Arkadien fällt – Kai Meyer

Vielen Dank an Carlsen für dieses Rezensionsexemplar :)

Verlag: Carlsen

ISBN: 978-3-551-58203-4

Bekommen: 13.10.2011

Angefangen: 16.10.2011

Ausgelesen: 17.10.2011

Gelesene Seiten: 448  

Bewertung: 5sterne

Klappentext: 

Rosa und Alessandro wollen ihre Gefühle füreinander nicht länger verbergen. Doch ihre Liebe bringt die Clans der Gestaltwandler gegen sie auf. Nach einer wilden Jagd durch die Weiten Siziliens erkennt Rosa, wer wirklich hinter dem Komplott gegen sie steckt: Der Hungrige Mann, der Herrscher aller Dynastien, ist zurückgekehrt – und die Welt der Arkadier wird niemals mehr sein wie zuvor.

Rezension:

Seit Rosa und Alessandro unfreiwillig Oberhäupter ihrer Familien geworden sind, ist ihr ohnehin schon kompliziertes Leben nicht unbedingt einfacher geworden. Ihre Beziehung und die Interessen ihrer Clans unter einen Hut zu bekommen gleicht einem Vabanquespiel. Und dann scheinen sich plötzlich alle gegen sie verschworen zu haben. Alcantaras und Carnevares machen gemeinsame Sache gegen ihre capi und den beiden bleibt nur die Flucht. Als sie herausfinden, dass hinter allem Der Hungrige Mann steckt, der capo dei capi, der nach 30 Jahre zurückgekehrt ist um wieder die Dynastien anzuführen, bleiben ihnen nicht mehr viele Optionen. Sie können niemandem trauen und der Kampf scheint aussichtslos.

Mit “Arkadien fällt”, dem dritten und vorerst letzten Teil seiner Arkadienreihe, hat Trilogienkönig Kai Meyer ein wirklich furioses Finale hingelegt. Spannend von der ersten bis zur letzten Seite, steht es den beiden ersten Bänden in nichts nach und die Geschichte findet einen mehr als würdigen Abschluss.

Die Hauptcharaktere, die bereits in den vorherigen Teilen der Reihe sehr überzeugend waren, gewinnen nochmal an Tiefe und durchlaufen eine spürbare Entwicklung. Rosa ist deutlich erwachsener geworden und hat nicht mehr viel mit dem Teenie gemein, der im Herbst 2009 erstmals sizilianischen Boden betrat. Auch an Alessandro ist die Bürde, die ihm durch den Tod seines Vaters auferlegt wurde, nicht spurlos vorüber gegangen. Die Leichtigkeit und jugendliche Naivität, die in “Arkadien erwacht” noch wirklich augenfällig ist, ist einer erwachsenen Bitterkeit gewichen, die nachdrücklich spürbar macht, dass es ihm viel abverlangt seinen Posten als capo auszufüllen und seinem stellenweise fast schon kalten Zynismus merkt man deutlich an, wie hart er auf den Boden der Realität aufgeschlagen ist.

Aber auch die Antagonisten legen nochmal gehörig zu und einmal mehr halten unerwartete Wendungen den Spannungsbogen straff gespannt.

Der eingängige Schreibstil, die sprachliche Ausarbeitung und der, wie immer, gut durchdachte und perfekt aufgebaute Plot machen den Roman zu einem wahren Pageturner. Aber nichts anderes erwartet man bei einem Autor von solchem Kaliber. Man merkt seinen Geschichten an, dass er zu Beginn schon genau weiß, wo er hin will. Es gibt keine Ungereimtheiten, keine Ungenauigkeiten und erst recht keine Logikfehler. Kai Meyer leistet eine umfangreiche Vorarbeit, ehe das eigentliche Schreiben beginnt, und genau das zahlt sich in diesem, wie in jedem seiner anderen Romane, unbedingt aus.

Ein tolles Finale, eine großartige Trilogie – ein echter Meyer eben!

Zitate:

Alles, was dir im Leben geschehen ist, geschieht auch heute noch. Was einmal begonnen hat, endet nicht. Da oben in deinem Kopf, da endet es nie. (Seite 9)

Sie blickte aufs Meer hinaus, in eine Dämmerung, die sie an jedem anderen Tag wunderschön gefunden hätte. Heute dachte sie dabei nur an Wunden und Schmerzen und Tod. Selbst der Geruch der Algen erinnerte sie an Verfall. (Seite 122)

Freiheit ist nicht das Wissen, tun uns lassen zu können, was einem beliebt. Freiheit bedeutet, es auch wirklich zu tun. (Seite 182/183)

Rache ist eine kleinliche und beschränkte Motivation, Sie befriedigt nur einen Augenblick lang, wie der Verzehr eines Stücks Schokolade. Die Vorfreude darauf macht oft viel glücklicher als der tatsächliche Akt. (Seite 195)

Iole hatte viele merkwürdige Talente, aber eines ihrer größten war es, in den kompliziertesten Augenblicken einfach die Wahrheit zu sagen und die Welt damit auf ein überschaubares Maß zurechtzustutzen. (Seite 295)

Leseprobe

 

Lesung “Arkadien brennt”

 
Kai Meyer

kai Kai Meyer, geboren 1969, studierte Film- und Theaterwissenschaften und arbeitete als Journalist, bevor er sich ganz auf das Schreiben von Büchern verlegte. Er hat inzwischen über fünfzig Titel veröffentlicht, darunter zahlreiche Bestseller, und gilt als einer der wichtigsten Phantastik-Autoren Deutschlands. Seine Werke erscheinen auch als Film-, Comic- und Hörspieladaptionen und wurden in siebenundzwanzig Sprachen übersetzt.

www.kai-meyer.com
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Arkadien-Blog

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3 Kommentare zu “Arkadien fällt – Kai Meyer

  1. Endlich mal eine Rezension die dem Buch gerecht wird. Und der ganzen Trilogie. Wirklich super! Und ich finde, du hast den Nagel auf den Kopf getroffen damit, dass du sagst, dass die Entwicklung von Rosa und Alessandro so super rüberkommt. Habe ich auch so empfunden. Besser hätte man das nicht schreiben und beurteilen können. Danke, dass du mir das abgenommen hast. leider habe ich nämlich kein Blog, in dem ich das selbst tun könnte (-:

    Ich komme jetzt mal öfter hier vorbei. Tolle Seite. Nicht so unübersichtlich wie viele andere und die Rezensionen sind total super geschrieben. Du hast was drauf (-;

  2. ich habe damals die wolkenvolk trilogie gelesen und fand die klasse. jetzt wo ich dein fazit gelesen habe, werde ich arkadien auch mal angehen. hört sich echt super an.

  3. Vielen Dank für die positiven Rückmeldungen :)
    Ich kann Arkadien und alle anderen Meyers wirklich nur wärmstens empfehlen. Genießt seine Bücher. Es lohnt sich ;)

    Liebe Grüße,
    Heike

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