Tanz auf dem Eis – Karin Kallmaker

Vielen Dank an krugschadenberg1 für dieses Rezensionsexemplar :)

Bekommen: 26.02.2011

Angefangen: 03.03.2011

Ausgelesen: 09.03.2011

Gelesene Seiten: 320

Bewertung: 4sterne

Klappentext:

Anidyr Bycall hat sich ins sonnige Key West, Florida, abgesetzt und jobbt als Barkeeperin im »On the Rocks«, einem Lokal, das buchstäblich aus Eis besteht. Als Ani unverhofft Urlaub nehmen muss, kehrt sie in ihre Heimatstadt Fairbanks, Alaska, zurück, um dort einiges zu regeln und endgültig mit ihrer Vergangenheit abzuschließen. Begleitet wird sie von ihrer Kollegin, der Surferin Lisa – blond und sexy, mit frechem Humor und mehr Tiefgang, als es zunächst den Anschein hat. Dank Lisa gelingt es, Licht ins Dunkel der Geschehnisse zu bringen, die einige Jahre zuvor zu Anis Ausschluss aus der Universität geführt haben. Und bei Anis Begegnung mit Eve, ihrer damaligen großen Liebe, kehrt die Erinnerung an einen romantischen Tanz auf dem Eis mit eindringlicher Lebendigkeit zurück.

Rezension:

Als Ani während ihres Doktorandenstudiums einen schweren Fehler begeht um ihre Mentorin zu schützen, ist ihre Karriere in den Gletschern von Alaska vorbei. Vollkommen zerstört, panisch und übereilt setzt sie sich nach Florida ab. Aber Ani lässt nicht nur ihre Karriere zurück. Sie verliert dabei auch ihre große Liebe Eve. Ein Verlust, den sie nie verkraftet.

Erst ihre quirlige Kollegin Lisa kann Ani davon überzeugen, dass eine Flucht niemals eine Lösung auf Dauer sein kann und dass man sich irgendwann den Dämonen der Vergangenheit stellen muss um nach vorne schauen zu können.

Kann Anidyr alte Fehler wieder gutmachen und endlich aufklären, was damals wirklich geschah?

Karin Kallmaker – The Queen of Lesbian Romance hat wieder zugeschlagen. Und sie hatte mich schon, als ich die Widmung las. Denn sie widmet ihren aktuellen Roman unserem gemeinsamen großen Vorbild. Einem Mann, der Inspiration für mittlerweile Generationen von Lesben und Schwulen war und immer noch ist. Auch noch über 30 Jahre nach seinem schrecklichen und vollkommen sinnlosen Tod.

Mein erster Roman, den ich vor fast zwanzig Jahren schrieb, spielte im Jahr 1978 und war eine Hommage an mein großes Vorbild. Heute, dreißig Jahre später, ist Harvey Milk noch immer ein Quell der Inspiration. Es lebe unser gemeinsames Erbe!

Harvey Milk  * 22. Mai 1930 – † 27. November 1978, San Francisco

 

Eindringlich und klug erzählt sie die Geschichte einer jungen Frau, die aus Naivität und Gutgläubigkeit fast alles verliert, was je in ihrem Leben gezählt hat. Die glaubt, keinen anderen Ausweg zu haben außer der Flucht.

Ani ist eine sehr komplexe Persönlichkeit, die sehr gut ausgearbeitet ist und glaubhaft rüber kommt. Sehr detailliert und mit wahnsinnig viel Feingefühl bringt einem die Autorin den Kampf, den die junge Frau mit sich und ihrer Umwelt austrägt nah und schafft es, dass man gleich von Anfang an mit Ani mit leidet und fiebert.

Die Schauplätze in Alaska und Florida sind so wunderbar beschrieben, dass man fast glaubt, selbst da gewesen zu sein und unterstreichen das Wesen ihrer Bewohner eindrucksvoll.

Einige Kleinigkeiten im Hauptplot kamen mir zwar ein bisschen zu kurz und wurden, besonders am Ende, ein bisschen zu schnell abgehandelt, aber das tut dem grundsätzlichen Lesegenuss kaum einen Abbruch, denn es ist in erster Linie eine Geschichte über eine große Liebe und somit genau das richtige für ein wunderbar romantisches Leseerlebnis.

Lobenswert finde ich übrigens, dass der Verlag seine Bücher so drucken lässt, dass sie gleich hoch sind und im Regal passend nebeneinander stehen können. Ja, das interessiert vermutlich wieder niemanden außer mir, aber jeder hat das Recht auf seinen persönlichen Knall ;) 

Zitate:

Sie war nicht vollkommen und ich auch nicht, aber zusammen waren wir es. (Seite 101)

Sie hat dich so sehr geliebt, dass sie dir ihren Hund anvertraut hat. Und wenn mich nicht alles täuscht, dann heißt das in Alaskas Lesbencode: Lass und heiraten und Kinder kriegen. (Seite 236)

[…] dies war ein Neuanfang, der erste Kuss eines ganzen noch zu lebenden Lebens. (Seite 296)

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6 Kommentare zu “Tanz auf dem Eis – Karin Kallmaker

  1. Lobenswert finde ich übrigens, dass der Verlag seine Bücher so drucken lässt, dass sie gleich hoch sind und im Regal passend nebeneinander stehen können. Ja, das interessiert vermutlich wieder niemanden außer mir, aber jeder hat das Recht auf seinen persönlichen Knall ;)

    Doch mich interessiert sowas :D Ich kann das auch nicht haben wenn mein Bücherregal so unordentlich aussieht.

    • Da bin ich ja froh! Und ich dachte schon, wir sind die einzigen, die damit so einen Knall haben. Ganz besonders schlimm finde ich es ja immer, wenn es dann auch noch Bücher einer Reihe sind, die größenmäßig nicht zusammen passen. Da werd ich echt immer fuchsteufelswild ;)

  2. Oh ja, ich hab auch z.B. bei Artemis Fowl mit den Taschenbüchern angefangen, konnte es dann aber nicht mehr abwarten und hab die Hardcover gekauft und dann konnte ich irgendwann noch weniger warten und hab noch ein paar englische Bände. Das past jetzt wirklich überhaupt nicht zusammen und stört meinen Sinn für Ästhetik extrem (weswegen sie auch in die zweite Regal-Reihe verbannt worden sind…)

    Ich kenne übrigens noch mehr Leute mit so einem Knall *g* wir müssen uns also überhaupt keine Gedanken machen.

  3. Vielen Dank für die Überprüfung. Ich bin froh, Sie genießen die Geschichte! (Verzeihen Sie meine schlechte Deutsch. Ich hoffe, Google-Übersetzung hat befördert meine Worte gut!)

    • Hi Karin,

      I’m very proud, that you have commented my review of your book. I hope, my English is ok ;)
      I enjoyed your book very much and I want to read the other ones as soon as possible. You can see the reviews here on this side, too.

      Greetings from germany,
      Heike

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