bringt einem die Autorin den Kampf, den die junge Frau mit sich und ihrer Umwelt austrägt nah und schafft es, dass man gleich von Anfang an mit Ani mit leidet und fiebert.

Die Schauplätze in Alaska und Florida sind so wunderbar beschrieben, dass man fast glaubt, selbst da gewesen zu sein und unterstreichen das Wesen ihrer Bewohner eindrucksvoll.

Einige Kleinigkeiten im Hauptplot kamen mir zwar ein bisschen zu kurz und wurden, besonders am Ende, ein bisschen zu schnell abgehandelt, aber das tut dem grundsätzlichen Lesegenuss kaum einen Abbruch, denn es ist in erster Linie eine Geschichte über eine große Liebe und somit genau das richtige für ein wunderbar romantisches Leseerlebnis.

Lobenswert finde ich übrigens, dass der Verlag seine Bücher so drucken lässt, dass sie gleich hoch sind und im Regal passend nebeneinander stehen können. Ja, das interessiert vermutlich wieder niemanden außer mir, aber jeder hat das Recht auf seinen persönlichen Knall ;) 

Zitate:

Sie war nicht vollkommen und ich auch nicht, aber zusammen waren wir es. (Seite 101)

Sie hat dich so sehr geliebt, dass sie dir ihren Hund anvertraut hat. Und wenn mich nicht alles täuscht, dann heißt das in Alaskas Lesbencode: Lass und heiraten und Kinder kriegen. (Seite 236)

[…] dies war ein Neuanfang, der erste Kuss eines ganzen noch zu lebenden Lebens. (Seite 296)

Wahre Worte #21

 

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Wenn es mir schlecht geht, gehe ich nicht in die Apotheke, sondern zu meinem Buchhändler.

~Philippe Dijan