[Challenge] Gesammelte Schätze – Mai

Neva – Sara Grant

Ihre Worte hängen in der Luft wie Kristalle, die einen Ausweg aus der Dunkelheit suchen, weil sie erst im Sonnenlicht blitzen können. (Seite 15)

Ist das der Grund dafür, warum es mit unserem Land bergab geht? Menschen wie ich tun, was man ihnen aufträgt. Niemand stellt Fragen. (Seite 96 / 97)

Sobald man etwas weiß, gibt es keinen Weg zurück zur Unwissenheit. (Seite 127)

 

Der Übergang – Justin Cronin

Angst zu haben ist was anderes, wenn man von Hoffnung getragen wird. (Seite 699)

 

Endzeit – Liz Jensen

Es ist tröstlich und faszinierend, was Kunst vermag. Betrachtet man ein konserviertes Gehirn, sieht man nur eine kittgraue Masse, klumpig und nackt wie ein ungeschütztes Weichtier. Drinnen aber ist Raum für tausend Welten, von denen keine auch nur entfernt zu einer anderen passen muss. (Seite 24)

Man kann nicht wissen, was in anderen vorgeht, so wie man die Welt nicht zwingen kann, so zu sein, wie man sie gerne hätte. (Seite 194)

Ich habe gelernt, dass der Plan, den man sich für ein psychologisches Überleben zurechtlegt, nicht unbedingt die Zustimmung anderer findet. Dass die persönliche Vorstellung von Gerechtigkeit ein künstliches Konstrukt ist, überflüssig und nebensächlich in einer Welt, die aus Zellen, Mineralien, Wind, Meer, Flammen und Synapsen besteht. Dass das Ausmaß einer Niederlage immer im Verhältnis zu der Größe des Egos steht, das dabei leidet, und dass Wissen immer einen Preis hat. (Seite 203)

Die Stille ihres geknebelten, nicht herausgeschrienen Schmerzes umfließt uns, flüchtig wie der gekräuselte Abdruck, den der Wind im Wasser hinterlässt. (Seite 214)

“Ein niedriges Selbstwertgefühl kann furchtbaren Schaden anrichten”, sage ich abschließend. “Ich hätte nie geglaubt, dass ausgerechnet du darunter leidest”, sagt er traurig. (Seite 315)

 

Léon und Louise – Alex Capus

Léon verstand und hieß alles gut, was Louise sagte – und zwar einfach, weil sie es war, die es sagte. Er fand ihr Lachen schön, weil es ihr Lachen war, und er liebte ihren aufmunternd forschenden Blick, weil es ihre grünen Augen waren, die ihn so anschauten, als würden sie beständig fragen: Sag mir, bist du’s? Bist du’s wirklich? Die verirrte Haarsträhne quer über Louises Stirn fand er hinreißend, weil es ihre Haarsträhne war, und über die Pantomime, mit der sie den Bürgermeister beim Zigarrenanzünden nachahmte, musste er lachen, weil es eben ihre Pantomime war. (Seite 63)

Dann gingen sie wieder schweigend nebeneinander, als ob sie ein lange vertrautes Paar wären, das sich nichts mehr zu beweisen hat. Als sie noch auf ihren Rädern gesessen und in die Pedale getreten hatten, waren sie frei und unbefangen gewesen, weil das Ziel noch in der Zukunft gelegen hatte und die Gegenwart nicht das Eigentliche gewesen war; jetzt gab es keinen Hinderungsgrund und keine Ausflucht mehr – was nun war, zählte. Aber auch jetzt, da sie so über den Hafen spazierten, gab es zwischen ihnen keine Vorsicht und kein Unbehagen, nur die Schwierigkeit, sich in Worten auszudrücken. (Seite 70)

Ich kann Gas geben, Licht machen und hupen. Bremsen will ich nicht können. (Seite 150)

Es sind immer die Besten, die Ungehorsam sind, das zeigt schon ein flüchtiger Blick in die Geschichte. Es ist der Ungehorsam, der die Besonderen vor den Gewöhnlichen auszeichnet, glauben Sie nicht auch? (Seite 255)

Die Liebe ist doch ein Anmaßung, nicht wahr? Besonders wenn sie schon ein Vierteljahrhundert dauert. Möchte zu gern wissen, was das ist. Eine hormonelle Dysfunktion zwecks Reproduktion, wie die Biologen behaupten? Seelentrost für kleine Mädchen, die ihren Papa nicht heiraten durften? Daseinszweck für Ungläubige? Das alles zusammen, mag sein. Aber auch mehr, das weiß ich. (Seite 277)

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2 Kommentare zu “[Challenge] Gesammelte Schätze – Mai

  1. „Ihre Worte hängen in Luft wie Kristalle…“ so schön. Hallo ihr Drei! In der letzten Zeit war ich viel unterwegs und mein Blog befindet sich sozusagen in einem Dämmerschlaf. Gestern erst, hab ich die Mai Liste verlinkt und aktualisiert. Anschließend hab mich auf meinen Besen geschwungen und viele schöne Zitate, zum Beispiel auch bei Sylvia gelesen. Es wurde sehr spät und die Sichel zeigte sich in weiter Ferne. Also entschied ich, erst heute meine Blogrunde fortzusetzen. Das erste Zitat von „Endzeit“ gefällt mir auch sehr. Ab Samstag bin ich wieder für eine lange Zeit fort, aber die Juni Liste werde ich heute noch posten. Fühlt euch gedrückt und danke für eure schönen Zitate.

    Liebe Grüße, Tanja
    (lese-leuchtturm)

  2. Pingback: [Challenge] – Gesammelte Schätze 05-2011 | zu den Sternen

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