Das Herz der Nacht – Ulrike Schweikert

das-herz-der-nacht Vielen Dank an  egmont_lyx_logo für dieses Rezensionsexemplar :)

Bekommen: 11.02.2011

Angefangen: 23.02.2011

Ausgelesen: 02.03.2011

Gelesene Seiten: 469

Gelesene Seiten insgesamt 2011: 5463

Bewertung4sterne

Klappentext:

Wien im 19. Jahrhundert. Auf den prunkvollen Bällen am kaiserlichen Hof wird der Vampir András Báthory von den Damen umschwärmt. Doch ihn verlangt es nach geistreicher Unterhaltung, wie er sie in den Gemächern der klugen Gräfin von Traunstein findet. Dort lernt er die hübsche Pianistin Karoline kennen und beginnt, bei ihr Unterricht zu nehmen. Doch Karoline hütet ein dunkles Geheimnis. Da wird die Gräfin von Traunstein ermordet aufgefunden, und alles deutet darauf hin, dass in der Stadt ein weiterer Vampir sein Unwesen treibt. Er scheint es auf Báthory abgesehen zu haben und auf alle, die ihm nahe stehen.

Rezension:

Wer glaubt, dieses Buch in die Kategorie “Vampirroman” stecken und damit die Handlung vorhersehen zu können, der irrt sich gewaltig. Es ist ein Vampirroman, ein Krimi, eine Geschichte über Freundschaft und ein historischer Roman.

Graf András Báthory ist ein Vampir. Und trotzdem glitzert er nicht und er verführt nicht am laufenden Band 17-jährige Mädchen. Er hadert auch nicht täglich mit seinem Schicksal. In den Wiener Nächten des frühen 19. Jahrhunderts genießt er kulturelle und gesellschaftliche Vergnügungen und ruht tagsüber in einem Sarg in seinem Palais.

Bei einem nächtlichen Ausflug trifft er auf Fürstin Therese Kinsky, mit der ihn bald eine tiefe Freundschaft verbindet. Fürstin Kinsky, eine stolze und dennoch sehr unglückliche Frau, macht ihn schließlich mit der Pianistin Karoline Wallberg bekannt, die ihm nicht nur Klavierlehrerin sondern auch Freundin wird.

Es könnte also alles gut sein. Wenn Wien nicht ausgerechnet jetzt von grausamen Morden in Atem gehalten würde, die mit András in Zusammenhang zu stehen scheinen.

Gut recherchiert, detailreich aber nicht langatmig und eigentlich völlig ohne Klischees. Ulrike Schweikert hat ein Buch geschrieben, das mich wirklich überrascht hat. Das lag nicht zuletzt an den glaubwürdig herausgearbeiteten Charakteren, die mir durchgehend sympathisch waren.

Die Autorin hat darauf verzichtet, neue und innovative Vampirfähigkeiten und –eigenschaften zu erfinden, die in vielen solcher Bücher immer dann plötzlich auftauchen, wenn der Autor seine Protagonisten wieder in irgendwelche unmöglichen Situationen manövriert hat, aus denen sie sonst nicht mehr herauskommen, sondern hat sich an den ursprünglichen Klassikern orientiert, was mir sehr gut gefallen hat, auch wenn der Showdown am Ende ein bisschen plötzlich kam und dann auf wenigen Seiten schon beendet war.

Definitiv empfehlenswert für alle, die auf Vampirromane stehen, aber auf das übliche Teeniegeschmachte verzichten können.

Zitate:

Menschen verließen sich zu sehr auf ihre Augen, die sie führten und ihre Entscheidungen bestimmten. Das Fühlen, Riechen und Schmecken stellten sie meist hintenan. Misstrauten ihren wunderbaren Sinnen zu Unrecht und vernachlässigten sie sträflich. Das war der große Unterschied zwischen ihm, dem Vampir, und den Menschen. Für András wog dieser Unterschied schwerer als alles andere, wie etwa der, dass er tagsüber im Verborgenen ruhen musste, und dass er sich von ihrem Blut ernährte. Auch die Menschen töteten und aßen Fleisch von Tieren, ohne sich Gedanken darüber zu machen, wie nah diese Lebewesen ihnen eigentlich standen. Denn um dies zu erspüren, würden sie die Sinne benötigen, die sie über Generationen hatten verkümmern lassen. (Seite 190)

Es gibt eben mehr als eine Wahrheit, dachte Therese erstaunt. Die, die man sagen darf, und die, die man nicht einmal seinem Herzen gern gesteht. (Seite 261)

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