0.4 / Eine perfekte neue Welt – Mike Lancaster

Originaltitel: 0.4

Verlag: Oetinger

ISBN: 978-3789141201

Gekauft: 18.09.2011

Angefangen: 19.09.2011

Ausgelesen: 19.09.2011

Gelesene Seiten: 271

Gelesene Seiten insgesamt 2011: 17.909

Bewertung:

Klappentext:

Ein einziger Moment, eine einzige Entscheidung, können manchmal das ganze Leben verändern. Als der fünfzehnjährige Kyle Straker sich als Freiwilliger für eine Hypnosevorführung meldet, ahnt er nicht, dass er damit sein Schicksal besiegelt. Denn als Kyle aus seiner Trance erwacht, erwartet ihn ein unglaublicher Anblick: Alle anderen Einwohner seiner Stadt, seine Familie und Freunde sind reglos eingefroren. Kein Blinzeln, kein Beben der Nasenflügel – nichts und niemand bewegt sich mehr. Als die Menschen endlich erwachen, wird alles nur noch schlimmer. Für Kyle beginnt ein wahrer Albtraum: Alle um ihn herum sind wie ausgewechselt und er fühlt sich zunehmend bedroht. Zwar ist er angeblich in einer perfekten neuen Welt erwacht. Doch wie perfekt ist eine Welt, in der er nicht sein darf, wer er ist?

Rezension:

Vorsicht – winzige Spoiler ließen sich ausnahmsweise nicht vermeiden!

Aufgenommen auf Kassetten –zeitlich scheinbar ungefähr in unserer Gegenwart – werden in der Zukunft die Aufzeichnungen von Kyle Straker gefunden. Der Roman enthält deren Text in Skriptform und richtet sich an einen Leser, der offenbar so weit in der Zukunft lebt, dass am Anfang des Romans eine Erklärung zu finden ist, was ein „Buch“ überhaupt ist.

Kyle erzählt auf insgesamt drei Kassetten davon, wie die Welt um ihn herum sich von einer Sekunde zur nächsten von Grund auf verändert hat und wie nur er – gemeinsam mit drei anderen Bewohnern seiner Heimatstadt – noch in der „alten Welt“ zurück geblieben ist. Gibt es eine Möglichkeit für die vier weiterzumachen wie bisher? Oder werden sie sich der neuen Weltordnung beugen? Haben sie überhaupt die Wahl?

Die mangelhafte Ausarbeitung der Charaktere ist meiner Meinung nach der größte Schwachpunkt des Romans. Schon jetzt, nach zwei Tagen, kann ich mich kaum noch an einen der Protagonisten erinnern und ich hatte auch während des Lesens nie das Gefühl, einen von ihnen kennenzulernen. Mike Lancaster bleibt sehr an der Oberfläche, vermeidet Ecken und Kanten. Zu vieles wird einfach nur kurz angerissen. So ist Lilly, eine der vier „Überlebenden“, Kyles Ex-Freundin, inzwischen mit Kyles bestem Freund zusammen. Als sich Kyle und Lilly gegen Ende des Buches schließlich küssen spielt das aber scheinbar keine große Rolle mehr und der Autor geht beinahe kommentarlos darüber hinweg.

Leider lässt sich zur Idee und deren Umsetzung nicht viel sagen, ohne zu viel zu verraten. Grundsätzlich finde ich die Idee nach wie vor mehr als spannend und ich würde mich über Empfehlungen von Romanen mit der gleichen oder einer ähnlichen Idee (Wie wirklich ist die Welt? Wie real ist das, was wir täglich erleben?) sehr freuen! Die Umsetzung ist meiner Meinung nach leider überhaupt nicht geglückt. Zu lange zieht es sich hin, bis Kyle, und damit auch der Leser, herausfindet, was überhaupt los ist und zu oft hatte ich beim Lesen das Gefühl, vieles davon schon in schlechten Science Fiction-Thrillern gesehen zu haben. Ebenso wie bei den Charakteren fehlte mir ein klarer Höhepunkt oder eine wirklich Überraschung.

Auf Grund des Schreibstils würde ich das Buch für eher junge Leser (11 – 13 Jahre) empfehlen, auf Grund des Inhalts für ältere (ab 15). Die einfache Sprache macht es leicht und locker zu lesen auch wenn die Übersetzung stellenweise ein wenig holprig war.

Sehr gut gefallen haben mir die in den Text eingestreuten „Anmerkungen der Herausgeber“, die ich wirklich witzig fand und auch die Zitate am Anfang des Buches und das Cover der englischen Originalausgabe gefallen mir gut.

Fazit: Schade! Ich hatte mich so sehr auf „0.4 / Eine perfekte neue Welt “ gefreut und leider bin ich wirklich sehr enttäuscht. Eine mögliche Fortsetzung werde ich sehr wahrscheinlich nicht lesen.

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