Der Augenjäger – Sebastian Fitzek

978-3-426-19881-0.jpg.29696869 Vielen Dank an droemerfür dieses Rezensionsexemplar :)

Verlag: Droemer

ISBN: 978-3-426-19881-0

Bekommen: 24.09.2011

Angefangen: 26.09.2011

Ausgelesen: 26.09.2011

Gelesene Seiten: 432

Bewertung: 5sterne

Klappentext:

Dr. Suker ist einer der besten Augenchirurgen der Welt. Und Psychopath. Tagsüber führt er die kompliziertesten Operationen am menschlichen Auge durch. Nachts widmet er sich besonderen Patientinnen: Frauen, denen er im wahrsten Sinne des Wortes die Augen öffnet. Denn bevor er sie vergewaltigt, entfernt er ihnen sorgfältig die Augenlider. Bisher haben alle Opfer kurz danach Selbstmord begangen.
Aus Mangel an Zeugen und Beweisen bittet die Polizei Alina Gregoriev um Mithilfe. Die blinde Physiotherapeutin, die seit dem Fall des Augensammlers als Medium gilt, soll Hinweise auf Sukers nächste „Patientin“ geben. Zögernd lässt sich Alina darauf ein – und wird von dieser Sekunde an in einen Strudel aus Wahn und Gewalt gerissen …

Rezension:

Zum Inhalt dieses neuen, von Meisterspinner Sebastian Fitzek in seinem äußerst fähigen, aber durchaus auch leicht gestörten Hirn erdachten Thrillers kann ich kaum mehr verraten, als sowieso schon im Klappentext steht. Jedes Wort mehr wäre ein Wort zu viel.

Viele Menschen haben sicher die Fähigkeit, sich ähnliche Szenarien auszudenken wie sie in diesem Roman zu finden sind. Die meisten belassen sie in ihrem Hirn und teilen sie mit niemandem, weil sie sich für ein wenig spinnert halten. Einige wenige (zum Glück sind es wenige!!!) kommen zu dem Schluss, dass sie diese Phantasien ausleben müssen. Diesen Menschen möchte ich, ehrlich gesagt, weder im Hellen noch im Dunklen so gerne begegnen. Und ein paar wenige Auserwählte finden sich mit ihrer kranken Phantasie ab, stellen sich ihr und schreiben sie auf. So einer ist Sebastian Fitzek, in dem ich mit diesem Thriller nun wirklich und endgültig meinen Meister gefunden habe.

Kein Thriller vorher, noch nicht einmal “Der Augensammler”, der diesem voranging und der erste dieser Reihe ist, hat mich so mitgenommen. Und dabei dachte ich doch nach der Lektüre eben dieses Augensammlers, dass man es besser einfach nicht mehr machen kann. Aber bei einem wie Fitzek sollte man eben niemals nie sagen, denn er hat eindeutig bewiesen, dass es immer noch eine Steigerung gibt. Eine Steigerung des Kranken, eine Steigerung des Perfiden, eine Steigerung von Spannung und Unfassbarkeit.

Dieses Buch hat mir den Atem geraubt. Ich habe es begonnen und nicht mehr aus der Hand gelegt, bis die allerletzte Seite, inklusive Danksagung des Autors, verschlungen war und ich hatte das Gefühl während des Lesens keinen einzigen Atemzug getan zu haben. Protagonisten, Antagonisten, Schauplätze, Spannungsaufbau, Sprachgefühl… es gibt nichts, was man in diesem Thriller hätte besser machen können – obwohl… ich bin fast sicher, dass Fitzek mich spätestens in seinem nächsten Buch Lügen strafen wird. Wenn das einer schafft, dann er!

Ich lese sehr sehr wenige Thriller und bin bei ihrer Auswahl unheimlich wählerisch und anspruchsvoll. Aber einen Fitzek würde ich jederzeit blind kaufen, ohne auch nur zu ahnen, worum es eigentlich geht.

Um es kurz zu machen: Lesen Sie dieses Buch!!!

Zitate:

Als Nächstes geschah etwas noch viel Verstörenderes: Es wurde ruhig. Schlagartig. So abrupt, als hätte das Haus jegliches Leben in seinem Inneren mit einem einzigen Atemzug verschluckt. (Seite 196)

Kein Knacken, kein Rauschen. Nichts. Heute war die Melodie des Hauses verstummt, nur die Geister meiner Erinnerungen hallten als Echo in meinem Kopf umher. (Seite 200)

Aus irgendeinem Grund ist es für die Menschen leichter, die Existenz eines Kinderschänders in ihrer Mitte zu akzeptieren, wenn man ein traumatisierendes Ereignis in seiner Jugend findet, als sich  mit der Vorstellung abfinden zu müssen, dass manche widerwärtigen Subjekte schlicht Natur aus böse sind. Man will es nicht wahrhaben, dass einer Kreatur die Lust am Foltern und Morden angeboren ist wie ihre Augenfarbe oder die Eigenschaft, Rechtshänder zu sein.  (Seite 217)

„Negative Gedanken sind wie Bakterien“, hatte John ihr einmal erklärt. „Haben sie sich einmal in dir festgesetzt, vermehren sie sich und töten jeden Lebensmut in dir.“

„Und welches Antibiotikum empfiehlst du dagegen?“, hatte sie ihn scherzhaft gefragt, und er hatte, ohne zu zögern, eine ernsthafte Antwort darauf gegeben: „Da gibt es nur ein Gegenmittel: Freundschaft.“ (Seite 266)

Es heißt, um ein großes Haus zu zerstören, reiche es aus, einfach nur eine kleine Scheibe einzuschmeißen und abzuwarten. Hat man erst einmal Wind, Regen und Tieren den Zugang ermöglicht, ist der Zerfall  nur noch eine Frage der Zeit. Ich beobachte den Alten auf der Couch, wie er sich seine Lesebrille zurechtrückte, und fragte mich, ob das auch für Menschen galt. Ob irgendwann das Schicksal einen Stein durch die Scheibe unseres Lebens wirft und wir die Folgen dieses Einschlags nicht mehr korrigieren können, sosehr wir uns auch bemühen.        (Seite 310)

Leseprobe

 

 

Sebastian Fitzek

Bild von Sebastian FitzekSebastian Fitzek wurde 1971 in Berlin geboren. Gleich sein erster Psychothriller „Die Therapie“ eroberte die Taschenbuch-Bestsellerliste, wurde als bestes Debüt für den Friedrich-Glauser-Preis nominiert und begeisterte Kritiker wie Leser gleichermaßen. Mit den darauf folgenden Bestsellern „Amokspiel“, „Das Kind“, „Der Seelenbrecher“, „Splitter“ und „Der Augensammler“ festigte er seinen Ruf als DER deutsche Star des Psychothrillers. Seine Bücher werden in vierundzwanzig Sprachen übersetzt. Als einer der wenigen deutschen Thrillerautoren erscheint Sebastian Fitzek auch in den USA und England, der Heimat des Spannungsromans.

http://vorsicht-fitzek.de/
http://www.sebastianfitzek.de/
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©FinePic / München / Helmut Henkensiefken

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