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Sammelbeitrag – Gelesenes im März / April

Gebannt

 

Gebannt. Unter fremdem Himmel von Veronica Rossi

Verlag: Oetinger

ISBN: 978-3789146206

Gelesene Seiten: 432

Gelesene Seiten insgesamt 2012: 1.032

Rezension folgt :-)

 

 

 

Aprikose im Kopf

 

Aprikose im Kopf von Carolin Schairer

Verlag: Ulrike Helmer

ISBN: 978-3897413306

Gelesene Seiten: 295

Gelesene Seiten insgesamt 2012: 1.327

Rezension: folgt :-)

 

 

 

 everlasting

 

Everlasting: Der Mann, der aus der Zeit fiel von Holly-Jane Rahlens

Verlag: Wunderlich

ISBN: 978-3805250160

Gelesene Seiten: 432

Gelesene Seiten insgesamt 2012: 1.759

Rezension: folgt :-)

 

 

 

starters

 

Starters von Lissa Price

Verlag: IVY

ISBN: 978-3492702638

Gelesene Seiten: 400

Gelesene Seiten insgesamt 2012: 2.159

Bewertung: 5sterne

Rezension von Heike folgt :-)

 

 

forbidden

 

Forbidden von Tabitha Suzuma

Verlag: Oetinger

ISBN: 978-3789147449

Gelesene Seiten: 448

Gelesene Seiten insgesamt 2012: 2.607

Bewertung: 5sterne

 

Vor meinen Augen

 

Vor meinen Augen von Alice Kuipers

Verlag: Fischer

ISBN: 978-3841421210

Gelesene Seiten: 220

Gelesene Seiten insgesamt 2012: 2.827

Bewertung: 3sterne

 

 

9783551582324

 

Delirium von Lauren Oliver 

Verlag: Carlsen

ISBN: 978-3-551-58232-4

Gelesene Seiten: 416

Gelesene Seiten insgesamt 2012: 3.243

Bewertung: 5sterne

Rezension von Heike

 

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Die Flucht – Cassia & Ky Band 2 von Ally Condie

Verlag: Fischer

ISBN: 978-3-8414-2144-9

Gelesene Seiten: 464

Gelesene Seiten insgesamt 2012: 3.707

Bewertung: 5sterne

Rezension von Heike

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Leseprojekt 2012 – 2025

SuB kann man das hier nicht mehr nennen. Noch nicht mal RuB. Es wird und wir nicht weniger…

Schon im Regal steht:

  • Das Labyrinth der Wörter – Marie-Sabine Roger
  • Der Poet der kleinen Dinge – Marie-Sabine Roger
  • Hand aufs Herz – Anthony McCarten
  • House of Night # 3 – P.C. und Kristin Cast
  • House of Night # 4 – P.C. und Kristin Cast
  • City of Fallen Angels – Cassandra Clare
  • Clockwork Angel – Cassandra Clare
  • Deadline 24 – Annette John
  • Der Anschlag – Stephen King
  • Will & Will – John Green und David Levithan
  • Die Insel der besonderen Kinder – Ransom Riggs
  • Zirkel – Mats Strandberg und Sara Bergmark Elfgren
  • Numers. Den Tod im Griff. – Rachel Ward
  • Die Bestimmung – Veronica Roth
  • Das Mädchen – Angelika Klüssendorf
  • Mitternachtspalast – Carlos Ruiz Zafon
  • Hourglass – Myra McEntire
  • Nephilim – Gesa Schwarz
  • Vor dem Morgen liegt die Nacht – Claudia Breitsprecher
  • Auszeit – Claudia Breitsprecher
  • Sor Juanas zweiter Traum – Alicia Gaspar de Alba
  • Die hellen Tage – Zsuzsa Bánk
  • Das verlorene Symbol – Dan Brown
  • Das Wesen – Arno Strobel
  • Das alte Kind – Zoe Beck
  • Smaragdgrün – Kerstin Gier
  • Göttlich verdammt – Josephine Angelini
  • Schweigt still die Nacht – Brenna Yovanoff
  • Evermore #3 – Alyson Noël
  • Evermore #4 – Alyson Noël
  • Evermore #5 – Alyson Noël
  • Evermore #6 – Alyson Noël
  • Taktgefühle – Mirjam Müntefering
  • Turbulenzen – Leslie Larson
  • Unberechenbare Geometrie der Liebe – Susana Guzner
  • Das Bücherzimmer – Rosemarie Marschner
  • Arkadien #3 – Kai Meyer
  • Wired – Robin Wasserman
  • Versuchung – Amanda Hocking
  • Verführung – Amanda Hocking
  • Verlangen – Amanda Hocking
  • Schicksal – Amanda Hocking
  • Dead Beautiful/Deine Seele in mir – Yvonne Woon
  • Die dunklen Mächte/Schattenstunde – Kelley Armstrong
  • Die dunklen Mächte/Seelennacht – Kelley Armstrong
  • Die dunklen Mächte/Höllenglanz – Kelley Armstrong

Noch in der Buchhandlung:
(garantiert nicht vollständig und es ist auch noch nicht alles erschienen)

  • Ohne Dich ist alles Staub: Vergessene Liebesbriefe aus hundert Jahren – von Falko Hennig
  • Only Revolutions – Mark Z. Danielewski
  • Das letzte Testament der Heiligen Schrift – James Frey
  • Die Gebannte: Die Alchimistin III – Kai Meyer
  • Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie – Lauren Oliver
  • Drachensaat – Jan Weiler
  • Siebzehn Silben Ewigkeit – Denis Thériault
  • Elf Minuten – Paulo Coelho
  • Handbuch des Kriegers des Lichts – Paulo Coelho
  • Veronika beschließt zu sterben – Paulo Coelho
  • Noch ein Tag und eine Nacht – Fabio Volo
  • Ein perfekter Kellner – Alain Claude Sulzer
  • Leise Töne – Karen Susan Fessel
  • Die Karte meiner Träume – Reif Larsen
  • House of Night # 5 – P.C. und Kristin Cast
  • House of Night # 6 – P.C. und Kristin Cast
  • House of Night # 7 – P.C. und Kristin Cast
  • Der siebte Schwan – Lilach Mer
  • Die Stadt der verschwundenen Kinder – Caragh O’Brien
  • Acht Wochen verrückt – Eva Lohmann
  • Anonyme Untote: Eine Zombie-Liebesgeschichte – S. G. Browne
  • Strahlend schöner Morgen – James Frey
  • Firmin – Ein Rattenleben – Sam Savage
  • Rot wie die Nacht – Daniel Zahno
  • Sturz der Titanen – Ken Follett
  • Herr aller Dinge – Andreas Eschbach
  • Der dunkle Thron – Rebecca Gablé
  • Nackt schlafen ist bio: Eine Öko-Zynikerin findet ihr Grünes Gewissen und die große Liebe – Vanessa Farquharson
  • Wie ich verlernte, Tiere zu essen – Marsili Cronberg
  • Berlin blutrot: 16 Autoren. 34 Tote. Eine Stadt. – Andreas Izquierdo
  • Godspeed – Die Reise beginnt – Beth Revis
  • Sternenschimmer – Kim Winter
  • Die Welt, wie wir sie kannten – Susan Beth Pfeffer
  • Die Verlorenen von New York – Susan Beth Pfeffer
  • Der Zauber der ersten Seite – Laurence Cossé
  • Vater, Mutter, Tod – Siegfried Langer
  • Schattenblüte – Nora Melling
  • Das Meer der Zeit – Beatriz Williams
  • Torso – Wolfram Fleischhauer
  • Ein Kuss ist ein ferner Stern – Alexander Rösler
  • Sein Bruder – Philippe Besson
  • Mein Studium ferner Welten: Ein Roman in 14 Geschichten – Alex Capus
  • Der Regen, bevor er fällt – Jonathan Coe
  • Isa & May – Margaret Forster
  • Die letzten schönen Tage – Helmut Krausser
  • Nach dem Sommer – Maggie Stiefvater
  • Ruht das Licht – Maggie Stiefvater
  • In deinen Augen – Maggie Stiefvater
  • Imagery – Christoph Marzi

Spenden schlage ich nach wie vor nicht aus! ;)

[Gehört] Ruht das Licht – Maggie Stiefvater

ruhtdaslicht Originaltitel: Linger

Verlag: Der Audio Verlag

ISBN: 978-3862310890

Gelesen von: Annina Braunmiller, Max Felder, Gabrielle Pietermann und Johannes Raspe

Angefangen: Januar 2012

Ausgehört: Januar 2012

Gehörte Minuten: 377

Gehörte Minuten insgesamt 2012: 1236

Bewertung: 4sterne

Inhalt:

Grace und Sam haben endlich zueinander gefunden, doch ihre Liebe steht unter einem schlechten Stern. Sam, für Grace zum Menschen geworden, muss mit ansehen, wie der Wolf in ihr immer stärker wird. Graces Verwandlung zum Werwolf scheint unabwendbar. Cole, der Neue im Wolfsrudel, stellt Sam vor ein weiteres Problem. Durch seine Rücksichtslosigkeit gefährdet er das Rudel und dessen Geheimnis.

Mehr Infos und Hörprobe

[Gehört] Nach dem Sommer – Maggie Stiefvater

nachdemsommer Originaltitel: Shiver

Verlag: Der Audio Verlag 

ISBN: 978-3898139793

Gelesen von: Annina Braunmiller und Max Felder (Bella und Jacob ;-)) 

Angefangen: Januar 2012

Ausgehört: Januar 2012

Gehörte Minuten: 390

Gehörte Minuten insgesamt 2012: 859

Bewertung: 5sterne

Inhalt:

Jeden Winter wartet Grace darauf, dass die Wölfe in die Wälder von Mercy Falls zurückkehren – und mit ihnen der Wolf mit den goldenen Augen. Ihr Wolf. Ganz in der Nähe und doch unerreichbar für sie, lebt Sam ein zerrissenes Leben: In der Geborgenheit seines Wolfsrudels trotzt er Eis, Kälte und Schnee, bis die Wärme des Sommers ihn von seiner Wolfsgestalt befreit. In den wenigen kostbaren Monaten als Mensch beobachtet er Grace von fern, ohne sie jemals anzusprechen – bevor die Kälte ihn wieder in seine andere Gestalt zwingt. Doch in diesem Jahr ist alles anders: Sam weiß, dass es sein letzter Sommer als Mensch sein wird. Es ist September, als Grace den Jungen mit dem bernsteinfarbenen Blick erkennt und sich verliebt. Doch jeder Tag, der vergeht, bringt den Winter näher – und mit ihm den endgültigen Abschied.

Mehr Infos und Hörprobe

Herz an Herz – Sofie Cramer und Sven Ulrich

herzanherz Vielen Dank an rowohlt_logo_neu für dieses Rezensionsexemplar :)

Verlag: rororo

ISBN: 978-3499256653

Bekommen: 28.01.2012

Angefangen: 29.01.2012

Ausgelesen: 29.01.2012

Gelesene Seiten: 320

Gelesene Seiten insgesamt 2012: 600

Bewertung5sterne

Klappentext:

Flaschenpost für dich. Eine romantische Hochzeit an der Ostsee? Für Sara eine Strafe. Frisch geschieden sitzt sie zwischen ­lauter Paaren. Glücklichen Paaren. Der einzige ­attraktive Single entpuppt sich als Nervtöter. Die albernen Hochzeitsspielchen geben ihr den Rest: Statt guter Wünsche fürs Brautpaar schreibt Sara sich ihren ganzen Frust von der Seele und schmeißt die Flaschenpost ins Meer. Mit einer Antwort rechnet sie nicht. Doch wenige Wochen später erhält Sara einen Brief. Die Worte des unbekannten Finders berühren ihr Herz. Als dem regen Briefwechsel und zahlreichen E-Mails endlich ein Kennenlernen folgen soll, zögert er. Und das aus gutem Grund…

Rezension:

Es gibt Tage, da ist es besonders blöd, Single zu sein. Zum Beispiel auf Hochzeiten. Glückliche Paare wohin man sieht, dämliche Hochzeitsspiele und während langweiliger Reden hat man endlos viel Zeit sich die eigene einsame Zukunft schön zu trinken. So macht es auch Sara. Aus Protest packt sie statt der Wünsche fürs Brautpaar nur ein paar genervte Zeilen, denen man Saras Blutalkoholspiegel deutlich anmerkt, in eine Flaschenpost und pfeffert sie ins Meer. Mit einer Antwort rechnet sie natürlich nicht, aber sie bekommt trotzdem eine. Und zwar von Berti aus München.

So weit, so “Gut gegen Nordwind”. Dachte ich. Und ja, das Konzept ist das gleiche. Zwei, die sich nicht kennen erhalten durch Zufall eine Botschaft des anderen, lernen sich schriftlich kennen, sind sowas wie verliebt und dann schlägt sie gnadenlos zu, die harte Realität. Ich gebe zu, ich hatte sehr, sehr große Bedenken. Innerlich war ich schon nach dem Lesen des Klappentextes davon überzeugt, dass die Rezension gnadenlos schlecht ausfallen würde. Bruchstücke aus Sätzen schwirrten in meinem Kopf umher, so wie “billige Glattauer-Kopie”, “auf den Briefromanzug aufgesprungen” oder “Emmi und Leo light”. Ich habe sogar überlegt, ob ich es gar nicht erst lesen soll.

Aber dann, Sonntag morgens nach dem Frühstück stand ich in der Küche, drückte mich davor, den Tisch abzuräumen und dachte, ich könnte ja mal die erste Seite lesen. Naja, ok. Die zweite auch noch. So stand ich also mitten in der Küche, kicherte und seufzte vor mich hin und merkte gar nicht, wie kalt meine Füße inzwischen waren. Um es kurz zu machen: ich habe die kompletten 320 Seiten an diesem Sonntag verschlungen und im 5 Minutentakt “Hach!” und “Soooo schön!” geseufzt.

Sind die Briefe von Sara und Berti anfangs noch eher zurückhaltend und vorsichtig, macht der Austausch von Alltäglichkeiten bald schon einer tieferen Unterhaltung Platz und die beiden können es nicht mehr abwarten Post vom andern zu erhalten. Daher steigen sie schon bald auf die schnellere Korrespondenz per E-Mail um und letztlich beschließen sie sich zu treffen. Was dabei geschieht möchte ich ungern vorweg nehmen, weil es die Spannung, die sich im Laufe des Romans dadurch aufbaut, dass man eben nicht alles gleich weiß, kaputt machen würde.

“Herz an Herz” ist ein Wohlfühlroman, der berührt. Er zeigt, dass jeder Mensch sein Päckchen zu tragen hat und dass man sich manchmal trauen muss zuzulassen, dass jemand einem beim tragen hilft.

Ja, es ist ein Briefroman. Ja, Sara und Berti erinnern sehr an Emmi und Leo. Aber ist das so schlimm? Man kann das Rad nicht neu erfinden und vielleicht muss man das auch gar nicht so unbedingt. Ich vergebe von Herzen gern 5 Sterne!

Leseprobe

Wachstumsschmerz – Sarah Kuttner

wachstumsschmerz Vielen Dank an fischer für dieses Rezensionsexemplar :)

Verlag: Fischer

ISBN: 978-3100422064

Bekommen: Dezember 2011

Angefangen: 01.01.2012

Ausgelesen: 06.01.2012

Gelesene Seiten: 280

Gelesene Seiten insgesamt 2012: 280

Bewertung: 5sterne

Klappentext:

Wann ist denn nur alles so kompliziert geworden? Luise und Flo sind ein Paar und beschließen, endlich erwachsen zu werden. Sie suchen eine Wohnung, ziehen zusammen, schaffen sich ein gemeinsames Bett an und tanzen zu Manfred Krug durch ihre neuen Zimmer. Doch nach kurzer Zeit stehen sie im Flur nebeneinander wie zwei an der Raststätte vergessene Kinder. Luise hat das Gefühl, nur Erwachsen zu spielen. Irgendwie ist dieses Leben falsch. Als ob jemand plötzlich alles verwandelt hätte, die Regeln geändert für das Leben, ab dreißig oder so. Quarterlife crisis: Darf man die zahllosen Möglichkeiten des Lebens einfach ignorieren und wie ungebetene Gäste vor der Tür stehen lassen? Wie kann man der Liebe vertrauen, wenn man nicht mal sich selbst vertraut? Wie konnte die Zeit nur so schnell vergehen? Und was fangen wir mit den nächsten zwei Dritteln des Lebens an? So berührend wie lustig, ernsthaft und schlau erzählt Sarah Kuttner von der Sehnsucht und der Angst, ein eigenes, richtiges, erwachsenes Leben zu haben.

Rezension:

Luise, Anfang 30, hat einen Job den sie liebt und einen Mann den sie liebt. Gerade plant sie, mit eben diesem Mann, Flo, in eine gemeinsame Wohnung zu ziehen. Alles könnte so schön sein und doch ist da irgendwas, das stört. Sind das die Erwartungen, die man von den Eltern, der Gesellschaft oder sonstwem übergestülpt bekommt? Oder sind es die Erwartungen, die man selbst an sich hat? Endlose Fragen stürzen mehr oder weniger plötzlich und unerwartet auf Luise ein und noch bevor sie so wirklich kapiert hat, was eigentlich los ist, steht ihr ganzes Leben Kopf. Ist es jetzt soweit? Wir sie jetzt „erwachsen“? Kann und will Flo da mitmachen? Aus zwischen den einzelnen Kapiteln eingestreuten Memos erfährt der Leser zunächst jedenfalls nur, dass Flo nicht mehr da ist. Wo er ist, warum, wohin und wann er gegangen ist erfährt man erst im Laufe des Buches.

Ich werde 30. Noch dieses Jahr. Und ich kämpfe sehr, sehr, sehr darum, ein okayes (Danke Frau Kuttner für diese Wortschöpfung!) Gefühl dafür zu bekommen. So ein bisschen hat „Wachstumsschmerz“ mir dabei geholfen. Es hat mir gezeigt, dass die ganzen Dinge, die „man“ eben tut, nichts weiter sind, als Konstrukte, die einem helfen können – aber eben bei weitem nicht müssen – sich an seinem Leben entlangzuhangeln; einen Weg durch den Dschungel der Möglichkeiten zu finden.

Dachte ich auch anfangs noch „Was zum Geier ist eigentlich Luises Problem?!“, wurde mir nach und nach klar, dass genau DAS das Problem ist. Wachstumsschmerz eben. Ein unbestimmtes Gefühl, dass irgendetwas ganz und gar nicht rundläuft und dass nichts so ist wie es sein sollte, wobei man noch nicht mal weiß, WIE es denn sein sollte. Gekonnt verpackt Sarah Kuttner dieses ganze Dilemma in einen Roman, in dem ich mich mit Leichtigkeit wiederfinden konnte und der mir gezeigt hat, dass ich vermutlich nicht die einzige bin, die sich gelegentlich mit so wirren Gedanken trägt und dass ein bisschen Überforderung eigentlich völlig normal ist. Die anderen können’s nur vielleicht besser verstecken.

So wie schon bei Sarah Kuttners erstem Roman (Mängelexemplar) hatte ich beim Lesen oft das Gefühl, dass mir jemand auf der Couch bei einer Tasse Tee sein Leben, oder zumindest ein Stück daraus, erzählt. Von „Schreibstil“ zu sprechen ist also schon fast falsch, viel eher sollte man ihren „Erzählstil“ loben. Kein abgehobenes Geschwafel, keine Plattheiten, nichts Geschöntes, sondern nur das Leben so, wie es nun mal ist. Auch Kuttners Hang zu Wortspielereien kam wieder deutlich zum Vorschein, wenn auch nicht ganz so ausgeprägt wie in „Mängelexemplar“.

Für mich war „Wachstumsschmerz“ ein kleines Stückchen Lebenshilfe, von dem ich nicht wusste, dass ich es brauchte. Deshalb: 5 Sterne.

Zitate:

Vielleicht hinterfragt man Möbel nur dann, wenn sie kaputt oder unerträglich hässlich sind. Solange sie aber funktionieren, werden sie als unumstößlicher Teil einer Wohnung akzeptiert. Sie sind einfach da, sind leise und nerven nicht. Herrje, jetzt tu es mir um die olle Schabracke fast selbst ein bisschen leid. Man kann ja eigentlich nie genug Dinge haben, die leise sind und nicht nerven. (Seite 74)

Jedes Mal, wenn ich Dinge berühre, die dir gehören, hoffe ich, mit den Fingern eine Stelle zu treffen, die du auch berührt hast. Als könnten deine Fingerabdrücke eine Art Wurmloch sein, das mich, wenn ich es nur an der richten Stelle treffe, direkt zu dir katapultiert. (Seite 76)

Und auf der anderen Seite bin ich so schlecht im Loslassen. Ich kann auf Vergangenes nie zufrieden oder gar glücklich zurücksehen, ich empfinde immer Schmerzen dabei. Immer das qualvolle Gefühl von Verlust. Das Bewusstsein, dass manche Dinge, so wertlos oder unaufgeregt sie teilweise auch gewesen sein mögen, abgeschlossen und unwiderruflich vergangen sind, drückt mir das Herz zusammen. (Seite 99 / 100)

Unglaublich eigentlich, dass sich jedes Treffen mit meinem Vater anfühlt wie ein unfreiwilliges Blind Date. Jedes Mal vermittelt er mir den Eindruck, dass er in Gedanken woanders ist und es auch körperlich gerne wäre. (Seite 147)

Ich hasse dieses Ziehen. Meine Haut brennt, und in mir fühlt es sich an, als wenn winzige, nicht besonders starke Zwerge kleine Seile an meine Eingeweide gebunden hätten und sie in alle vier Himmelsrichtungen ziehen, um mich nach klassischer Foltermethode zu vierteilen.

Der Sommervergeht und hinterlässt mir nur Mist. Als wenn er die guten Sachen heimlich in sein Handgepäck geschummelt hätte und damit auf dem Weg Richtung Süden wäre. Ich werde irgendwie weniger. Weniger nett, weniger geduldig, weniger glücklich, weniger alles. (Seite 158)

Da mir manchmal meine eigene Nervigkeit schon beim Ausüben auf die Nüsse geht, stolpere ich in solchen Momenten oft in einen ungesunden Teufelskreis, der zur Folge hat, dass ich wie aufgezogen nicht aufhören kann, nervig zu sein, und zusätzlich vollkommen willkürlich pissig werde. In alle Richtungen. (Seite 166)

Ich kann nicht atmen! Als wärest du meine Lunge und jemand hätte meinen Organspenderausweis gefunden und sie mir einfach entnommen, ohne nachzusehen ob ich überhaupt noch lebe, und ich lebe doch aber noch und ich brauche meine Lunge, und jetzt ist sie weg und bist du weg, und ich kann nicht mehr atmen. Dauernd liege ich irgendwo rum und krümme mich wie ein angefahrenes Tier und brauch so dringend Luft, aber alles, was reingelangt, sind Schmerzen, und wenn ich sie, wenn sie schon so tun, als wären sie Luft, auch wieder ausatmen will, bleiben sie einfach drin und werden immer mehr. (Seite 173)

[Gehört] Auf der anderen Seite ist das Gras viel grüner – Kerstin Gier

gras Verlag: Bastei Lübbe (Lübbe Audio)

ISBN: 978-3785745441

Gelesen von: Irina von Bentheim 

Angefangen: 03.01.2012

Ausgehört: 05.01.2012

Gehörte Minuten: 290 (4 CD, gekürzte Lesung) 

Gehörte Minuten insgesamt 2012: 759

Bewertung: 5sterne

Inhalt:

Was würden Sie ändern, wenn Sie die letzten fünf Jahre noch einmal leben könnten? Kati ist mit Felix glücklich, aber inzwischen hat sich der Alltag in ihr Liebesleben geschlichen – und damit die Zweifel: Ist es überhaupt eine gute Idee, mit ihm alt werden zu wollen? Als sie Mathias kennen lernt und sich in ihn verliebt, wird Katis Leben plötzlich kompliziert. Und turbulent. Besonders, als sie von einer Straßenbahn erfasst wird und im Krankenhaus wieder zu sich kommt. Exakt einen Tag, bevor sie Felix das erste Mal begegnet ist – fünf Jahre zuvor. Dieses Mal möchte Kati alles richtig machen – und sich für den richtigen Mann entscheiden … Ein Hörbuch über die große Liebe und das kleine Glück. Und über die Schwierigkeiten, das Schicksal zu überlisten.

Kerstin Gier liest aus “Auf der anderen Seite ist das Gras viel grüner”