Das verbotene Eden/David und Juna – Thomas Thiemeyer

Danke an pan für dieses Rezensionsexemplar:)

Verlag: Pan

ISBN: 978-3-426-28360-8

Bekommen: 21.08.2011

Angefangen: 24.08.2011

Ausgelesen: 25.08.2011

Gelesene Seiten: 464

Bewertung: 4sterne

Klappentext:

Männer und Frauen. Feuer und Wasser. David und Juna.
Die Menschheit steht kurz vor ihrem Ende. Seit den »dunklen Jahren« leben Männer und Frauen in erbitterter Feindschaft. Die Zivilisation ist untergegangen: Während die Männer in den Ruinen der alten Städte hausen, haben die Frauen in der wilden Natur ein neues Leben angefangen. Nichts scheint undenkbarer und gefährlicher in dieser Welt als die Liebe zwischen der 17-jährigen Kriegerin Juna und dem jungen Mönch David. Und doch ist sie der letzte Hoffnungsschimmer …

Rezension:

2080: Durch ein mutiertes Virus hat es die Menschheit geschafft, sich an den Rand der Ausrottung zu katapultieren. Männer und Frauen sind nicht mehr in der Lage zusammen zu leben und bekämpfen sich bis aufs Blut. Fünfundsechzig Jahre schon wütet der Hass. Aber als die junge Kriegerin Juna dem Mönch David begegnet, scheint das Undenkbare in den Bereich des Möglichen zu rücken. Ein Mann, der sich in eine Frau verliebt und eine Frau, die seine Liebe erwidert. Ist ihre Liebe der Silberstreif am Horizont oder der endgültige Untergang?

Ich habe mich schon sehr oft gefragt wie es wohl wäre, wenn plötzlich gleichgeschlechtliche Liebe die Norm wäre und Heterosexualität das, was aus dem Rahmen fällt. Ein interessantes Gedankenspiel, dem sich offenbar auch Thomas Thiemeyer nicht entziehen konnte. Eine Welt, in der Männer und Frauen sich abstoßend finden, sich sogar hassen und bekämpfen und in der eine Beziehung zu einem Vertreter des anderen Geschlechts als totales Absurdum gilt.

Eine wirklich interessante Welt, die der Autor da erschaffen hat. Eine eigentlich ganz simple und doch hochspannende Idee für eine Dystopie.

Dabei hat er sich bei der Erschaffung seines Eden-Universums richtig ins Zeug gelegt und einen durchaus überzeugenden Rahmen geschaffen für seine Geschichte einer verbotenen Liebe, und auch die ganz entfernte Anlehnung an das bekannteste Werk William Shakespears ist durchaus gelungen und gewollt.

Eine mittelalterliche Welt, in der es Überbleibsel der Moderne gibt – das hat schon was. Dass “Die alte Stadt” nicht irgendeine fiktive Stadt ist, sondern eine real existierende, bekannte Stadt, hat mir extrem gut gefallen und auch, dass man zwar gleich zu Anfang darauf kommen kann welche es ist, sich der Verdacht aber für den ein oder anderen vielleicht erst langsam im Laufe der Story bestätigt und der Name nie genannt wird, hat mich sehr angesprochen.

Die Charaktere sind gut durchdacht und durchaus überzeugend, auch wenn Junas Sinneswandel mir an einer Stelle ein bisschen zu plötzlich kam. Aber das ist ein Kritikpunkt, über den man aufgrund der sonstigen Qualität des Plots fast hinwegsehen kann.

Die wechselnde Erzählperspektive bietet dem Leser die Möglichkeit die Welt aus der Sicht der Männer und der Sicht der Frauen zu sehen und trägt sehr gut zum Verständnis der jeweiligen Situationen bei. Dass sich die Institution Kirche auch in dieser Welt durchsetzen konnte hat mich zuerst ein wenig genervt, aber realistisch betrachtet nicht wirklich gewundert. Eine Institution, die von Intoleranz, Hass und Diskriminierung lebt, MUSS in einer solchen Welt einfach Konjunktur haben.

Der Anfang war ein wenig schleppend, aber die Story nahm dann doch noch ordentlich Fahrt auf, weshalb ich gerne vier Sterne vergebe und auf den nächsten Band aus Thomas Thiemeyers Feder schon sehr gespannt bin.

Zitate:

Männer, die Frauen lieben”, sagte der Irokese. “Was für’n perverser Scheiß. Bei der Vorstellung dreht sich mir der Magen um.” (Seite 187)

Der Teufel stand Pate, als das Weib erschaffen wurde. Wie sonst hätte er so viel Versuchung und Verlockung in ein einzelnen Geschöpf legen können? (Seite 419)

Leseprobe

 

Thomas Thiemeyer

 

Thomas Thiemeyer, geboren 1963, lebt in Stuttgart und arbeitete zunächst als Illustrator. Nach fünf rasanten mystischen Wissenschaftsthrillern – zuletzt „Korona“ –, entdeckte er mit den „Chroniken der Weltensucher“ höchst erfolgreich das Jugendbuch für sich. Mit „Das verbotene Eden – David und Juna“ beginnt ein neuer großer Zyklus, der in einer bedrohlichen Zukunft spielt. Mehr Informationen zum Autor unter www.thiemeyer.de

 

 

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