Nacht – Elena Melodia

Danke an pan für dieses Rezensionsexemplar :)

Originaltitel: Buio

Verlag: Pan

ISBN: 978-3-426-28333-2

Bekommen: 22.09.2011

Angefangen: 03.10.2011

Ausgelesen: 04.10.2011

Seiten: 448

Bewertung: 3sterne

Klappentext:

Seit einem schweren Autounfall empfindet die 17-jährige Alma bei jeder Berührung unerträgliche Schmerzen. In letzter Zeit wird sie auch noch von grauenhaften Alpträumen gequält, in denen sie Nacht für Nacht grausame Morde miterleben muss. Einziger Lichtblick ist ihr geheimnisvoller Mitschüler Morgan, der sie mit seinen seltsamen violetten Augen verzaubert und dessen Berührung die einzige ist, die ihr keine Schmerzen verursacht. Als Alma eines Tages entdeckt, dass die Menschen aus ihren Träumen tatsächlich ermordet werden, vertraut sie sich Morgan an und will mit ihm zusammen herausfinden, was hinter den brutalen Taten steckt. Doch bald stellt Alma fest, dass hinter den Morden ein Geheimnis lauert, in dessen Zentrum sie selbst steht und über das sie Morgan zu verlieren droht …

Rezension:

Nach einem schweren Autounfall, bei dem ihre beiden besten Freundinnen ums Leben kamen, hat die 17jährige Alma schreckliche Alpträume. Eines Nachts beginnt sie von grausamen Morden zu träumen, die kurze Zeit später dann tatsächlich stattfinden. Der Einzige, dem sie sich anvertraut, ist ihr Mitschüler Morgan, der selbst auch ein Geheimnis zu haben scheint. Gemeinsam versuchen sie herauszufinden, was es mit den furchtbaren Verbrechen auf sich hat.

Der Klappentext dieses ersten Teils einer Trilogie der italienischen Autorin Elena Melodia liest sich wie eine Lovestory im klassischen Urban Fantasy Stil. In groben Zügen ist sie das auch, aber welches Buch derjenige gelesen hat, der den Klappentext geschrieben hat, konnte ich leider nicht herausfinden.

Von unerträglichen Schmerzen bei jeder Berührung ist im ganzen Buch nicht einmal die Rede, sondern es dringt lediglich durch, dass Alma Berührungen und Umarmungen nicht sehr mag und sich dabei unwohl fühlt. Auch kommen mir die fantastischen Elemente der Geschichte viel zu kurz um sie eindeutig dem Urban-Fantasy-Genre zuzuordnen.

Der Plot, den die Autorin sich hier für ihr Erstlingswerk ausgedacht hat, gefällt mir an sich sehr gut, aber man merkt deutlich, dass sie noch unroutiniert beim Schreiben ist, beliebte Anfängerfehler macht. So kam es mir beim Lesen gelegentlich so vor, als wäre sie sich selbst noch nicht sicher, wohin das ganze am Ende führen soll. Was hat beispielsweise die Geschichte um Almas Freundin Agatha mit der Gesamtstory zu tun?

Dabei liest sich der Roman grundsätzlich gut und flüssig und ist zwischendurch auch richtig spannend. Auch sprachlich gibt es nichts auszusetzen. Die Charaktere allerdings wirken teilweise unentschlossen und eine 17jährige, die so etwas Schreckliches erlebt hat und sich dann wie eine 12jährige mit Mutproben und Aufnahmeritualen für ihre Clique aufhält, wirkt einfach nicht glaubhaft.

Das Ende wirkt so, als sei die Geschichte ursprünglich für EIN Buch konzipiert gewesen und dann in drei Teile getrennt worden. Normalerweise gibt es in den verschiedenen Teilen einer Reihe immer einen Strang, der mit dem jeweiligen Buch für den Moment abgeschlossen ist und dann einen Cliffhanger, der neugierig auf den nächsten Teil macht. Hier gab es für keinen Teilbereich einen Abschluss, sondern die Story war einfach mitten drin zu Ende. Eigentlich ist man am Ende nicht schlauer als vorher, was sehr unbefriedigend ist. Als würde man ein Buch lesen und mittendrin bricht die Geschichte ab weil die Druckerei vergessen hat die restlichen Seiten zu drucken.

Grundsätzlich glaube ich aber, dass die Trilogie durchaus Potential hat und ich werde den nächsten Band auf jeden Fall lesen. Allein schon um zu sehen, ob ich mit meiner Einschätzung, dass die Autorin, die ja aus der Verlagsbranche kommt, durchaus in der Lage ist sich noch sehr zu steigern, den richtigen Riecher hatte. Naja… und natürlich um endlich zu erfahren was es mit all den Geheimnissen auf sich hat, die Elena Melodia in diesem Teil aufgebaut hat.

Zitate:

Ich blicke in ihre großen dunklen Augen und sehe nichts als ein vorzeitig gealtertes Kind, das zu enttäuscht vom Leben ist, um ihm weitere Irrtümer zuzugestehen. (Seite 32)

Ich betrachte die beiden, Vater und Mutter, und sehe nur ein Gefängnis aus Konventionen und aufgesetzten Gefühlen. (Seite 93)

Ein nasskalter Wind, der nach Schlamm riecht, umweht mich, kriecht in meine Nase und die Kehle hinunter bis in den Magen. Ich huste und bedecke meinen Mund mit dem Schal. Links von mir brodelt bedrohlich der Fluss. Die verlassenen Lagerhäuser auf der anderen Seite scheinen das dunkle Wasser durch riesige zerbrochene Fensterfronten zu beobachten; Möwen suchen dort Zuflucht für die Nacht und schreien im Wind wie hungrige Kinder. Mit Brettern vernagelte Holztüren versperren den Zugang zu einer Vergangenheit, von der nur noch ein paar alte, achtlos vor die roten Mauern geworfene Kisten zeugen. Ich sehe zum Himmel aus, der ist dunkel und erloschen. (Seite 288/289)

Leseprobe

Elena Melodia

Elena Melodia wurde 1974 in Verona geboren, wo sie auch heute noch mit ihrem Lebensgefährten und ihren beiden Hunden lebt. Nach einem Studium der Geisteswissenschaften arbeitete sie zunächst als Jugendbuchredakteurin in einem großen Verlag, bevor sie selbst unter die Schriftsteller ging. „Nacht“ ist ihr erster Roman und erschien im Herbst 2009 in Italien unter dem Titel Buio. Band 2 (italienischer Originaltitel: Ombra) erschien im September 2010. Der Erscheinungstermin der deutschen Ausgabe ist noch nicht bekannt.

 

http://www.myland-buio.it/

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