Archiv | Juli 2011

[Challenge] Gesammelte Schätze – Juli

Zweilicht – Nina Blazon

Der ganze Raum war erfüllt von Träumen. Wenn sie die Augen schloss konnte sie sie sogar hören – dünne Stimmen, die von Dingen erzählten, die ihr fremd waren. (Seite 10)

„Ich komme morgen wieder zu dir“, flüsterte sie. „Ich habe dich umarmt. Du gehörst mir.“ (Seite 25)

Es geht immer um das Abschiednehmen, Sohn. Wir müssen lernen, die Abschiede zu umarmen. (Seite 55)

Er ist…wie ein Vulkan, der denkt, er sei ein Gletscher. (Seite 133)

Verkehr hätte hier rauschen, die Werbetafeln farbige Lichtreflexe auf Scheiben werfen müssen. Doch es war still. Nur die Götterbäume wisperten in einer Brise und irgendwo bellte ein Fuchs. (Seite 257)

Wir glauben gern, dass etwas geschieht, während wir reden. Die Wahrheit ist, dass alles Wichtige geschieht, während wir schweigen. (Seite 337)

Und vielleicht geht es ja gerade darum, dachte er. Neue Enden für alte Geschichten zu finden. (Seite 351)

Er glaubte, inzwischen so ziemlich alles über Unglück zu wissen, aber jetzt lernte er so einiges über Glück: dass es einfach da sein konnte, auch wenn alle Wahrscheinlichkeiten und die Vernunft dagegen sprachen. Dass es Finsternis in Goldlicht verwandelte. Und dass sogar dann, wenn der Tod seine Finger nach ihnen ausstreckte, nichts so wichtig war wie dieser Augenblick. (Seite 352)

Eines habe ich gelernt: Wer liebt, wird leichtsinnig. Das Mädchen ist listig, aber es gibt immer einen Weg in ein verwundbares Herz. An der Stelle, an der es am heißesten brennt. (Seite 353)

 

Superhero – Anthony McCarten

Sophie: Hast du jemals geweint, Adrian? Weinst du eigentlich nie?
Adrian: Manchmal schon. Beim Cricket. […] Wie die meisten Männer weine ich, wenn es nicht wichtig ist. (Seite 100)

Jahre vergehen. Seine Gefühle sind nun schon so lange eingepfercht, dass sie für immer gezähmt sind. (Seite 160)

Donald: Wie ist das, wenn man Sex hat? […]
Tanya: Nun, wenn du mit der Richtigen zusammen bist…ich glaube, man könnte sagen, das ist…eine Art Wettbewerb. Ihr wollt beide, dass der andere gewinnt. (Seite 232)

Warum bewahren wir die Fassung, überlegt Adrian, warum sind wir konform, warum bleiben wir (darauf läuft es doch hinaus), wer wir sind? Weil wir immer das Schlimmste befürchten? Bauen wir unser ganzes Leben immer nur als Verteidigungsstellung gegen das Schlimmste auf, das uns widerfahren könnte? Das Merkwürdige ist: Wenn die meisten von uns nur einen unklaren oder sogar überhaupt keinen Begriff davon haben, was dieses Schlimmste ist, warum lassen wir dann jede unserer Handlungen von unserer Angst bestimmen? Wenn wir uns nur einen Augenblick lang vorstellen – denkt Adrian, als er über den Marmorboden schreitet, direkt aus dem Sitzungsraum, noch das vernichtende Urteil im Ohr, doch nicht überrascht von der Entscheidung – , wenn wir uns also vorstellen, dass das Schlimmste, sollte es jemals eintreffen, nicht halb so schlimm ist, wie wir gedacht haben. Und dann gehen wir noch einen Schritt weiter. Wir stellen uns vor, dass dieses Schlimmste in Wirklichkeit das Beste ist, was uns überhaupt geschehen konnte. Wie schockierend hätten wir damit bewiesen, wie sinnlos all die Vorsicht unseres Lebens ist? (Seite 299 / 300)

 

Adrian Mayfield / Auf Leben und Tod – Floortje Zwigtman

[…] ich fürchte, die Menschheit wird immer Ausreden finden, um zu hassen. Wenn nicht im Namen der Religion, dann im Namen der Sittlichkeit oder, Krönung der Torheit, der Veredelung der Rasse. (Seite 50)

„Er sieht nicht, dass dieser Baum verzaubert ist. […] Er glaubt, das hier wäre ein hässlicher alter Apfelbaum. Aber das ist er nicht. Wenn du weißt, wie du hingucken musst, wirst du entdecken, dass alles eine verborgene Schönheit hat, selbst die gewöhnlichsten Dinge. Dann kannst du Glück aus dem Nichts zaubern und Menschen, Tiere und Bäume mit Schönheit bekleiden, bis die ganze Welt verzaubert scheint. Das ist Magie. Das hat ein Mann in London mir beigebracht.” “Ein Zauberer?” […] “Ja, ein Zauberer. Und was er mir beigebracht, ist ein großes Geheimnis. Die Leute in London wollen ihn dafür ins Gefängnis stecken. […] Heute Nacht, wenn ihr schlaft, fliegen die Lampions in den Himmel und brennen dort weiter, zwischen den Sternen, damit er sie in London auch sehen kann.“ (Seite 264)

In den letzten Wochen musste die Welt größer geworden sein oder ich kleiner. Nie war mir der Himmel so hoch vorgekommen und hatten die Gebäude solch lange, dunkle Schatten geworfen, waren die Straßen so breit gewesen und so voller Menschen. […] Zu groß! Zu laut! Zu voll! Zu viel, zu viel, zu viel!, schrie die Panik in mir. […] Ich wusste, dass ich es nicht ertragen würde, berührt zu werden. Meine Haut war zu dünn, fast verschwunden, meine Nerven lagen blank… (Seite 468)

Ich bleib zurück mit meinem Herzschlag und meiner Atmung, die mir erzählten, dass ich lebte, dass ich alles überlebt hatte. Der Schmerz, die Panik, die Liebe und der Hass und die Enttäuschung lagen sicher in meinem lebendigen Fleisch begraben. (Seite 475)

Zum ersten Mal seit Wochen fühlte ich etwas, das mehr war als vage, abgestumpfte Trauer, Müdigkeit und Langeweile. Kein Schmerz, keine Verzweiflung. […] Was ich fühlte, war die Hoffnungslosigkeit aller Dinge, die unmöglich waren. (Seite 481)

“Ich kann nicht gehen.” “Wenn du nicht gehen kannst, dann tanzen wir.” (Seite 510)

Ich hatte zu lange tatenlos die Entscheidungen des Schicksals abgewartet, um diese noch ohne Widerworte akzeptieren zu können. Ich wollte selbst derjenige sein, der die Entscheidung traf, glücklich zu sein, aber notfalls auch unglücklich. Wenn ich genug von den Tränen hatte, würde ich lachen; wenn das Lachen wehtat, würde ich weinen. Ich würde selbst die Wahl treffen, wie verdammt schwierig das auch werden mochte. Jedes Wort in meinem Buch würde ab jetzt von mir sein. (Seite 576)

Ich blieb stehen, gefangen in seinem Griff, im strömenden Regen, und ließ die Tropfen wie Tränen über meine Wange rollen. “Ich liebe dich”, sagte ich, “und ich bereue gar nichts.“ (Seite 603)

 

 

 

Zweilicht – Nina Blazon

Vielen Dank an  cbt-verlag für diese Rezensionsexemplar :)

Erscheinungsdatum: 29. August 2011

Bekommen: 03.06.2011

Angefangen: 28.07.2011

Ausgelesen: 31.07.2011

Gelesene Seiten: 416

Gelesene Seiten insgesamt 2011: 13.305

Bewertung: 4sterne

Klappentext:

Der 17-jährige Jay ist in der Stadt seiner Träume angelangt – ein Jahr wird er als Austauschschüler in New York, der Heimat seines verstorbenen Vaters, verbringen. Gleich zu Beginn verliebt er sich in die geheimnisvolle Madison mit den Indianeraugen. Doch was er keinem zu erzählen wagt: Hin und wieder taucht ein anderes Mädchen auf, das außer ihm niemand zu sehen scheint. Sie nennt sich Ivy und er kann nicht aufhören, an sie zu denken. Bis sie ihn schließlich in eine verwunschene Welt entführt, die seit Jahrhunderten kein lebender Mensch betreten hat. Als auch im New York der Gegenwart die Geister und Dämonen erwachen, beginnt für Jay ein Kampf auf Leben und Tod. Der Dämon mit dem Herzen aus Eis ist ihm auf der Spur und giert nach menschlichen Seelen. Und Jay muss sich entscheiden – zwischen zwei Mädchen, zwei Leben, zwei Wirklichkeiten …

Rezension von Heike (4 Sterne)

 Zitate:

„Ich komme morgen wieder zu dir“, flüsterte sie. „Ich habe dich umarmt. Du gehörst mir.“ (Seite 25)

Es geht immer um das Abschiednehmen, Sohn. Wir müssen lernen, die Abschiede zu umarmen. (Seite 55)

Er ist…wie ein Vulkan, der denkt, er sei ein Gletscher. (Seite 133)

Wir glauben gern, dass etwas geschieht, während wir reden. Die Wahrheit ist, dass alles Wichtige geschieht, während wir schweigen. (Seite 337)

Und vielleicht geht es ja gerade darum, dachte er. Neue Enden für alte Geschichten zu finden. (Seite 351)

Er glaubte, inzwischen so ziemlich alles über Unglück zu wissen, aber jetzt lernte er so einiges über Glück: dass es einfach da sein konnte, auch wenn alle Wahrscheinlichkeiten und die Vernunft dagegen sprachen. Dass es Finsternis in Goldlicht verwandelte. Und dass sogar dann, wenn der Tod seine Finger nach ihnen ausstreckte, nichts so wichtig war wie dieser Augenblick. (Seite 352)

Eines habe ich gelernt: Wer liebt, wird leichtsinnig. Das Mädchen ist listig, aber es gibt immer einen Weg in ein verwundbares Herz. An der Stelle, an der es am heißesten brennt. (Seite 353)

Black*Out – Andreas Eschbach

Gekauft: Dezember 2010

Angefangen: 12.07.2011

Ausgelesen: 27.07.2011

Gelesene Seiten: 461

Gelesene Seiten insgesamt 2011: 12.889

Bewertung: 3sterne

Klappentext:

Christopher ist auf der Flucht. Gemeinsam mit der gleichaltrigen Serenity ist er unterwegs in der Wüste Nevadas. Irgendwo dort draußen muss Serenitys Vater leben, der Visionär und Vordenker Jeremiah Jones, der sämtlicher Technik abgeschworen hat, nachdem er erkennen musste, welche Gefahren die weltweite Vernetzung mit sich bringen kann. Doch eine Flucht vor der Technik – ist das heute überhaupt möglich? Serenity ahnt bald, auf was und vor allem auf wen sie sich eingelassen hat. Denn der schwer durchschaubare Christopher ist nicht irgendjemand. Christopher hat einst den berühmtesten Hack der Geschichte getätigt. Und nun ist er im Besitz eines Geheimnisses, das dramatischer nicht sein könnte: Die Tage der Menschheit, wie wir sie kennen, sind gezählt.

Rezension von Heike (5 Sterne)

Die Fortsetzung – Hide*Out – erscheint im November 2011 bei Arena.

Superhero – Anthony McCarten

superhero Originaltitel: Death of a Superhero

Verlag: Diogenes

ISBN: 978-3-257-23733-7

Gekauft: 13.07.2011

Angefangen: 25.07.2011

Ausgelesen: 26.07.2011

Gelesene Seiten: 302

Gelesene Seiten insgesamt 2011: 12.428

Bewertung: 

Klappentext:

Eigentlich ist Donald ein ganz normaler einsamer, unglücklicher Teenager. Vor allem quält ihn die Frage: „Wie geht Liebe?“ Aber er hat wenig Zeit – er ist krank. Was ihm bleibt, ist ein Leben im schnellen Vorlauf. Das schafft aber nur ein Superheld. Darum hat Donald einen erfunden – Miracle Man. Aber kann Miracle Man ihm helfen, oder braucht Donald ganz andere Helden?

Rezension:

Donald, 14 Jahre alt, hat keinen Bock auf Leukämie. Wer hätte den schon? Aber wie unfair ist es bitteschön, wenn man noch nicht mal Sex hatte, bevor man letztlich abtritt?! Donald ist aufs Schlimmste hormongeplagt und einfach nur genervt. Von der Fürsorglichkeit seiner Eltern, von seinem großen Bruder und vom Krebs. Großartige Chance auf Heilung besteht längst nicht mehr als er schließlich nach dem gescheiterten Versuch seinem Leben selbst ein Ende zu setzen, bevor die Krankheit es tut, von seinen Eltern zu Dr. Adrian King, dem Klinikpsychologen geschickt wird.

Donald hat keine Wahl. Ob er will oder nicht muss er sich mit der Krankheit arrangieren. Er selbst ist allerdings kaum noch in der Lage zu kämpfen und überlässt das deshalb Miracle Man, seinem Alter Ego, das in seinem Comicroman doch am Ende jeden Kampf gegen den fiesen Dr. Gummifinger gewinnt und vielleicht am Ende mit Rachel, seiner großen Liebe, glücklich werden wird.

Man merkt, dass Donald keine Zeit mehr hat. Die kurzen, schnellen Schnitte zwischen verschiedenen Handlungsorten und Personen lassen daran keinen Zweifel. Kein Schnickschnack, kein Kitsch, kein Gelaber. Jeder Tag zählt.

Dieses Buch wirkt ebenso unausgeglichen und gestresst wie Donald es ist. Die Brüche im Text, scheinbar zusammenhanglose Passagen und seine schonungslos ehrliche und unverblümt brachiale Sprache zeigen es sehr deutlich. Die eingestreuten, von Donald verfassten, Comicszenen zeichnen ein Bild von ihm selbst, wie es eindringlicher kaum sein könnte. Seine pornografischen Zeichnungen schocken seine Eltern und seinen Psychologen. McCarten lässt wenig Platz für (Selbst-)Mitleid in seinem Roman über ein paar – gar nicht mal immer so heldenhafte – Superhelden.

Mein persönlicher Superheld neben Donald ist Adrian King, der sich schon damit abgefunden hatte, dass seine Frau ihn betrügt und dass sein Job ihn längst nicht so ausfüllt, wie er das gerne hätte. Bis er ganz am Ende doch noch die Kraft findet und Donalds Rat befolgt: „Schmeißen. Sie. Das. Dreck-. –stück. Raus.“

Ist dieses Buch ein Roman? Ein Drehbuch? Oder ein Comicroman?

„Scheißegal!“ würde Donald vermutlich meinen.

Da muss ich ihm recht geben. Schon nach wenigen Seiten hatte ich mich nicht nur an den eigenwilligen Schreibstil und Aufbau gewöhnt, sondern war mittendrin in Miracle Mans Kampf um Gerechtigkeit, dem Kampf von Donalds Eltern um das Leben ihres Sohnes, Adrians Kampf mit sich selbst und seinem festgefahrenen Leben und Donalds Kampf darum, etwas von sich zurück zulassen und sich damit genauso unsterblich zu machen wie Miracle Man.

Ich vergebe 5 Sterne und normalerweise würde ich jetzt auch eine Begründung dafür liefern. Allerdings fällt es mir dieses Mal wirklich sehr schwer, meine Begeisterung in Worte zu fassen. Der Roman hat mich gefesselt und war spannend von der ersten bis zur letzten Seite, was nicht zuletzt daran liegt, dass der komplette Roman völlig ohne Nebensächlichkeiten auskommt. Zudem hat McCarten mit Donald einen Superhelden erschaffen, der einen gleichzeitig ganz fürchterlich nervt mit seiner herablassenden, aggressiven Art und dann doch wenige Zeilen später wieder durch unfassbare Coolness und Tiefgründigkeit überrascht. Nicht zuletzt deshalb war dieser Roman eine Herausforderung, die ich sehr gerne angenommen habe.

Zitate:

Sophie: Hast du jemals geweint, Adrian? Weinst du eigentlich nie?
Adrian: Manchmal schon. Beim Cricket. […] Wie die meisten Männer weine ich, wenn es nicht wichtig ist. (Seite 100)

Jahre vergehen. Seine Gefühle sind nun schon so lange eingepfercht, dass sie für immer gezähmt sind. (Seite 160)

Donald: Wie ist das, wenn man Sex hat? […]
Tanya: Nun, wenn du mit der Richtigen zusammen bist…ich glaube, man könnte sagen, das ist…eine Art Wettbewerb. Ihr wollt beide, dass der andere gewinnt. (Seite 232)

Warum bewahren wir die Fassung, überlegt Adrian, warum sind wir konform, warum bleiben wir (darauf läuft es doch hinaus), wer wir sind? Weil wir immer das Schlimmste befürchten? Bauen wir unser ganzes Leben immer nur als Verteidigungsstellung gegen das Schlimmste auf, das uns widerfahren könnte? Das Merkwürdige ist: Wenn die meisten von uns nur einen unklaren oder sogar überhaupt keinen Begriff davon haben, was dieses Schlimmste ist, warum lassen wir dann jede unserer Handlungen von unserer Angst bestimmen? Wenn wir uns nur einen Augenblick lang vorstellen – denkt Adrian, als er über den Marmorboden schreitet, direkt aus dem Sitzungsraum, noch das vernichtende Urteil im Ohr, doch nicht überrascht von der Entscheidung – , wenn wir uns also vorstellen, dass das Schlimmste, sollte es jemals eintreffen, nicht halb so schlimm ist, wie wir gedacht haben. Und dann gehen wir noch einen Schritt weiter. Wir stellen uns vor, dass dieses Schlimmste in Wirklichkeit das Beste ist, was uns überhaupt geschehen konnte. Wie schockierend hätten wir damit bewiesen, wie sinnlos all die Vorsicht unseres Lebens ist? (Seite 299 / 300)

Autoreninformationen:

 

Anthony McCarten, Jahrgang 1961, schreibt neben Romanen auch noch Drehbücher. Unter anderem auch zu „The English Harem“ (2005) und „Show of Hands“ (2008).

 

 

 

Foto: Copyright © Peter Peitsch / peitschphoto.com

Romane (alle erschienen oder in Vorbereitung im Diogenes Verlag):

  • Superhero (Originaltitel: Death of a Superhero)
  • Englischer Harem (Originaltitel: The English Harem)
  • Hand aufs Herz (Originaltitel: Show Of Hands)
  • Liebe am Ende der Welt (Originaltitel: Spinners) – erscheint September 2011
  • Brillance – in Vorbereitung

Ein Erzählband ist ebenfalls in Vorbereitung: A Modest Apocalypse and Other Stories

Verfilmungen:

  • Englischer Harem (TV-Verfilmung)
  • Superhero – Filmstart voraussichtlich Anfang 2012

Lesungen mit Anthony McCarten:
12. Oktober 2011 in Frankfurt am Main
17. Oktober 2011 in Hamburg

Quelle und mehr Informationen

Adrian Mayfield/Auf Leben und Tod – Floortje Zwigtman

Vielen Dank an logo-gerstenberg für dieses Rezensionsexemplar :)

Bekommen: 01.07.2011

Angefangen: 12.07.2011

Ausgelesen: 26.07.2011

Gelesene Seiten: 640

Bewertung: 5sterne

Klappentext:

Adrian steht am Abgrund – seine große Liebe Vincent Farley hat ihn vor die Tür gesetzt, nachdem er erfahren hat, dass Adrian vor ihm auch andere Männer geliebt hat. Adrian sinnt auf Rache, eine Rache, an der er schließlich selbst zu zerbrechen droht. Um nichts weniger als um Tod oder Leben geht es im dritten Band der von der Kritik gefeierten und preisgekrönten Trilogie um Adrian Mayfield und seine Suche nach dem großen Glück im viktorianischen London. Ist Adrians Kampf zum Scheitern verurteilt, angesichts der Normen einer Gesellschaft, die nach der Verhaftung von Oscar Wilde ihre hässliche Seite so ungeschminkt wie nie zuvor nach außen kehrt? Oder werden am Ende doch das Leben und die Liebe siegen?

Rezension von Nina

Mein Fazit:

Obwohl der Roman recht düster und zunächst hoffnungslos beginnt und ich bis zur Hälfte noch dachte, ich könnte nur 4 Sterne vergeben, hat sich doch noch herausgestellt, dass es genau das richtige Finale war für diese wirklich großartige und herausragende Trilogie. Ein besseres Ende hätte Floortje Zwigtman meiner Meinung nach nicht schreiben können. Perfekt!

Zitate:

[…] ich fürchte, die Menschheit wird immer Ausreden finden, um zu hassen. Wenn nicht im Namen der Religion, dann im Namen der Sittlichkeit oder, Krönung der Torheit, der Veredelung der Rasse. (Seite 50)

In den letzten Wochen musste die Welt größer geworden sein oder ich kleiner. Nie war mir der Himmel so hoch vorgekommen und hatten die Gebäude solch lange, dunkle Schatten geworfen, waren die Straßen so breit gewesen und so voller Menschen. […] Zu groß! Zu laut! Zu voll! Zu viel, zu viel, zu viel!, schrie die Panik in mir. […] Ich wusste, dass ich es nicht ertragen würde, berührt zu werden. Meine Haut war zu dünn, fast verschwunden, meine Nerven lagen blank… (Seite 468)

Ich bleib zurück mit meinem Herzschlag und meiner Atmung, die mir erzählten, dass ich lebte, dass ich alles überlebt hatte. Der Schmerz, die Panik, die Liebe und der Hass und die Enttäuschung lagen sicher in meinem lebendigen Fleisch begraben. (Seite 475)

Zum ersten Mal seit Wochen fühlte ich etwas, das mehr war als vage, abgestumpfte Trauer, Müdigkeit und Langeweile. Kein Schmerz, keine Verzweiflung. […] Was ich fühlte, war die Hoffnungslosigkeit aller Dinge, die unmöglich waren. (Seite 481)

“Ich kann nicht gehen.” “Wenn du nicht gehen kannst, dann tanzen wir.” (Seite 510)

Ich hatte zu lange tatenlos die Entscheidungen des Schicksals abgewartet, um diese noch ohne Widerworte akzeptieren zu können. Ich wollte selbst derjenige sein, der die Entscheidung traf, glücklich zu sein, aber notfalls auch unglücklich. Wenn ich genug von den Tränen hatte, würde ich lachen; wenn das Lachen wehtat, würde ich weinen. Ich würde selbst die Wahl treffen, wie verdammt schwierig das auch werden mochte. Jedes Wort in meinem Buch würde ab jetzt von mir sein. (Seite 576)

Kein Award für Irina! ;)

Bekanntlich sind wir ja keine besonders großen Fans von diesen ganzen Award-Geschichten. Aber wären wir es doch, dann würden wir heute Irina von Bücher über alles definitiv einen verleihen. Für einen der schönsten, übersichtlichsten und informativsten Bücherblogs, das wir kennen. :)

muschel

Danke, dass Du Dir so viel Mühe machst und – ganz offensichtlich – mit so viel Herzblut dabei bist!

Bücher sind Lebensmittel

So schööön! Ich liebe es! ♥

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Gesehen in Berlin, Danziger Straße: Käthe Kollwitz Buchhandlung