Peace Food: Wie der Verzicht auf Fleisch und Milch Körper und Seele heilt – Ruediger Dahlke

peace food Vielen Dank an gu für dieses Rezensionsexemplar :)

Verlag: Gräfe und Unzer 

ISBN: 978-3833822865

Bekommen: November 2011

Angefangen: November 2011

Ausgelesen: November 2011

Gelesene Seiten: 336

Gelesene Seiten insgesamt 2011: 21.227

Bewertung: 2sterne

Klappentext:

Unsere Ernährung kann uns krank machen – oder heilen. Dies ist das flammende Plädoyer des Ganzheitsmediziners Rüdiger Dahlke für eine Ernährung des Friedens. Aus seiner Sicht enthält unsere Nahrung zu viel Totes und macht deshalb unglücklich. Die Auswirkung der Angsthormone des Schlachtviehs auf unsere Seele sind zwar noch nicht erschöpfend erforscht, eine umfangreiche chinesische Langzeitstudie hat aber zweifelsfrei bewiesen, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen Fleischkonsum und Krebsinzidenz gibt. Und Krebs ist aus Dahlkescher Sicht eindeutig eine Krankheit der Seele. Diesem Szenario stellt er die heilende Ernährung entgegen: Die neuesten neuroendokrinologischen Erkenntnisse zeigen welche Hormone unsere seelische Balance bestimmen und wie sie mit hochwertigen Kohlenhydraten und Fetten befeuert werden. Kein Dahlke-Buch ohne direkten Nutzen: Ein Rezeptteil mit dreißig veganen Genussrezepten zeigt, wie schmackhaft Nahrung für die Seele sein kann.

Rezension:

Nachdem im letzten Jahr Jonathan Safran Foer mit “Tiere essen” in Sachen Vegetarismus gewaltig vorgelegt hatte, zieht nun Ruediger Dahlke mit “Peace Food” nach und versucht eine Lanze für den Veganismus zu brechen.

Das Buch ist in vier Teile gegliedert:

  1. Krank durch Fleisch- und Milchprodukte
  2. Das Leid der Tiere
  3. Das Beste für Körper und Seele
  4. 30 vegane Rezepte für ein glückliches Leben

Anschließend folgt ein Anhang, der unter anderem weitere Bücher des Autors auflistet und ein ausführliches Register.

Allem voran steht eine zehnseitige Einleitung, in der Ruediger Dahlke kurz den Inhalt des Buches und seine Beweggründe, sich mit dem Thema zu befassen, erläutert. Dieser Teil hat mir wirklich sehr gefallen und würde – für sich stehend – auch sicher 4 Sterne verdienen.

Bis dahin war ich also noch wirklich begeistert. Die weiteren Teile allerdings haben mich (als Veganerin!) nicht überzeugen können und ich befürchte, dass “Peace Food” bei Nicht-Veganern eher auf Ablehnung stoßen wird, als auf Zustimmung. Warum?

Teil eins beleuchtet die negative Wirkung, die der Verzehr tierischer Produkte in körperlicher und seelischer Hinsicht auf den Menschen haben kann. Dort zitiert Dahlke seitenweise Studienergebnisse, packt ein paar Allgemeinplätze und ein bisschen Pathos dazu. Der Leser wird erschlagen von Zahlen und Namen, statt von der an sich so wichtigen Botschaft überzeugt zu werden. Weiter geht es in Teil zwei mit dem Leid der Tiere, wo dem Autor scheinbar auch wenig Eigenes einfiel und er stattdessen die grausamsten Szenen aus “Tiere essen” und des erschütternden Berichts von Christiane Haupt über die Zustände in einem deutschen Schlachthof zitiert. Im dritten Teil erfährt der Leser noch etwas über Sonne und Schlaf als Heilquelle und es werden auf fünf Seiten Aussagen verschiedener Weltreligionen zum Thema abgearbeitet.

Fast im gesamten Buch finden sich außerdem sehr gehäuft nicht besonders subtile Hinweise auf andere Bücher des Autors, sowie ein von ihm kreiertes Nahrungsergänzungsmittel. Insgesamt wirkte “Peace Food” dadurch leider eher abstoßend als ansteckend.

Aus dem Rezeptteil habe ich bisher nichts gekocht, einige der Rezepte von Dorothea Neumayr klingen aber wirklich gut; wie zum Beispiel: Karotten-Ingwer-Suppe mit karamellisiertem Apfel oder Pasta mit Kirschtomaten und Rucola.

Fazit: Hier wurde ein extrem wichtige Botschaft für reine Selbstvermarktung missbraucht. Leider also nur 2 Sterne.

Zitate:

Mir scheint, nach ungezählten Fleischskandalen, nach Giftorgien im Futter und im Verbraucher, nach aus der Tierzucht stammenden Vogel- und Schweinegrippeviren ist die Zeit reif für ein Umdenken und einen Neuanfang. Letzerer aber kann nur vom Einzelnen ausgehen, von ihm aber kann er sich ausbreiten wie ein Lauffeuer, von Mund zu Mund und Herz zu Herz. (Seite 11)

Es ist für die Seele wichtig, nur das zu sich zu nehmen, was wir von Anfang bis Ende problemlos und ohne Widerwillen selbst verarbeiten können. Da fallen dann für die meisten schon alle Geschöpfe weg, die ein Gesicht haben und eine Mutter, die sie geboren hat und ihr Gesicht erkennt. Für Körper und Seele einfacher wird es auch, wenn man sich auf Pflanzen beschränkt, die gewachsen sind, Wurzeln geschlagen und Blüten gebildet haben – etwas, das für Mars, Bounty und die meisten Süßigkeiten nicht gilt. Sie werden auch weder dazu beitragen, uns zu verwurzeln, noch unser wahres Wesen zur Blüten bringen. (Seite 91)

Der im Osten durchaus geläufige Gedanke, all jene Wesen, die unter uns gelitten hätten, erwarteten uns auf der anderen Seite zusammen mit denen, die wir gefördert und geliebt haben, mag erschrecken und trösten zugleich. So ernten wir spät, was wir beim Einkaufen entscheiden. (Seite 141)

[Nach einem Abschnitt über die Rinderschlachtung:] Das Ganze liest sich schon zum Wände hochgehen. Stellen Sie sich vielleicht besser nicht vor, so etwas mit ansehen zu müssen. Sie müssen nicht und Sie müssen das auch nicht weiter beim einkaufen und essen unterstützen. (Seite 150)

Insgesamt kann ich mich hier nur den Worten des Schweizer Arztes Dr. Ernst Walter Henrich anschließen: “(…) ich möchte und kann nicht wegschauen (…). Ich verabscheue das verbrecherische Treiben, das dazu führt, dass täglich etwa 40.000 Kinder an den Folgen von Hunger und Unterernährung sterben, weil man mit der pflanzlichen Nahrung lieber die gequälten Tiere füttert, um Fleisch, Milch und Eier zu gewinnen. Mit diesen tierischen Produkten (fr)essen sich die Wohlstandsbürger ihre Wohlstandskrankheiten an, die dann als Gipfel der moralischen Verwahrlosung in der Gesundheitsindustrie zu fast immer nutzlosen Tierversuchen führen.” (Seite 154)

Wir leben in einer absurden Zeit, in der es als normal gilt, Tiere wie Dinge zu behandeln, in der entsetzlichste und unmenschlichste Tierquälerei hingenommen wird, allenfalls als nicht zu ahndendes Kavaliersdelikt. Wo Konzerne, die Millionen Wesen industriell quälen lassen, von Politiker und Gesetzen geschützt und mit großzügigen Subventionen aus Steuergeldern bedacht werden. Wohingegen Tierschützer, Vegetarier und Veganer als unnormal gelten, als Verrückte und jedenfalls nicht ernstzunehmende Außenseiter oder Sektierer. Bestenfalls werden sie belächelt. Aber unsere Haltung und unser Engagement erlauben es uns, hinsichtlich dieses Themas in den Spiegel zu schauen. Und die Zeiten werden sich ändern. Als Atomkraftgegner der ersten Stunde erinnere ich mich daran, wie wenige und wie isoliert wir vor 30 Jahren waren – inzwischen sind wir die Mehrheit und staunen, wer sich so alles zu uns gesellt. (Seite 179)

Leseprobe

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Ein Kommentar zu “Peace Food: Wie der Verzicht auf Fleisch und Milch Körper und Seele heilt – Ruediger Dahlke

  1. Danke für diese Rezi! Ich finde es wichtig sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen und durch „Anständig Essen“ bin ich zur Vegetarierin geworden.
    Das Zitat von Seite 11 gefällt mir besonders gut!

  2. Hallo Zusammen. Gut geschriebe ehrliche Rezension. Es kann sein, dass du schon einen Schritt weiter bist und all die Informationen von Studien und Faken nicht mehr benötigst. Viele Menschen, die in der Welt der Materie leben, sind jedoch auf trockene wissenschaftliche Belege angewiesen, um eine Veränderung in ihrem Leben einzugehen. Fall du die persönliche Meinung des Autor vermisst, ist es evntuell für eine Zielgruppe geschrieben. Ich kann jedoch aus eigener Erfahrung sagen, das die Ergebnis deckend sind. Das bedeutet, wenn die wissenschaftlichen Studien belegen, dass der Mensch ohne tierische Produkte gesünder lebt und weniger Angstzustände hat, so deckt sich das mit meinen Erfahrungen, nach denen ich mich einfach fitter und fröhlicher fühle. Fazit, die Essenz wäre die gleiche gewesen, nur die Formulierung und Wortwahl wäre anders.

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