Zweilicht – Nina Blazon

Vielen Dank an  cbt-verlag für diese Rezensionsexemplar :)

Erscheinungsdatum: 29. August 2011

Bekommen:03.06.2011

Angefangen:28.06.2011

Ausgelesen:04.07.2011

Gelesene Seiten:416

Bewertung: 4sterne

Klappentext:

 

Der 17-jährige Jay ist in der Stadt seiner Träume angelangt – ein Jahr wird er als Austauschschüler in New York, der Heimat seines verstorbenen Vaters, verbringen. Gleich zu Beginn verliebt er sich in die geheimnisvolle Madison mit den Indianeraugen. Doch was er keinem zu erzählen wagt: Hin und wieder taucht ein anderes Mädchen auf, das außer ihm niemand zu sehen scheint. Sie nennt sich Ivy und er kann nicht aufhören, an sie zu denken. Bis sie ihn schließlich in eine verwunschene Welt entführt, die seit Jahrhunderten kein lebender Mensch betreten hat. Als auch im New York der Gegenwart die Geister und Dämonen erwachen, beginnt für Jay ein Kampf auf Leben und Tod. Der Dämon mit dem Herzen aus Eis ist ihm auf der Spur und giert nach menschlichen Seelen. Und Jay muss sich entscheiden – zwischen zwei Mädchen, zwei Leben, zwei Wirklichkeiten …

Rezension:

Eigentlich beginnt eine Rezension ja mit einer kurzen Zusammenfassung des Inhalts und an sich mache ich das auch immer so. Nur dieses Mal nicht, denn mehr als im Klappentext steht, kann ich unmöglich verraten. Und das, wo eben dieser Klappentext dem Buch doch nicht einmal annähernd gerecht wird.

Es ist schon eine verflixte Sache mit diesem Buch, das so gar nicht in irgendein Schema passen möchte. Erwartet hatte ich eine recht seichte Elfenstory, dieses Mal eben mal mit einer männlichen Hauptperson. Bis ca. Seite 150 bedient die Autorin auch genau diese Vorstellung und auch das wirklich schöne Cover impliziert diese Vermutung.

Aber dann gibt es eine Wendung, die alles umschmeißt, was man vorher zu wissen glaubte und die die ganze Story in ein vollkommen anderes Licht rückt. Innerhalb weniger Seiten schafft es Nina Blazon, dass man das Gefühl hat, plötzlich ein ganz anders Buch zu lesen. Für einige Seiten versteht man gar nichts mehr, muss sich erst auf den total anderen Verlauf des Buches einstellen, etwas kombinieren und rätseln… aber dann zeigt die vermeintlich seichte Elfenstory ihr wahres Gesicht und es wird richtig gut und wahnsinnig spannend.

Mir ist klar, dass das alles sehr kryptisch klingt, aber es wäre fatal auch nur andeutungsweise zu verraten, wie das Blatt sich wendet. Denn es ist eine Wendung die garantiert niemand so erwartet hätte.

Die Charaktere des Romans sind überzeugend und auch die Schauplätze sind mit viel Phantasie erdacht.  Der Plott ist richtig gut ausgearbeitet und dieses Buch macht wirklich einfach Spaß. Ein paar Erklärungen mehr hätte es stellenweise geben können. Das hätte einem den “Übergang” im Buch etwas leichter gemacht, weshalb ich auch die  Altersempfehlung des Verlages ab 13 Jahre für zu früh erachte und als Empfehlung eher ab 15-16 Jahre angeben würde.

Wer eine klassische Elfengeschichte à la Gegen das Sommerlicht lesen möchte, liegt bei diesem Buch definitiv falsch. Aber wer bereit ist, sich auf ein ganz besonderes dystopisches Märchen einzulassen, der sollte Zweilicht unbedingt lesen.

Ein Gedanke, mit dem mich das Buch zurücklässt: Es heißt, wir leben im Zeitalter der Aufklärung. Wir glauben, wir sind die Sehenden. Aber vielleicht sind wir blinder als je zuvor.

 Zitate:

Der ganze Raum war erfüllt von Träumen. Wenn sie die Augen schloss konnte sie sie sogar hören – dünne Stimmen, die von Dingen erzählten, die ihr fremd waren. (Seite 10)

Verkehr hätte hier rauschen, die Werbetafeln farbige Lichtreflexe auf Scheiben werfen müssen. Doch es war still. Nur die Götterbäume wisperten in einer Brise und irgendwo bellte ein Fuchs. (Seite 257)

Wir glauben gern, dass etwas geschieht, während wir reden. Die Wahrheit ist, dass alles Wichtige geschieht, während wir schweigen. (Seite 337)

Und vielleicht geht es ja gerade darum, dachte er. Neue Enden für alte Geschichten zu finden. (Seite 351)

Er glaubte, inzwischen so ziemlich alles über Unglück zu wissen, aber jetzt lernte er so einiges über Glück: dass es einfach da sein konnte, auch wenn alle Wahrscheinlichkeiten und die Vernunft dagegen sprachen. Dass es Finsternis in Goldlicht verwandelte. Und dass sogar dann, wenn der Tod seine Finger nach ihnen ausstreckte, nichts so wichtig war wie dieser Augenblick. (Seite 352)

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