Adrian Mayfield/Auf Leben und Tod – Floortje Zwigtman

Vielen Dank an logo-gerstenberg für dieses Rezensionsexemplar :)

Bekommen: 01.07.2011

Angefangen: 03.07.2011

Ausgelesen: 06.07.2011

Gelesene Seiten: 640

Bewertung: 5sterne

Klappentext:

Adrian steht am Abgrund – seine große Liebe Vincent Farley hat ihn vor die Tür gesetzt, nachdem er erfahren hat, dass Adrian vor ihm auch andere Männer geliebt hat. Adrian sinnt auf Rache, eine Rache, an der er schließlich selbst zu zerbrechen droht. Um nichts weniger als um Tod oder Leben geht es im dritten Band der von der Kritik gefeierten und preisgekrönten Trilogie um Adrian Mayfield und seine Suche nach dem großen Glück im viktorianischen London. Ist Adrians Kampf zum Scheitern verurteilt, angesichts der Normen einer Gesellschaft, die nach der Verhaftung von Oscar Wilde ihre hässliche Seite so ungeschminkt wie nie zuvor nach außen kehrt? Oder werden am Ende doch das Leben und die Liebe siegen?

Rezension:

Adrian ist enttäuscht, verletzt und sinnt auf Rache. Vincent Farley, den er so abgöttisch liebte, hat ihn, als er von seiner Vergangenheit erfuhr fortgestoßen, als hätte er niemals etwas für ihn empfunden. Ohne irgendwelche Regungen setzte er Adrian auf die Straße, nur um gleich darauf seine Verlobung mit Octavia Webb, einer Tochter aus gutem Hause, bekannt zu geben. Zudem steht das Ende des Wilde Prozesses kurz bevor und viele von Adrians Freunden aus dem purpurnen Hofstaat reisen, mit der Hoffnung auf mehr Verständnis, nach Paris.

Wird Adrian es auch alleine schaffen, Vincent wieder für sich zu gewinnen?

„Adrian Mayfield – Auf Leben und Tod“ ist leider offensichtlich das Ende der Reihe. Floortje Zwigtman hat es geschafft aus dem Finale der Trilogie einen ganz besonderen Roman zu machen, der an Spannung, Gefühlen und Echtheit fast nicht zu toppen ist. Adrians Gefühlswelt öffnet sich einem und so schafft man es nicht nur Verständnis für sein Handeln aufzubringen sondern seinen vielschichtigen Charakter zu verstehen und mit ihm zu fühlen.

Dieser Roman unterscheidet sich in seiner Qualität nicht von den ersten beiden Bänden, obwohl die Stimmung sehr viel düsterer ist. Die Autorin beschreibt einige Dinge auf eine eher malerische Art und Weise, schafft es aber gleichzeitig, einen an den spannenden und entscheidenden Stellen wieder auf den Boden der Tatsachen zurück zu holen. Auch die Übersetzung von Rolf Erdorf habe ich als sehr gelungen empfunden.

Die Charaktere, die erfundenen und die historischen, werden in die Geschichte perfekt eingebunden. Zwigtman schafft es, jeder ihrer Figuren durch gut ausgearbeitete und recherchierte Hintergründe, sowie einen vielseitigen Charakter, Leben einzuhauchen. Keiner der Protagonisten ist langweilig oder wirkt irgendwie eindimensional.

Im Gegenteil, man merkt ihnen die Liebe und Geduld an, mit der die Autorin sich ihnen gewidmet hat. Und eben diese Geduld findet sich auch in der Umsetzung ihrer Idee wieder. Das Buch enthält eine eigene Geschichte, sowie Fakten, wie etwa eine Vielzahl von Namen, Daten oder Schriftstücken, die real sind, sich aber nahtlos in die fiktive Geschichte einreihen, sodass der Übergang zwischen Fiktion und Realität perfekt verschwimmt.

Das Cover der deutschen Ausgabe ist großartig gelungen und spiegelt, im Gegensatz zum Cover der Originalausgabe, den Inhalt und die Intensität dieses Buches wieder.

Großartig!!! Unbedingt lesen! :)

Zitate:

„Er sieht nicht, dass dieser Baum verzaubert ist. […] Er glaubt, das hier wäre ein hässlicher alter Apfelbaum. Aber das ist er nicht. Wenn du weißt, wie du hingucken musst, wirst du entdecken, dass alles eine verborgene Schönheit hat, selbst die gewöhnlichsten Dinge. Dann kannst du Glück aus dem Nichts zaubern und Menschen, Tiere und Bäume mit Schönheit bekleiden, bis die ganze Welt verzaubert scheint. Das ist Magie. Das hat ein Mann in London mir beigebracht.” “Ein Zauberer?” […] “Ja, ein Zauberer. Und was er mir beigebracht, ist ein großes Geheimnis. Die Leute in London wollen ihn dafür ins Gefängnis stecken. […] Heute Nacht, wenn ihr schlaft, fliegen die Lampions in den Himmel und brennen dort weiter, zwischen den Sternen, damit er sie in London auch sehen kann.“ (Seite 264)

Ich blieb stehen, gefangen in seinem Griff, im strömenden Regen, und ließ die Tropfen wie Tränen über meine Wange rollen. “Ich liebe dich”, sagte ich, “und ich bereue gar nichts.“ (Seite 603)

 

Interview mit Floortje Zwigtman (leider auf Holländisch):

 

Band 1: Ich, Adrian Mayfield

Band 2: Adrian Mayfield – Versuch einer Liebe

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