Während ich schlief – Anna Sheehan

waehrend_ich_schlief Vielen Dank an goldmann   für dieses Rezensionsexemplar :)

Originaltitel: A Long, Long Sleep

Verlag: Goldmann Verlag

ISBN: 978-3442475650

Bekommen: 07.09.2011

Angefangen: 16.10.2011

Ausgelesen: 20.10.2011

Gelesene Seiten: 352

Gelesene Seiten insgesamt 2011: 20.318

Bewertung: 3sterne

Klappentext:

Rose Fitzroys Welt scheint perfekt: Als einzige Tochter steinreicher Eltern genießt sie alle Privilegien und ist zudem noch frisch verliebt. Doch dann versetzen ihre Eltern sie in einen künstlichen Schlaf – und niemand weckt sie auf. Bis ein fremder Junge sie 62 Jahre später zurück ins Leben holt. Rose muss feststellen, dass nichts in ihrer Welt mehr so ist, wie es war: Ihre Eltern sind verschwunden, ihr Liebster unauffindbar, und an ihre Fersen heftet sich ein seltsames Wesen, das ihr offensichtlich Böses will …

Rezension:

Stell Dir vor, Du könntest Deinen Körper einfach auf „Standby“ schalten. Dein Körper altert nicht, Du träumst vor Dich hin und irgendwann weckt Dich jemand wieder auf. In Rose Fitzroys Welt alles kein Problem. Wenn Rose Eltern auf Geschäftsreise müssen, schicken sie Rose in den künstlichen Schlaf statt zu ihren Großeltern und auch wenn sie sich aufregt oder traurig ist, heißt die Lösung: “Stasis”. Und Rose hinterfragt nicht, Rose gehorcht. Weil das eben schon immer so war und ihre Eltern nur das Beste für sie wollen. Und schließlich gibt es ja auch immer ein ganz besonders leckeres Frühstück, wenn sie wieder aufwacht.

Nur nicht an dem Tag, an dem Rose nicht von ihren Eltern, sondern von Bren, einem ihr völlig fremden Jungen, geweckt wird. Völlig geschockt muss sie feststellen, dass sie 62 Jahre lang in Stasis war. In den folgenden Tagen muss Rose, inzwischen Erbin eines interplanetaren Megakonzerns, fast ganz auf sich allein gestellt mit einer ihr völlig fremden Welt klar kommen. Zusätzlich stürzt sich natürlich die Presse auf sie und ein roboterartiges Wesen trachtet ihr nach dem gerade erst zurückerlangten Leben.

Obwohl der Klappentext es vermuten lässt, würde ich “Während ich schlief” nicht zwangsläufig als Dystopie kategorisieren. Genauso wenig aber als Märchen oder als Fantasyroman. Vielleicht braucht aber auch nicht jeder Roman eine eigene Schublade. Auf jeden Fall hat mich Anna Sheehans Erstlingswerk überrascht. Erwartet hatte ich eine eher seichte Lovestory garniert mit ein bisschen dystopischer Zukunftsschwarzmalerei. Bekommen habe ich dann aber einen Roman, der einem zeigt, dass man die Vergangenheit und mit ihr vielleicht auch einige lieb gewordene Illusionen zurücklassen muss, um die Zukunft leben zu können.

Wirklich schockierend fand ich, wie selbstverständlich Rose sich als Kind und später auch als Jugendliche in ihr Schicksal gefügt hat. Wie wenig sie hinterfragt hat, wie perfekt die von ihren Eltern anerzogene Unreflektiertheit es ermöglicht hat, sie zu kontrollieren und fügsam zu machen. Viel davon musste man allerdings zwischen den Zeilen lesen.

Es ist sicher nicht so einfach, in einem Jugendbuch, das kein Science-Fiction Roman sein soll, genau die richtige Menge an Informationen über eine Welt, die nicht nur der Hauptperson sondern vor allem auch dem Leser fremd ist, unterzubringen. Hier hätte ich mir ein bisschen mehr Erklärungen gewünscht, weil allein Rose Situation schon vertrackt genug war um für Verwirrung zu sorgen.

Schwächen sah ich auch bei der Ausarbeitung der Charaktere. Die meisten waren sehr oberflächlich beschrieben und blieben daher bis zum Schluss eher blass. Ein Highlight allerdings war Otto, der als Nebencharakter leider nur eine recht kleine Rolle spielte. Ich könnte mir aber gut vorstellen, dass wir von ihm in einer möglichen Fortsetzung noch mehr hören werden.

Was mir außerdem nicht so gut gefallen hat waren die verschiedenen Erzählperspektiven / Erzählstränge. Einerseits die Gegenwart, dann wird in Rückblenden aus Rose Kindheit und Jugend erzählt (beides mit Rose als Ich-Erzählerin) und es gibt Passagen, die aus Sicht des Wesens geschrieben sind, das Rose töten will. Vermutlich soll das dem Spannungsaufbau dienen, weil man so alle Informationen immer nur häppchenweise erhält. Leider hat das bei mir nicht wirklich funktioniert.

Alles in allem merkt man einfach sehr deutlich, dass es sich um das Erstlingswerk der Autorin handelt und ihr noch eine ganze Menge Routine fehlt. Da  für mich am Ende aber noch einige Fragen offen blieben, gehe ich davon aus, dass es eine Fortsetzung geben wird, in der sie dann zeigen kann, dass sie Erfahrung gesammelt hat und es noch besser machen kann. Ich bin jedenfalls schon sehr gespannt!

Leseprobe

Autoreninformationen:

anna Ihre erste Geschichte veröffentlichte Anna Sheehan mit 16 Jahren als Fortsetzungsroman in einer Lokalzeitung, seitdem ist sie mit ganzer Leidenschaft Schriftstellerin. Mittlerweile ist sie regelmäßig zu Gast bei der Pacific Northwest Writers Association, die ihre Arbeit mit einem Stipendium auszeichnete. „Während ich schlief“ ist Anna Sheehans großes Romandebüt. Sie lebt auf einer einsam gelegenen Farm in Oregon und schreibt bereits an ihrem nächsten Buch. (Quelle)

Website von Anna Sheehan

Anna Sheehan auf Faceboook

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s