Das Labyrinth der Wörter – Marie-Sabine Roger

Vielen Dank an  hoca   für dieses Rezensionsexemplar :)

Originaltitel:La tête en friche

Verlag: Hoffmann & Campe

ISBN:978-3-455-40254-4

Bekommen: 12.06.2011

Angefangen: 24.06.2011

Ausgelesen: 26.06.2011

Gelesene Seiten: 205 Seiten

Bewertung: 5sterne

Klappentext:

Germain stand bisher nicht auf der Sonnenseite des Lebens. Von der alleinerziehenden Mutter vernachlässigt, in der Schule gescheitert, haust er nun im Wohnwagen und züchtet Gemüse. Neben dem Schnitzen von Holzfiguren gilt sein Interesse vor allem den Tauben im Park. Eines Tages trifft er dort eine zierliche alte Dame, die seine Faszination für die Tauben teilt. Das ungleiche Paar freundet sich an. Als sie anfängt, ihm Romane vorzulesen, öffnet sich für Germain eine völlig neue Welt. Doch bald erfährt er, dass Margueritte seine Hilfe braucht. Germain muss ihr zuliebe über seinen Schatten springen.

Rezension:

Der etwas tumbe Germain, der es von Anfang an im Leben nicht besonders leicht hatte und dem das Lernen immer schwer gefallen ist, begegnet eines Tages im Park Margueritte. Die alte Dame erobert nach und nach sein Herz und als sie beginnt, ihm aus Romanen vorzulesen, beginnt in Germain eine Wandlung, die er nie für möglich gehalten hätte. Doch erst als Margueritte seine Hilfe braucht ist Germain in der Lage einen großen Schritt zu wagen.

Unendlich liebevoll und mit viel Humor erzählt Marie-Sabine Roger die Geschichte eines etwas tumben Mannes, der durch eine kleine alte Dame den eigenen Wert neu zu beurteilen lernt.

Germain, der eine wunderbare Wandlung durchmacht und durch Margueritte zu einem ganz neuen Vertrauen in sich und seine Fähigkeiten findet, der einem zunächst als der lustige, leicht zurückgebliebene Dummkopf erscheint berührt einen zutiefst und die Figur zeigt eindrucksvoll, dass Bildung und Intelligenz nicht das Selbe sind und emotionale Intelligenz wertvoller ist als jede Hochschulbildung.

Mit viel Herz und einem ganz großen Gespür für Stimmungen, Menschen und Sprache ist hier ein Roman entstanden, der den Leser in tiefster Seele rührt und der mit seinen leisen Tönen zu den ganz Großen in der Gegenwartsliteratur zählt.

Zitate:

Ob Sie es glauben oder nicht, in dem Moment habe ich entdeckt, was es für ein Gefühl ist, wenn sich jemand für einen interessiert. Falls Sie es nicht wissen, kann ich Ihnen sagen: Es ist ganz schön komisch. (Seite 18) 

Es war seltsam, ich hatte das Gefühl, dass wir Freunde waren. Ich meine, nicht wirklich, aber so was in der Art. Inzwischen habe ich das Wort gefunden, das mir fehlte: Vertraute. (Seite 20)

Wörter sind wie Schachteln, in die man seine Gedanken einsortiert, um sie den anderen besser präsentieren zu können. (Seite 21)

Denn vor diesem Tag, da habe ich eben gedacht oder nicht gedacht. Entweder das eine oder das andere. Und wenn ich dachte, dann hielt ich mich nicht weiter damit auf, es passierte im Grunde ohne mich. Wenn ich dachte, dann ganz ohne zu überlegen. (Seite 58)

Ich glaube, an diesem Abend hatte ich eine Art Intelligenzanfall. (Seite 60)

Wir sind nur auf Erden, um Dinge weiterzugeben, wissen Sie… Zu lernen, seine Spielsachen zu teilen, ist wahrscheinlich die wichtigste Lektion, die man sich im Leben aneignen muss. (Seite 72)

“Tatsächlich… Ich bin beeindruckt, Germain, Sie haben ein hervorragendes auditives Gedächtnis!”  “Ach was, ich kann mir nur ganz gut merken, was ich höre.” (Seite 94)

Landremont, der viel erzählt, wenn der Tag lang ist, sagt immer: “Was dich nicht umbringt, macht dich stark.” Das soll also das Leben sein: Entweder du bist stark, oder du bist tot? Was für eine Scheißauswahl. (Seite 104)

Nun ja, das Privileg des Alters ist: Wenn man sich langweilt, dann weiß man wenigstens, dass es nicht mehr für lange ist. (Seite 150)

Filmtrailer:

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Ein Kommentar zu “Das Labyrinth der Wörter – Marie-Sabine Roger

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